Unfall: Motoryacht kollidiert mit Wetbike – Vater und Sohn verletzt

Schnittverletzungen und Knochenbrüche

Neustädter Bucht, Unfall, Ancora hanseboot show

Satellitenaufnahme der Neustädter Bucht – hier war zur Hanseboot Ancora Boat Show einiges los! © google maps

Erneut schwerer Unfall mit Motoryacht –  innerhalb oder außerhalb der Bereiche mit Geschwindigkeitsbegrenzung? Die Wasserschutzpolizei Lübeck ermittelt.

Vor dem Yachthafen der Ancora-Marina in Neustadt kollidierte am späten Samstagnachmittag eine Motoryacht mit einem Wetbike. Dabei wurden der 36-jährige Wetbike-Fahrer und sein sechsjähriger Sohn schwer verletzt.

Entgegen ersten Medienberichten verlor der Sohn dabei nicht sein Bein – für beide Geschädigte besteht keine Lebensgefahr. 

Die Pressemitteilung der Polizei:

In einem Yachthafen in Neustadt/H. fand an diesem Wochenende eine Boat-Show statt, bei der neben einem breiten Ausstellungsprogramm an Land auch Probe- und Präsentationsfahrten mit Segel- und Motorbooten in der Neustädter Bucht durchgeführt wurden.

In den späten Nachmittagsstunden ereignete sich am Samstag, 26.05.2018, im Seegebiet der Neustädter Bucht vor dem Sportboothafen eine Kollision zwischen einer Motoryacht, besetzt mit einem 57 jährigen Schiffsführer aus Hamburg sowie fünf weiteren Personen, und einem so genannten Wassermotorrad / WET-Bike. Hierbei erlitten der aus dem Kreis Stormarn stammende Fahrer (36 Jahre) und der Beifahrer (sein Sohn, 6 Jahre) des WET-Bikes schwere Verletzungen in Form von Schnittverletzungen und Knochenbrüchen. Der Fahrer wurde von einer Segelyacht geborgen, war ansprechbar und wurde in den Yachthafen gebracht. Der Junge wurde von Mitarbeitern des Veranstalters geborgen. Noch im Yachthafen erfolgte die Erstversorgung der Verletzten durch Rettungskräfte, bevor sie ins Krankenhaus nach Lübeck transportiert werden konnten. Es besteht keine Lebensgefahr.

Zur Klärung der möglichen Schifffahrtsverkehrsgefährdung erwirkte die zuständige Staatsanwaltschaft Kiel beim Amtsgericht Kiel einen Beschluss zur Beschlagnahme der Wasserfahrzeuge. Bereits am Sonntag, 27.05.2018, wurden die Wasserfahrzeuge von einem Gutachter untersucht. Der genaue Unfallhergang wird zurzeit noch von der Wasserschutzpolizei Lübeck ermittelt. Vor diesem Hintergrund bittet das Wasserschutzpolizeirevier darum, dass sich mögliche, bisher noch nicht erfasste Zeugen beim Wasserschutzpolizeirevier in Lübeck, Tel..: 04502-862830 melden.”

Der Unfall erinnert an ein ähnliches Unglück mit tragischerem Ausgang, als am 7. August 2011 der Hamburger Surfer Reinhard Fahlbusch vor Pelzerhaken nach einer Kollision mit einem Motorboot ein Bein verlor. (SR-Interview mit dem Opfer)

Der Unfall löste damals heftige Diskussionen um die Durchsetzung und Ausweitung von Geschwindigkeitsbegrenzungen und entsprechende Kontrollen aus.(SR-Bericht) Fahlbusch kämpft seitdem für eine Geschwindigkeitsbegrenzung in der Drei-Meilen-Zone (derzeit in der 500-Meter-Zone) 

“Seit damals viel schlimmer”

Der heute 68-jährige Fahlbusch äußerte sich gegenüber den „Lübecker Nachrichten“ zu dem Unfall am vergangenen Wochenende:

„Seit damals ist alles viel schlimmer geworden.“ Man müsse das Treiben in der Lübecker und Neustädter Bucht nur beobachten, „es gibt eine Masse von schnellen Motorbooten“. Die 500-Meter-Zone, in der die Geschwindigkeitsbegrenzung herrsche, sei ein Witz. Zumal es Kontrollen seitens der Wasserschutzpolizei kaum gebe. “Muss es erst Todesopfer geben, damit sich endlich etwas ändert?“

 Zum Unfallhergang gibt es auch vier Tage später noch keine genauen Angaben seitens der Lübecker Staatsanwaltschaft.

Vater und Sohn waren auf dem Wetbike offenbar außerhalb der Mole auf Höhe von Ansteuerungstonnen unterwegs. Auf der Wasserseite gibt es keine Geschwindigkeitsbegrenzung – hinter den Tonnen, Richtung Land gelten 10 km/h Höchstgeschwindigkeit. Wie schnell die Motoryacht und das Wetbike unterwegs waren und wer Vorfahrt hatte, ist Gegenstand der Ermittlungen seitens der Lübecker Wasserschutzpolizei. 

Vater von Segeljolle geborgen

Der verletzte Vater wurde von der Crew einer Segeljolle geborgen, die später von den alarmierten Rettungskräften in der überfüllten Neustädter Bucht offenbar nur schwer zu finden war. Erst gegen 18 Uhr machten sie die Jolle kurz vor der Hafeneinfahrt aus, kamen längsseits und konnten den Verletzten erstversorgen. 

Das verletzte Kind wurde von Mitarbeitern der Boat-Show aus dem Wasser geborgen und sofort an Land gebracht. 

Der Führer der Motoyacht legte offenbar direkt nach dem Unfall an seinem Liegeplatz an und benachrichtigte die Polizei. Warum er auf dem Wasser keine Erste Hilfe leistete und den verletzten Vater an Bord nahm oder zumindest bei der Jolle blieb, die den Verletzten aufnahm, damit die Rettungskräfte über Funk zur Jolle dirigiert werden konnten, ist unklar.  

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