Superyacht: Wally zeigt in Cannes Pläne für neue Yacht – 31m Performance von Judel/Vroljk

Viel Karbon!

Ein 31-Meter Luxusgefährt – die Wally 101 © wally

Die erste Wally nach der Übernahme durch die Ferretti-Group – klasse Design, hohes Leistungspotential, enormer Komfort. Und was ist mit dem Umwelt- und Meeresschutz? 

Es war auffällig ruhig geworden um die legendäre Yachtschmiede Wally, nachdem die Superyacht-Werft – gegründet vom italienischen Businessman Luca Bassani – im letzten Winter von der italienischen Ferretti-Group übernommen wurde. Trumpfte Wally in früheren Jahren mit spektakulär formschönen, aber immer individuellen Supersegelyacht-Designs auf, befürchtete man nun unter den Superyachties eine Art „Niedergang“  in gewisse Seriensegelboot-Gefilde oder eine latente Spezialisierung auf Motoryachten.

Doch dem ist wohl nicht so. Während des Cannes-Yachting-Festivals enthüllte Wally die Pläne für eine 31 Meter lange Superyacht, die schon rein ästhetisch früheren Bassani-Ansprüchen genügen dürfte. Und die mit Sicherheit ihre Käufer unter den sportlich ambitionierten „Reichen und Schönen“ finden wird. 

Für den Yacht-Riss zeichnen Judel/Vroljk verantwortlich und für den Innenausbau konnte man die italienische Design-Ikone Pininfarina gewinnen. 

Hohes Leistungspotential

Entsprechend leistungsstark zeigt sich der Riss dieser Wally 101. Zwar kann man bei Plänen von Judel/Vroljk immer davon ausgehen, dass die spätere Yacht flott unterwegs sein wird. Doch sogar Luca Bassani war höchst zufrieden mit dem Leistungspotential seiner „Neuen“. Die Wally 101 sei so konzipiert worden, dass sie bei Regatten mit Handicap-Wertung nach korrigierter Zeit hervorragend platziert sein wird, Iieß er im Messe-Umfeld verlauten. Entsprechend hoch dürfte das Interesse bei Superyacht-Liebhabern sein, die auch mal um hochwertige Luxusuhren vor der Cote d’Azur oder bei karibischen Sundowner-Regatten segeln wollen. 

Besonders stolz ist man bei Wally auf den bereits zuvor entwickelten „magic keel“, mit dem der Tiefgang um bis zu zwei Meter reduziert werden kann. 

Wally, Superyacht, Riss

So sieht’s eben aus, auf Luxusyachten! © wally

So will Wally sicher stellen, dass man auf auf „101“ nicht auf einsame Buchten mit wenig Wassertiefe verzichten muss. Und dennoch bei Regatten das nötige aufrichtende Moment zur Verfügung hat. 

Die Wally 101 wurde mit einem „schlanken Profil“ gezeichnet und soll mit einem tiefen, lang gezogenen Deckshaus aufgebaut werden. Das darauf gesetzte Glasdach soll das mittlerweile obligatorische Tageslicht ins Interieur fluten. „Dem ursprünglichen Geist von Wally folgend, soll die Yacht enormen Komfort innen und außen in Kombination mit hohem Leistungspotential bieten und gleichzeitig einfach und leicht zu segeln sein“, betont Luca Bassani. 

Es stehen verschiedene Inneneinrichtungen mit drei bis fünf Kabinen für sechs bis zwölf Personen zur Verfügung. Dazu gehören entweder drei Kabinen und drei Wohnbereiche wie Büro, Aufenthaltsraum und Fitnessstudio, vier Kabinen und zwei Wohnbereiche oder fünf Kabinen für diejenigen, die mehr Gäste an Bord haben möchten.

Enormer Komfort

Jedes verfügbare Layout beinhaltet Mannschaftsunterkünfte achtern für zwei Doppelkabinen mit eigenem Bad für eine Crew von vier bis sechs Personen. Die Crew-Unterkunft wird neben der Crew-Messe, der Wäscherei, der Kombüse und dem Navigationsbereich liegen. Die Garage im Heckbereich kann einen bis zu vier Meter langen Tender aufnehmen. 

Alles in allem also eine Wally, wie man sie auch vor der Übernahme durch die Ferretti-Group erwarten durfte. Was Wally aber – sonst gerne beide Augen und Ohren für den Zeitgeist geöffnet – bei diesem Projekt vermissen lässt, ist zumindest eine im Ansatz erkennbare Öffnung zum Umwelt- und Meeresschutz. Das könnte beispielsweise durch den Einsatz von Hybrid-Maschinen oder eines beispielhaft starken Elektromotors geschehen. Auch der zumindest partielle Einsatz von Werkstoffen und Baumaterialien, die problemlos recycelbar sind, wäre begrüßenswert. So ist die Wally 101 größtenteils aus Karbon gemacht. Irgendwie eine verpasste Chance – merke: Auch Superyacht-Besitzer eignen sich als Vorbilder. 

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