Unfall: 24-Fußer kollidiert mit Fähre – Rettung vorschriftsmäßig mit Maske

Unter den Bug geraten

Ein gewisses Unwohlsein ist immer dabei, wenn man mit einer Yacht den Weg einer Kettenfähre kreuzt. Diesmal ist es wirklich schief gegangen. Ein Cronish Crabber 24 wurde voll erwischt.

Es ist kein schönes Bild, wenn eine Segelyacht unter dem Bug einer Fähre klemmt. Umso fieser, wenn es ein so schönes Schiffchen wie ein Cornish Crabber 24 ist. Am Sonntag wurden die britischen Seenotretter der Organisation RNLI zum Einsatzort bei Poole gerufen, wo der Unfall geschah.

Zwei Personen waren an Bord als der Zusammenstoß mit der Fähre passierte. Der Autotransporter überquert den Eingang zum Hafen von Poole zwischen Sandbanks und Shell Bay. Er hatte nach gut zweimonatiger Corona-Pause am 17. Juni seinen Betrieb wieder aufgenommen.

Die Fährverbindung am Eingang der Poole-Bucht:

Die motorisierte Kettenfähre zieht sich selbst per Drehtrommel an Bord an einer lange Verbindung auf die andere Seite. Dabei weist die Kette einen so großen Durchhang auf, dass Schiffe eigentlich vor und hinter ihre passieren können. Aber diesmal kam es dennoch zur Kollision.

Offenbar hat ein starker Tidenstrom in Verbindung mit einem frischem Südwestwind zu schwierigen Bedingungen in der Enge geführt, die der Crabber-Crew vor Probleme bereitete. Die auflaufende Strömung in Verbindung mit dem Wind erschwerte es auch den Rettern, das Schiff von der Fähre freizubekommen.

Der Cornish Crabber 24 vor dem Bug der Kabel-Fähre. © RNLI

Wie genau es zu der Kollision gekommen ist, wurde bisher nicht bekannt. Aber beide Segler konnten sich schnell auf der Fähre in Sicherheit bringen. Dafür drohte die Yacht, unter den Rumpf der Fähre gedrückt zu werden. Das Rigg hatte sich schon an den Aufbauten verfangen. Den Rettern gelang es aber schließlich, eine Schleppverbindung herzustellen und die beiden Kollisionsgegner voneinander zu trennen.

Dabei achteten sie darauf, die Corona-Beschränkungen unter anderem durch das Tragen von Masken einzuhalten. Während der Pandemie war die freiwillige Rettungsorganisation RNLI auch nur noch sporadisch im Einsatz. Sie ist finanziell angeschlagen und muss erstmals seit ihrer Gründung vor fast 200 Jahren staatliche Hilfen in Anspruch nehmen.

Wie die deutsche DGzRS ist RNLI auf Spenden angewiesen. Nun soll aber ein Finanzierungsloch von gut 50 Millionen Euro aufgetreten sein, weil durch den Lockdown geplante Geldsammelaktionen ausgefallen sind. Die Retter hoffen auf einen Anteil am 830 Millionen Euro Hilfsfonds, der von der Regierung aufgelegt wurde, um Wohltätigkeitsorganisation durch die schwierige Zeit zu führen. Schon jetzt kann offenbar der Überwachungsdienst an den britischen Stränden nur sehr eingeschränkt aufrecht erhalten werden.

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *