Umwelt: Der Kampf gegen die Überfischung der Meere

Außenbordkameraden

Zurzeit macht im Netz ein aufrüttelndes Video zum Thema Überfischung der Weltmeere die Runde. Es weist dararauf hin, dass es den Außenbordkameraden ziemlich dreckig geht.

Überfischung

Fische am Haken. Die Überfischung der Meere ist ein großes Problem.

Trawler schleppen Netze mit einer bis zu 23.000 Quadratmeter großen Öffnung durch die Meere und fischen dabei  jede Menge Beifang aus dem Meer. Garnelen-Fischer sollen laut Bericht 80 bis 90 Prozent ihres Fangs wieder über Bord werfen. Die Botschaft wendet sich besonders an die EU-Parlamentarier, die zu hohe Fang Quoten erlauben.

Wissenschaftler hätten zum Beispiel beim Thunfisch eine Quote von 10.000 Tonnen errechnet, die es möglich machen würde, dass sich die Bestände erholen. Die EU habe 29.500 Tonnen erlaubt und tatsächlich seien 61.000 Tonnen gefangen worden.

Nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO waren 2012 nahezu 30 Prozent der weltweiten Bestände überfischt und 57 Prozent an der Grenze maximaler Ausbeutung. Die Deutschen Umwelthilfe (DUH) hält 47 Prozent der Fischbestände im Atlantik und 90 Prozent der Populationen im Mittelmeer für überfischt.

Mitte 2013 hat das EU Parlament für eine Begrenzung des Fischfangs und eine Reform der Politik gestimmt wonach sich die EU-Länder ab 2015 zu einer nachhaltigen Fischerei verpflichten. Diese sieht vor, dass nur so viel Fisch entnommen werden kann, wie auch nachwächst. Die Überfischung soll so bis 2015, in manchen Ausnahmefällen bis 2020, gestoppt werden können. Außerdem beschlossen die Parlamentarier erstmals ein Rückwurfverbot von totem Fisch.

In dieser Woche wird in Brüssel über einen wohl 6,5 Millionen Euro Fonds für die Fischereibranche dieskutiert, der die Nachhaltigkeit unterstützen soll. Die Investition in modernere Fanggeräte soll den Beifang vermindern. Aber Umweltschützer kritisieren, dass Unterstützungen für den Neubau von Fischtrawlern gewährt werde. Die Fischereiflotte der EU müsse eigentlich deutlich verkleinert werden.

Überfischung:

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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11 Kommentare zu „Umwelt: Der Kampf gegen die Überfischung der Meere“

  1. avatar boatsailing sagt:

    Toll das SR auch diese Umweltthemen aufgreift. Wer wenn nicht wir Segler sollte dafür ein Bewußtsein haben und weiter entwickeln?

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  2. avatar Inflex sagt:

    Danke Carsten für diesen informativen Beitrag,

    wenn ich (tiefgekühlten) Lachs aus Aquakultur bisher gekauft habe, habe ich eigtl immer gedacht, damit der Umwelt bzw. den Fischbeständen zu helfen, offensichtlich ist dem nicht so.

    Trotzdem fehlen mir die Alternativen hinsichtlich meines Konsums. Nur noch heimischen Fisch aus dem Inland kaufen? Wird in Berlin schwierig. Einfach weniger Fisch essen? Vorschläge?

    LG

    Inflex

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    • avatar Digger sagt:

      Es gibt im Handel Maßbänder. Damit kann man bei diversen Fischsorten kontrollieren, ob sie die Laichgröße überschritten haben. Das ist extrem wichtig. Die Fische laichen immer früher, weil sie gar nicht mehr die Chance haben, dafür richtig auszuwachsen. Dennoch ist es erst einmal von größter Wichtigkeit, dass Fische vorm Fang gelaicht und somit für Nachwuchs gesorgt haben.

      http://www.incofish.org/

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      • avatar K.R. sagt:

        Kann man damit auch die Größe des Beifangs vermessen, der tot zurück ins Meer geworfen wurde?

