Unglück: Oceanis kracht vor Sardinien auf Felsen und kentert durch – Skipper ertrunken

Folgenschwere Entscheidung

An der Ostküste von Sardinien hat eine Tragödie einen Segler das Leben gekostet. Frau und Hund wurden gerettet. Offenbar wollte der Franzose im Sturm den Hafen anlaufen.

Die Oceanis 393 war am Ostermontag auf dem Weg von Santa Maria Navarrese nach Süden in einen starken Scirocco-Wind geraten, der seinen 62jährigen Skipper dazu veranlasste, nach rund 35 Meilen auf See den Hafen von Santa Maria bei Villaputzu anzulaufen.

Die Oceanis nach dem Unglück. Ihr Skipper konnte nur noch tot geborgen werden. © Guardia Costiera

Diese Entscheidung kostete ihn das Leben. Er hatte offenbar Grundberührung, und die Yacht wurde von der Brandung heftig herumgeworfen. Sie verlor das Rigg und trieb zeitweise kieloben.

Die durchgekenterte Oceanis 393

Hublau, seine 55-jährige Frau und der Hund gingen über Bord. Der Franzose konnte später von der Küstenwache nur noch tot auf den Felsen geborgen werden. Der Frau und ihrem Hund gelang es, sich an der Yacht festzuhalten. Sie wurden von Rettern, die sich per Gummiboot näherten, unverletzt geborgen und unter Schock stehend mit dem Hubschrauber nach Cagliari transportiert.

Auf dem Video eines Passanten sind schemenhaft die Umrisse der Yacht zu sehen, wie sie auf die Felsen trifft:

Sardische Medien zeigen eine Video-Version, in der die Situation genauer festgehalten ist, die zum Unglück führte. Offenbar steht schon in der Hafen-Einfahrt eine hohe Brandung und die Franzosen haben die Fahrrinne nicht richtig getroffen. Der Hafen soll bei diesen Bedingungen gesperrt gewesen sein.

 

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5 Kommentare zu „Unglück: Oceanis kracht vor Sardinien auf Felsen und kentert durch – Skipper ertrunken“

  1. avatar Pitchies sagt:

    Wir haben die Abfahrt in Santa Maria Navarrese gegen 10:00 Uhr beobachtet. Konnten es nicht fassen, das jemand da rausfährt. Die Bedingung dort waren schon extrem schlecht. Die Wellen sind in Santa Maria schon über die Mole geschlagen. Die Ausfahrt aus dem Hafen unter ähnlich schwierigen Bedingungen, wie wohl die Einfahrt in Porto Corallo. Sind gleich zur Mole um zu schauen, wie sich das Schiff bei diesem Wetter schlägt. Er hat dann gleich nach der Ausfahrt Segel gesetzt. Da der Wind, im Gegensatz zur Welle, noch mäßig war, ging das gut. Es sah so aus, als ob er Richtung Festland segelt. Süden konnten wir uns nicht vorstellen, da die Wind und Wellenvorhersagen für Süd-Sardinien noch extremer waren als sie es in Santa Maria Navarrese waren.

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  2. avatar Charly sagt:

    Hallo,

    hat er versucht, in den Hafen Porto Corallo mit der Marina di Villaputzu einzulaufen? Eine Marina Santa Maria bei Villaputzu finde ich auf Navionics nicht.

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  3. avatar Hartmut sagt:

    Weiß jemand, welche Windstärke an diesem Unglückstag war ???

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  4. avatar Pitchies sagt:

    Bei der Abfahrt in Santa Maria Navarrese waren es 15kn Wind, aber durch den Sturm im südlichen Mittelmeer eine schon sehr hohe Welle aus Südost, die am Morgen schon in Santa Maria Navarrese über die Hafenmauer geschlagen ist. Im Süden vor Porto Corallo sollen es laut sardischen Zeitungsberichten 10 Bft. gewesen sein, warum er diesen Hafen anlaufen wollte ist uns ein Rätsel, zumal der Hafen (ebenfalls laut sardischen Zeitungsberichten) zu diesem Zeitpunkt aufgrund des Wetters gesperrt gewesen sein soll. Sowohl Wind als auch Welle liessen sich bereits früh am Morgen aus den Vorhersagen entnehmen (Windfinder und Lamma).

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  5. avatar Klaus sagt:

    Hallo wir waren Montag 50 Meilen vor der Küste Algerien Überführung von Mallorca nach Palermo der Sturm kam mit Windböen von 45 kn SW Welle 4-5 m.

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