Ultim Trimaran: Neuester Offshore-Trimaran “Banque Populaire XI” beim ersten 40 Knoten-Test

Bemühen um Kontrolle

Der neue 100 Fuß BP-Trimaran ist die aktuell heißeste Rennmaschine auf hoher See. Das erste Segelvideo zeigt wie der Multihull abgeht. Dabei bedeutet ein spezielles Konstruktions-Feature eher einen Rückschritt.

Der Maxi Banque Populaire XI hat bei einem seiner ersten Segeltests gut zwei Wochen nach dem Stapellauf die 40 Knoten-Speedmarke überschritten. Im ersten Video des Rennstalls um Vendée-Globe-Sieger Armel Le Cleac’h ist die jüngste Konstruktion der riesigen Ultim-Klasse in voller Fahrt zu sehen.

Die ersten Segelbilder des neuen Ultim-Trimarans “Banque Populaire XI”. © BP

Dabei zeigt sich, dass die aktuelle Konfiguration des Trimarans zu funktionieren scheint. Offenbar sind die Designer dieser speziellen Multihulls im Bemühen um eine größere Kontrolle dazu übergegangen, maximalen Speed zu opfern. Das zeigt sich durch die Installation eines T-Foils unter dem Hauptrumpf. Der Tri wird somit von vier Tragflächen über die Wellen gehoben – plus zwei T-Foils an den Rudern und jeweils einem L-Foil am Leerumpf.

BP XI weist ein langes Hauptschwert auf mit T-förmiger Tragfläche. © BP

Im Gegensatz dazu benötigen die halb so großen F50 Katamarane des SailGP – aktuell neben den AC75-Cuppern die schnellsten Regattaboote – nur drei Tragflächen zum Fliegen. Sie erreichen mehr als 50 Knoten, auch weil sie jeweils das Luv-Foil hochziehen und dadurch den Widerstand im Wasser verringern.

Das funktioniert relativ problemlos auf den Flachwasser-Kursen unter der Küste, aber bei höchstem Wellengang im Southern Ozean, den die Ultim-Konstruktionen bewältigen sollen, scheint das eher nicht zu funktionieren.

Sodebo weist beim Stapellauf kein T-Foil unter dem Hauptrumpf auf. © Sodebo

Die jüngste Sodebo, deren Technik seit dem Launch 2019 als der Weisheit letzter Schluss für die Offshore-Trimarane galt, hatte versucht, ebenfalls nur auf drei Punkten zu foilen und am Mittelrumpf nur ein normales Schwert gegen die Abdrift installiert. Aber bisher konnte Skipper Thomas Coville noch nicht durch übermäßigen Speed beweisen, dass diese Konstruktionsweise dem Vier-Punkt-Foiling dauerhaft überlegen ist. Etwa bei dem jüngsten November-Rekordversuch war der ältere – allerdings stark modifizierte – Rothschild-Trimaran mindestens ebenbürtig.

Das lange Schwert bei Banque Populaire deutet jetzt darauf hin, dass Armel Le Cleac’h mit seinem Tri höher und länger über die Wellen fliegen kann. Bei der maximalen Geschwindigkeit dürfte er aber Abstriche machen müssen.

So sah das erste Gitana T-Foil aus beim Stapellauf vor vier Jahren. © Gitana Team

Die alte Macif von Francois Gabart ist nach ihrem Relaunch für Actual mit kleinem T-Foil konfiguriert. © Actual

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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