Unglück: Rätsel um den Tod eines Seglers auf seinem 30-Meter-Edel-Schoner

War es Mord?

Eine historische 1-Millionen-Euro-Yacht sinkt im Mittelmeer. Am Boot wird die Leiche seines wohlhabenden britischen Eigners gefunden. Was ist passiert?

Ereignet hat sich der Fall kürzlich vor Souda auf der griechischen Insel Kreta. In Großbritannien sorgte er für Diskussionen. Denn laut britischen Medienberichten gibt es Hinweise, die auf einen Mord hindeuten. Die Spekulationen sind vielfältig. Klarheit gibt es bisher allerdings kaum.

Bei dem Toten handelt es sich offenbar um den ehemaligen Marineoffizier Hugh Kerr Bradley Roberts (74), der seit vielen Jahren auf der Insel lebte, dort mehrere Immobilien besaß und als höflicher Exzentriker galt. Sein Boot, der mehr als 100 Jahre alte und 30 Meter lange Schoner Coral of Cowes von Yachtdesigner Fred Shepherd, ist in der Welt der klassischen Yachten gut bekannt. Laut der Boulevardzeitung „The Sun“ habe die Coral of Cowes „zuvor für fast eine Million Pfund zum Verkauf“ gestanden.

Familie befürchtet Mord

The Sun berichtet weiter, dass Roberts an seine fast vollständig versunkene Yacht gefesselt aufgefunden wurde, während sein Hund lebend vom Bug gerettet werden konnte. Seine Familie befürchte einen Mord, vor allem weil der Brite in den vergangenen Jahren in Streitigkeiten um Immobilienprojekte verwickelt gewesen sei.

Doch damit nicht genug. Weiter werden Fachleute, Zeugen und Bekannte meist anonym zitiert, die noch mehr Verdächtiges berichten. Dabei geht es etwa um den eigentlich tadellosen Zustand des Bootes, den ein Taucher festgestellt haben will, um das auffällig schnelle Sinken des Schoners, das gute Wetter am Unglückstag, mehrere Überfälle, die sich bereits in der Vergangenheit ereignet haben sollen und „jede Menge Probleme“, die Roberts am Hals gehabt habe.

Geprüft wurden die Erzählungen bisher noch nicht, mysteriös erscheint die Geschichte aber allemal. Auch die Küstenwache wollte ein Verbrechen nicht ausschließen. Die griechischen Behörden sollen mit weiteren Untersuchungen nun Licht ins Dunkel bringen.

Vierbeiner gerettet

Für den schiffbrüchigen Vierbeiner scheint die Sache immerhin glimpflich auszugehen. Er wurde beim Unglück nicht verletzt und von einem örtlichen Tierschutzverein aufgenommen. „Er hing auf dem Bug der Yacht und versuchte mit all seiner kleinen Hundekraft, sich vor dem Ertrinken zu retten“, erzählte eine Mitarbeiterin gegenüber der britischen Tageszeitung „The Guardian“.

Beim Gesundheitscheck nach der Rettung wurde dann allerdings ein gutartiger Tumor bei Roberts Hund gefunden, der in einer Operation entfernt werden muss. Doch die Hilfsbereitschaft ist groß. „Wir wurden mit Anrufen aus der ganzen Welt überhäuft – von Leuten, die ihn aufnehmen wollen.“

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