Irre Rettung: Frachter geht bei sinkenden Segelyacht längsseits – Drei Segler geborgen

Hilfe mit vereinten Kräften

Der schwere Wassereinbruch auf einer Segelyacht hat in der Nacht zu einer spektakulären Rettungsaktion geführt. Dabei kamen ein Frachtschiff, eine 173 Meter Fähre und ein Hubschrauber zum Einsatz.

Der Frachter ist längsseits der Yacht “Hydra 4” gegangen kurz bevor sie sinkt. © MARINE NATIONALE

“Wir sinken!” Der Notruf von Bord der “Hydra 4” war unmissverständlich. 22 Meilen nordöstlich der französischen Kanalküste bei Barfleur drohte eine Segelyacht mit drei Personen an Bord auf Tiefe zu gehen. Die britische Küstenwache hatte die Meldung aufgenommen und an CROSS Jobourg, das für die Überwachung des Verkehrstrennungsgebiete zwischen dem Mont-Saint-Michel und Kap von Antifer bei Le Havre zuständige regionales Einsatzzentrum, weitergeleitet. Ein in der Nähe befindliches Frachtschiff und eine Fähre wurden in Alarmbereitschaft versetzt. Außerdem machten sich ein Rettungsboot und ein Hubschrauber auf den Weg.

Bei der Operation wäre es am einfachsten gewesen, wenn der Frachter die Crew mit seinem Beiboot hätte aufnehmen können. Aber es konnte im schweren Wetter nicht zu Wasser gelassen werden. So koordinierten die Kapitäne der beiden riesigen Schiffe ihre Vorgehensweise auf spezielle Art. Die 173 Meter lange Brittany-Ferries-Fähre “Mont St. Michel” positioniert sich in Luv des Havaristen und schirmte die Rettungsaktion vor Wind und Welle ab. In Lee manövrierte der Frachter an die Yacht heran und schaffte es tatsächlich, sie längsseits zu nehmen. Schließlich gelang es dem Hubschrauber der französischen Marine die Schiffbrüchigen von der auf diese Weise fixierten Yacht zu bergen.

Die 173 Meter lange Fähre “Mont St. Michel” von Brittany Ferries © wikipedia

Er brachte die drei Segler nach Querqueville bei Cherbourg, wo sie von einem Seenotrettungsteam (SECMAR) untersucht wurden. Ihr Zustand erforderte keine Verlegung in ein Krankenhaus.

Als das Rettungsboot “Amiral de Tourville” am Unglücksort eintraf und seine Besatzung die Yacht abschleppen und retten wollte, gelang es nicht, den Wassereinbruch zu stoppen. “Hydra 4” versank. Die Behörden haben eine Meldung an die Schiffahrt herausgegeben, um vor dem potenziellen Hindernis zu warnen. Es befindet sich etwa 20 Meilen vor der Spitze der Halbinsel Cotentin.

Die Gründe für die Leckage sind bisher nicht bekannt geworden.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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