Video Fundstück: Chartercrew mit Problemen – 70 Knoten Windstärke vor Santorini

„Pan-Pan! Pan-Pan!“

So kann’s passieren: eine Crew wird von heftigem Wind überrascht (Meltemi?), reagiert zunächst etwas panisch, verliert ein Vorsegel, schafft es unter Motor in den Windschatten einer Insel und filmt alles! 

Das mitreißend, weil mittendrin gedrehte Video könnte man als eine Art Lehrstück bezeichnen. Arbeitstitel: „Mehr Glück als Verstand“. Was bitte nicht falsch verstanden werden soll – schließlich sind wir alle schon mal in kritischen Situationen gewesen, nach deren Ausgang wir uns gefragt haben: „Wie kannst du nur?“ oder „warum hast du nicht?“ und überhaupt „was wäre, wenn…?“ 

Insofern ist dem Filmer zu danken, dass er das Rückgrat besessen hat und dieses Video ins Internet stellte. Schließlich war vorauszusehen, dass sich die allseits besserwisserische Segelgemeinde genüßlich auf ihn und sein Werk stürzen wird. Mehr als 450 Kommentare sprechen Bände.

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4 Kommentare zu „Video Fundstück: Chartercrew mit Problemen – 70 Knoten Windstärke vor Santorini“

  1. avatar Backe sagt:

    Ich will mich gar nicht mit besserwisserischen Hinweisen zu dem Video äussern – wohl aber eine allgemeine Beobachtung zum Revier loswerden:

    Ich habe noch nirgendwo so viele abgefuckte, nur bedingt funktionstüchtige Charterschiffe gesehen, wie in der griechischen Ägäis.
    Das Material wird bei den dort recht oft vorherrschenden 30kn+ Bedingungen und der brutalen UV-Einstrahlung einfach extrem belastet. Dazu kommt eine oftmals – sagen wir mal freundlich – kreative Wartung der Charterschiffe während der laufenden Saison. Wir haben letzten Sommer dort gesegelt und gleich mehrere Havaristen gesehen, u.a. ein Charterboot mit aus der Halterung gepoppter Saling und ein anderes, das bei 25 kn steuerunfähig mit kaputter Ruderanlage vor Siros trieb und von uns in den Hafen geschleppt wurde.

    Also: Wer in der Ägäis chartert … Augen auf bei der Bootsübernahme. Alle wichtigen Funktionen prüfen und ggf. sofort reparieren lassen.
    Was so ne blöde Rollanlage ausmacht, wenn sie eben nicht mehr richtig und unter allen Bedingungen funktioniert, ist hier zu sehen.

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  2. avatar Borgfels sagt:

    Thema Rettungswesten: Da bereits deutlich gerefft und auch Welle war, hätte man doch schon erwarten können,
    dass die Rettungswesten nicht erst während der Situation angelegt werden, sondern schon vorher. Daher in diesem Fall etwas blauäugig unterwegs. Der Überraschungsmoment, dass der Wind plötzlich aufdreht, der kann passieren. Hatten wir vor Athen auch schon und haben 2mal auf der Seite gelegen.

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  3. avatar breizh sagt:

    Eigentlich finde ich solche Videos immer eher lehrreich bzw. informativ. Allerdings wäre es schön, wenn Euch einige Verbesserungsvorschläge auch mitgeliefert werden, denn sonst ist es eigentlich mehr effekthaschend und nicht die Qualität, die ich von SR gewohnt bin.

    Was hätte die Crew besser bzw. anders machen sollen?

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 9 Daumen runter 0

  4. avatar Naseimwind sagt:

    Wir hatten auf einem Charterschiff in Kroatien auch schon das Problem, dass die Trommel der Rollreffanlage unterdimensioniert war und keine separate Winsch zum Reffen zur Verfügung stand. Bei Boraböen war das Vorsegel kaum zu Reffen und gelang nur durch kreatives umlegen der Rollfockleine auf eine Fallwinsch auf dem Kajütdach.
    Bei solch starken Winden zerfetzt ein killendes Vorsegel in der Serienbootqualität sehr schnell (auf einem benachbarten Boot im Hafen von Piombino ein aufgrund klemmender Rollanlage teilausgerolltes Segel innerhalb von wenigen Sekunden bei 40kn Wind).
    Das ist auch der Grund warum man mit Charterbooten i. d. R. laut Vertrag bei Starkwind nicht auslaufen darf.
    Das hilft einem aber nicht wenn man draußen überrascht wird! in Revieren wie der Adria und dem Tyrrhenischen Meer hat sich der Wetterbericht als sehr unzuverlässig erwiesen. GRIB-Daten wären da noch am besten.
    Deswegen bin ich mit belehrenden Kommentaren sehr vorsichtig.
    Wir haben mittlerweile eine eigene HR29 und da merkt man was das Material für einen Unterschied macht! Auch liegt ein solches klassisches Boot bei Segelmanövern aufgrund der alten Rumpfform auch ruhiger als die Volumenboote die gängigerweise verchartert werden (kommt allerdings rausschots auch nicht ins surfen).
    Grundsätzlich gilt für mich, wenn ich das erste Mal an’s Reffen denke mache ich es auch. Die Male wo ich es (aus Faulheit) nicht getan habe habe ich mich nachher über mich selber geärgert.

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