Untergang: Deutsche Bavaria 46 sinkt vor Bornholm – Taucher filmt leckgeschlagene Yacht

Gespenstisch

Unterwasser-Bilder transportieren eine gedämpfte, traurige Stimmung. Die passt zum Untergang einer deutschen Bavaria 46 vor Bornholm. 10 Menschen wurden gerettet.

Es passierte am 31. August vor der dänischen Insel Bornholm. Um 6:22 morgens ging bei der dänischen Rettungsleitstelle (JRCC) ein Notruf ein. Vor dem Hafen Svaneke war die Bavaria 46 Cruiser “Aglaia” in schwere Bedrängnis geraten. Die unter deutscher Flagge segelnde Yacht mit Heimathafen Breege auf Rügen, war auf einen Felsen aufgelaufen und die Crew konnte sich nicht mehr aus eigener Kraft befreien.

Die “Aglaia” wird bei Svaneke vom Felsen geschleppt.

Zehn Menschen befanden sich an Bord. Die Polen hatten die Yacht bei der einheimischen Firma Baltica gechartert, die eine Flotte von 23 Yachten unterhält. Sie operieren von den Stützpunkten in Swinemünde, Kolberg und Gdynia an der ponischen Küste.

Navigatorischer Fehler?

Laut dem Hafenmeister in Svaneke war “Aglaia” am Vortag in Begleitung von zwei weiteren Yachten der Charterfirma gegen Mittag angekommen und gemeinsam mit ihnen in den frühen Morgenstunden des Freitags wieder Richtung Polen ausgelaufen.

Die Bavaria 46 unter Wasser. Die deutsche Nationale ist arg mitgenommen

Bei starkem Wind und hoher Welle sei die Yacht zu nahe unter Land geraten und auf die Felsen gehoben worden. Möglicherweise habe es sich um einen navigatorischen Fehler der Chartercrew gehandelt. Die beiden anderen Besatzungen haben von dem Vorfall offenbar nichts bemerkt.

Als der Notruf bei der Rettungsorganisation einging, setzte sich von Nexø aus ein Rettungsboot der Bornholmer Feuerwehr mit Tauchern an Bord in Bewegung. Gleichzeitig starteten zwei Rettungshubschrauber.

Der schwere Schaden am Rumpf der Bavaria.

Das Rettungsboot traf zuerst an der Unglücksstelle ein und schaffte es, die leck geschlagene Yacht von den Felsen zu schleppen. Die Retter versuchten Pumpen an Bord zu bringen, um den Wassereinbruch zu stoppen. Aber es drang zu viel Wasser ein, und so wurde die schnelle Evakuierung der polnischen Besatzung in die Wege geleitet. Trotz des starken Seegangs gelang das Übersetzen der Segler auf das Rettungsboot.

Kurz danach sank die Bavaria 46 und liegt seitdem auf 37 Metern Tiefe vor dem Svaneke Hafen. Dort sah sich am Wochenende der Bornholmer Taucher Lars Phlipsen die Lage unter Wasser an. Er fand den schwer beschädigten Rumpf aufrecht stehend, verkeilt zwischen Felsen. Das Leck ist gut zu sehen. Das Rigg hat den Untergang offenbar nahezu unbeschadet überstanden. Die Bilder der auf dem Meeresgrund stehenden Yacht wirken gespenstisch.

Der Hafenmeister sagt gegenüber dänischen Medien, er glaube nicht daran, dass die Yacht gerettet werden könne. Sie werde immer weiter vom Wellengang zerstört, bevor die Bergung organisiert werden kann. Eine Gefahr durch auslaufenden Diesel sieht er nicht.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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5 Kommentare zu „Untergang: Deutsche Bavaria 46 sinkt vor Bornholm – Taucher filmt leckgeschlagene Yacht“

  1. avatar Stina sagt:

    Oha, die Yacht haben wir kurz vorher noch im Vorhafen von Allinge liegen sehen. Das ist etwas gruselig.

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  2. avatar Jan sagt:

    @03:30 im Video kein Propeller am Saildrive ?!

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  3. avatar Susanne sagt:

    Ich kann mir vorstellen, dass der Propeller und das Ruderblatt beim Runterschleppen vom Felsen abgebrochen ist. Die Badeplattform schwebt auch “über” dem Schiff. Schade um das schöne Schiff. ;(

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  4. avatar Heavyweather sagt:

    Nur ein Plastikschiff…
    Zum Glück wurden alle gerettet.

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