Tödliche Unfälle: Schrauben-Schutz für Coachboote

"Wir werden kämpfen"

Im April 2019 ist ein 18-jähriger Kitesurfer in Frankreich durch den Propeller eines Coachbootes ums Leben gekommen. Seitdem kämpft die Familie darum, “dass alle Yachtclubs endlich verpflichtet werden, ihre Motorboote mit Propellerkäfigen auszustatten, um Leben zu retten und Verstümmelungen zu vermeiden”. Die große französische Segelschule Les Glénans berichtet über ihre Erfahrungen nach einer einjährigen Testphase. Muss man sich auch in Deutschland Gedanken machen?

Außenborder mit Propellerkäfig.

Les Glénans, eine der bekanntesten und wichtigsten französischen Segelschulen mit fünf Stützpunkten, hat die Erfahrungen nach einer ersten Saison seit der Umrüstung seiner Trainerboote auf Außenborder mit Propellerkäfigen publiziert. 

Die Entscheidung zum Umbau war nach einem tödlichen Unfall im Frühjahr getroffen worden, der offenbar ähnlich abgelaufen ist wie bei dem verstorbenen 12-jährigen Segelschüler in den USA 2018. Nun waren die modifizierten Motoren ein halbes Jahr im Einsatz und die Verantwortlichen der Glénans Segelschule kommen zu dem Schluss, dass diese Käfige durchaus einen Sicherheitsgewinn bieten.

Coachboot mit Propellerschutz

Man habe deshalb beschlossen die Systeme weiterhin im Einsatz zu behalten. Es sei allerdings nicht die ideale Lösung. Denn besonders kleinere Außenborder mit weniger als 30 PS seien mit dem Käfig weniger manövrierfähig und erleiden Geschwindigkeitseinbußen. Das führe dann ebenfalls zu Einschränkungen bei der Sicherheit, wenn die Boote nicht schnell genug zum Einsatzort gelangen können. Dennoch sei man davon überzeugt, dass die Vorteile die Nachteile überwiegen.

Damit stehen sie im Einklang der Forderungen, die der Vater des Unfallopfers stellt. Er hat eine Online-Petition aufgesetzt und wirbt in Frankreich für Gesetze, die eine Installation der Propellerkäfige vorschreiben.

So lautet sein Appell:
Für alle Familien, für alle Verwandten, die ein Kind, einen Bruder, eine Schwester,…. durch tödliche Verletzungen durch einen Motorbootpropeller verloren haben.
Für alle Überlebenden, die noch die Nachwirkungen eines Motorbootpropellers tragen.
Für alle, die ihre Kinder den Segelclubs anvertrauen und glauben, dass sie sicher sind.
Für alle Menschen, die für diese Sache sensibilisiert sind.
Wir werden dafür kämpfen, dass alle Yachtclubs und Segelschulen endlich verpflichtet werden, ihre Motoren mit Propellerkäfigen auszustatten, um Leben zu retten und Verstümmelungen zu vermeiden.

Allerdings sehen die Betreiber der Segelschule auch einen zweiten möglichen Weg. Sie experimentieren auf ihrer Basis in Concarneau mit Jetantrieben für ihre Motorboote. Die werden nicht von Propellern, sondern von einem Wassersterahl angetrieben.

Mitarbeit: André Meyer

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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