Superyacht: Irre 700-Millionen-Dollar-Yacht – Inklusive dreistöckigem Nachtclub

"Rettungsschiff" mit Weinkeller

Die Pandemie bedeutet für viele Menschen eine harte Zeit. Umso erstaunlicher scheint es, dass Meldungen über verrückte Superyacht-Projekte wie das vom Designer Strand, massiv zunehmen. Aber die Zielgruppe der Ultrareichen wird immer größer.

Sechs Stockwerke inklusive 3-stöckiger Nachtclub mit Glasböden. © Strand Design

Die Beratungsgesellschaft PWC hat in einer aktuellen Studie seit Beginn der Pandemie einen Anstieg von zwei Prozent der Personengruppe festgestellt, die als ultrareich zählt. Ihr Vermögen soll um gut 15 Prozent gestiegen. Das deckt sich mit den April-Daten des Forbes-Magazins den zufolge die Zahl der Dollar-Milliardäre 2021 weltweit in einem Jahr von 2095 auf 2755 gestiegen ist.

Da ist es kein Wunder, das insbesondere der Superyacht-Markt brummt. Aktuelle Statistiken zeigen, dass 2021 als das stärkste Jahr aller Zeiten für Superyacht-Verkäufe in die Geschichte eingehen wird. Makler-Daten von Boat International dokumentieren schon für das erste Quartal des Jahres den Verkauf von mehr als 208 Luxusyachten. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es nur 131. Der preisliche Unterschied liegt bei rund 1,8 Milliarden Euro.

Der Boom soll laut Boat International etwa im Juli vergangenen Jahres begonnen haben. Zahlreiche vermögende Käufer folgen dem Impuls, auf schwimmenden Palästen dem Lockdown-Gefühl zu entfliehen.

Irrer Hingucker

Vor diesem Hintergrund erklärt sich wohl auch der scheinbar irre aktuelle Entwurf des norwegischen Designer Kurt Strand. Der mag zwar ein Hingucker sein, aber nicht so richtig in die aktuelle Zeit passen.

Auf dem Achterdeck sollen zwei 58-Fuß-Speedboote bereitstehen. © Strand Design

Auch wenn der Konstrukteur betont, die Yacht mit einem umweltfreundlichen Antriebssystem aus drei elektrischen Triebwerkskapseln entworfen zu haben, die von Wasserstoff-Brennstoffzellen-Generatoren betrieben werden. Die Höchstgeschwindigkeit soll 20 Knoten betragen.

Aber angesichts von je zwei Hubschrauberplattformen, 58 Fuß Speedbooten und Mercedes-6×6 Dreiachser Geländewagen (Stückpreis 1 Millionen Euro) an Bord, hört sich der Hinweis auf einen umweltfreundlichen Bootsmotor doch eher wie Greenwashing an. Zumal eine Quelle davon spricht, dass irgendwo unter einem der sechs Decks ein Ausstellungsraum für zehn Luxuskarossen vorhanden sein soll.

Dreistöckiger Nachtclub

Das Miami133-Konzept beschreibt ein 700 Millionen-Dollar-Monstrum, das sich über sechs Stockwerke verteilt. Spektakulärstes Merkmal im Inneren ist ein dreistöckiger Nachtclub mit Glasböden, der 20 Meter über der Wasseroberfläche einen Panoramablick gewähren soll.

Die Explorer-Yacht soll ins Eis können – wo man prima mit den beiden Geländewagen gut rumballern kann. © Strand Design

Das Schiff soll Platz für 20 Gästen in 10 Kabinen bieten. Allein die Eigner-“Kammer” erstreckt sich über 300 Quadratmeter. Weitere Gimmicks: Außen-Jacuzzi, Sonnendeck, Fitnessraum, Spa, Büro, Bibliothek und Weinkeller. Die Crew ist auf dem Unterdeck untergebracht und soll bis zu 44 Personen umfassen.

Damit gar nicht der Gedanke an eine gewisse Dekadenz aufkommt, weist das Konstrukteurbüro darauf hin, dass das Schiff für extreme Wetterbedingungen ausgelegt ist. Es könne in ein Rettungsschiff für Notfalleinsätze in Katastrophengebieten umgewandelt werden

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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