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        • avatar Digger sagt:

          Wenn Du keinen Tiefkühlfisch aus dem Discounter kaufst, keine Fischstäbchen und solch Krams, sondern Fisch im Fischgeschäft kaufst, dann kannst Du zum einen die Größe kontrollieren, und zum anderen unterstützt Du nicht die Massenfischerei. Die ist das Hauptproblem. Beifang wirds immer geben. Den kann man nur verhindern, wenn man keinen Fisch mehr isst oder angeln geht.

          Ich war vor Jahren mal mit einer ziemlich versierten Meeresbiologin essen, da haben wir für eine Kochsendung genau dieses Thema behandelt. Erschreckend. Erschreckend einfach allerdings, wie leicht man selbst etwas tun kann.

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          • avatar dubblebubble sagt:

            Habe selbst schon Trawler in F gesehen wo das hintere Deck komplett mit totem Beifang bedeckt waren und die Besatzung vom Schiff verkauft hat – im Blut- und Fleischmatsch des zu kleinen oder falschen Fangs watend . Mitten im Hafen, gejuckt hat das niemand. Einmal fanden es die braven Fischer sogar lustig, die Crew des Nachbarbootes mit toten Fischen zu bewerfen. Ekelhaft.

            MSC-Siegel ist ein kleiner bescheidener Beitrag beim Einkauf den man leisten kann.

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    • avatar Heinrich sagt:

      Eine Alternative: Einfach Süßwasserfische essen! Die sind nicht überfischt, aber eben nur halb so sexy bzw. lecker.

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      • avatar boatsailing sagt:

        Die sind sehr lecker!!! Z.B. Hecht, Barsch, Maräne, Forelle – alles toller Fisch – gibts auch in der Nähe von Berlin – und es ist meist günstiger als Salzwasserfisch. Mit dem Überfischen ist das allerdings so eine Sache, würden alle jetzt Süßwasserfisch essen, gäben die Seen bei uns das auch nicht her 😉

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      • avatar Marie sagt:

        Der Haken an der Sache ist nur, daß wenn gezüchteter Süßwasserfisch, der NICHT gleichzeitig ein Pflanzenfresser ist (Forelle zB.), mit Fischmehl/-pellets gefüttert wird. Dieses Futter besteht u. a. aus dem Fang der Industrieschiffe, die die Weltmeere leerfischen. Ergo verschiebt sich das Problem, wird jedoch nicht beseitigt.
        Es bleibt wirklich nur noch die Option “Selber angeln”. Obwohl ich den Fisch nicht totschlagen könnte…

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    • avatar boatsailing sagt:

      Es gibt z.B. bei Greenpeace, vielleicht auch beim WWF so Karten, wo drauf steht welchen Fisch man essen kann und welchen man lieber läßt. Wenn man sich daran hält ist es schonmal gut. Und ggf. Siegel beachten. Einfach mal die einschlägigen Seiten im Netz, bin auch kein Experte. Persönlich esse ich gern Süßwasserfisch, den bringe ich im Sommer nach dem Segeln mit vom See nach dem Motto “erst drüberfahren dann essen” – auch nach Hamburg. Meist Maräne oder Barsch. Ist immer wieder ein Fest!

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      • avatar Marie sagt:

        Und wer an den US-Küsten und -Seen urlaubt und auf Seafood schwört, kann sich solche Kärtchen beim Monterey Bay Aquarium kostenlos zulegen, bzw. downloaden!

        http://www.montereybayaquarium.org/cr/seafoodwatch.aspx

        Die Informationen werden laufend auf dem aktuellen Stand gehalten!
        Wer an der Küste von Kalifornien unterwegs ist und einen halben Tag Zeit hat, sollte das Aquarium in Monterey auf jeden Fall besuchen.

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