Tragödie in der Biskaya: Trauer um Seenotretter – Kollegen nehmen Abschied

Auf See geblieben

Wenn Retter beim Retten auf dem Wasser sterben, erscheint das besonders tragisch. Es wird bewusst, welchen Gefahren sie sich aussetzen, damit unsereins seinen Spaß haben kann. Nun ist es wieder passiert.

Seenotretter, Unglück

Hubschrauber über der Unglücksstelle. © SNSM

In der vergangenen Woche sind drei französische Seenotretter bei einem  Einsatz vor Les Sables-d’Olonne ums Leben gekommen. Ihr Boot war achthundert Meter vor der Küste im Sturm gekentert. Der Sturm „Miguel“ hatte in der Biskaya mehrere Schiffe in Schwierigkeiten gebracht, und die Seenotrettung SNSM setzte die Besatzung des 11,50 Meter langen Rettungskreuzers “Jack Morisseau” in Bewegung, um einem Fischtrawler zu helfen.

Dabei sind die Retter offenbar selber in die vom 120 km/h starken Wind aufgeworfenen Brecher nahe der Küste geraten. Die Wellen sollen Fenster eingeschlagen haben. Das im Maschinenraum eindringende Wasser legte die Motoren lahm.

Die “Jack Morisseau” trieb hilflos auf die steinige Legerwall-Küste zu. Schließlich kenterte das manövrierunfähige Schiff. Vier von sieben Rettern an Bord konnten die gut 200 Meter an Land schwimmen, drei blieben auf See. Der Kreuzer wurde schließlich auf die Felsen geworfen.

Erfahrene Seeleute

Nach Angaben der SNSM waren die 28, 51 und 55 Jahre alten Rettungsmänner erfahrene Seeleute und seit vielen Jahren für die Gesellschaft im Einsatz. Heute fand die Trauerfeier in Frankreich statt. Alle deutschen Seenotretter haben ihre Betroffenheit und Solidarität mit einer Schweigeminute und lauten Signalstößen aus ihren Schiffshörnern kund getan.

Seenotretter, Unglück

Das gekenterte Rettngsboot auf den Felsen. © SNSM

In einer Stellungnahme heißt es: ” Dieses Unglück führt uns einmal mehr schmerzlich vor Augen, dass sich – trotz aller Weiterentwicklung der Technik – ein Risiko für die Retter auf See nie ganz ausschließen lässt.“

Inzwischen hat SNSM ein Spendenkonto für die betroffenen Familien eingerichtet. Es ist unter dieser Adresse zu erreichen. Bisher gingen rund 26.000 Euro ein.

 

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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