Unglück: Yacht geht kopfüber – Zwei Tote nach Kielverlust

Schon wieder...

Der wohl schlimmste Alptraum für Segler ist für eine sechsköpfige Crew real geworden. In der Nacht fiel der Kiel ab und zwei Cremitglieder ertranken.

Sechs Stunden nach dem Start in australischen Fremantle zum  70. Offshore-Rennen Bunbury and Return Ocean Race über 170 Meilen ist die Yacht “Finistere” vom Typ Davidson 50 mit ihrer sechsköpfigen Crew gekentert. Bei harten Bedingungen brach der Kiel ab, und das Schiff drehte sein Rigg unter Wasser.

Der Racer-Cruiser “Finistere” vom Typ Davidson 50. © mandurahmail.com.au

Kurz vor Mitternacht erreichte ein Seenot-Signal das Australian Marine Safety Authority (AMSA) in Canberra und die Retter versuchten, das Schiff per Funk zu erreichen. Aber der Kontakt konnte nicht hergestellt werden.

Als sich 15 Minuten später  der Regatta-Tracker nicht aktualisierte, alarmierte AMSA die Wasserschutzpolizei in Fremantle und das RAC, die australische Version des ADAC, die eine Rettungs-Helikopter-Flotte unterhält. Zufällig war die Organisation in dem Gebiet mit einem Training beschäftigt, und so erschien ein Hubschrauber schon 30 Minuten nach der Auslösung des Notsignals bei der Yacht. Er fand “Finistere” kopfüber und halb unter Wasser.

Segler ziehen fünf von sechs Menschen an Bord

Inzwischen waren drei Crews der 16 Teilnehmer -Yachten zur Unglücksstelle 11 Meilen südwestlich von Manurah umgeleitet worden, um Hilfe zu leisten. Ihnen gelang es, fünf der sechs Segler aus dem Wasser zu bergen.

“Finistere” kurz nach dem Start

Vier Crewmitglieder wurden nicht ernsthaft verletzt, aber der 60-jährige Paul Charles Owens soll zu diesem Zeitpunkt bereits tot gewesen sein. Rob Thomas (70), der erfahrene Skipper und Vize Kommodore vom Fremantle Sailing Club, blieb vermisst.

Die Polizei leitete beginnend mit dem ersten Licht am Morgen, eine umfangreiche Suche ein unter anderem mit zwei Helikoptern. Gegen Mittag wurde der leblose Körper gefunden und geborgen. 

Hohe Sicherheits-Kategorie

Wie es genau zu dem Unfall kommen konnte, ist noch nicht bekannt. Die Yacht hat schon an drei Sydney-Hobart-Races teilgenommen, und das aktuelle Rennen wurde nach der hohen Sicherheits-Kategorie 3 veranstaltet. Alle Segler müssen Rettungswesten tragen und sollen angeleint sein. Aber das hilft nicht besonders viel, oder ist sogar gefährlich, wenn das Schiff seinen Kiel verliert und plötzlich durchkentert. 

In letzter Zeit scheinen sich solche Vorfälle zu häufen. Aber vermutlich wird einfach mehr oder offener darüber berichtet. Bei der Davidson 50 aus der Feder des bekannten America’s Cup Designers Laurie Davidson, der zahlreiche Serien-Yachten konstruiert hat, handelt es sich schon um ein älteres Modell aus den 90er Jahren.

Allerdings hat es Anfang des Jahres noch das Sydney Hobart Race absolviert und sollte entsprechend gewartet worden sein. Zumal der gestorbene Skipper zu den sehr erfahrenen Seglern in Australien gehört. Ob aber auch die Kielbolzen entsprechend untersucht worden sind? Die Überprüfung ist aufwendig.

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Carsten Kemmling

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