Video Fundstück: Die Holz-Ketsch Tzu Hang scheitert 1956 vor Kap Hoorn

"Tzu Hang" im Sturm

Drama vor Kap Hoorn. Der Film zeigt die Schwerwetterbedingungen, unter denen "Tzu Hang" unterwegs war © smeeton

Drama vor Kap Hoorn. Der Film zeigt die Schwerwetterbedingungen, unter denen “Tzu Hang” unterwegs war © ITN

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Mr. und Mrs. Smeeton, John Guzzwell und die Siamkatze Pwe auf der 46-Fuß-Ketsch im Sturm. s/w-Film von einem legendären Törn.

Fast schon wie selbstverständlich runden heutzutage ein paar Dutzend Yachten im Jahr das Kap Hoorn. Ob während aufwändiger Langstrecken-Regatten auf hochgezüchteten Boliden (wie derzeit die Barcelona World Race-Teilnehmer auf ihren IMOCA) oder im Cruising-Modus auf dem Weg zwischen Pazifik und Atlantik – das „Kap“ ist legendär, ihm gebührt Respekt, gilt aber längst nicht mehr als „unbezwingbar“.

Das war 1956 noch anders. Damals hatten es überhaupt nur ganz wenige Yachten geschafft, das zumeist sturmumtoste Kap zu runden. Der südlichste Punkt des amerikanischen Kontinents galt als der Mount Everest der Segler – und der höchste Berg der Erde war ja auch gerade mal drei Jahre zuvor erstmals bezwungen worden.

Abenteurer – very british

Das Ehepaar Miles und Beryl Smeeton gehörte zu den damals häufig anzutreffenden Briten, die nach dem 2. Weltkrieg nicht wieder in das vermeintlich normale Leben zurück wollten. Beide waren „abenteuerlustig“ und eingefleischte Weltenbummler, nicht zuletzt wegen Miles’ Offizierslaufbahn in den britischen Kolonien. Sie kletterten auf Himalaya-Riesen, machten ausgedehnte Reisen durch die Wüsten dieser Welt und kauften sich 1951, ohne jegliche Segelkenntnisse, in England die 46-Fuß-Teakholzketsch „Tzu-Hang“  (gebaut 1936 in Hongkong).

Auf ihr schipperten sie nach British Columbia (durch den Panama-Kanal), wo sie eine Farm gekauft hatten. Die Sesshaftigkeit passte den beiden dann doch nicht so ganz, und schon 1955 siedelten sie nach Australien um – auf der Tzu Hang.

1956 wollten sie auf der alten Clipper Route von Melbourne nach England, wo ihre Tochter auf dem Internat büffelte.

Sie nahmen den jungen John Guzzwell an Bord, der mit einem kleinen Holzboot bereits um die Welt gesegelt war und die beiden vor allem bei der Rundung des Kap Hoorn unterstützen sollte.

Das Buch Der Smeetons zu ihren Kap Hoorn-Abenteuern © amazon

Das Buch Der Smeetons zu ihren Kap Hoorn-Abenteuern © amazon

Die gestaltete sich dann auch tatsächlich als diffizil. Höhe Kap gerieten die Abenteurer in Schwerwetter. Eine Monsterwelle brachte die Ketsch zum Kentern, der Hauptmast brach. Beryl, die am Ruder stand, wurde verletzt und ins Wasser geschleudert. Es grenzt an ein Wunder, dass die beiden Männer Beryl in der aufgewühlten See wieder auf das manövrierunfähige Schiff zurückholen konnten.

Rettung grenzt an ein Wunder

Die Drei segelten unter Notrigg nach Chile, wo das (auch am Rumpf) schwer beschädigte Schiff repariert wurde.

Ein Jahr später versuchten die Smeetons erneut, das Kap zu umrunden und scheiterten – diesmal unverletzt – an nahezu der gleichen Stelle wie ein Jahr zuvor.

Ihre Abenteuer beschrieben sie in dem legendären Buch „Once is enough“.

Der Film zeigt einzelne Passagen von ihrer ersten Sturmfahrt, kommentiert mit distinguiertem, britischen Akzent.

S/W-Aufnahmen mit Charakter!

Tipp von SR Leser André Mayer

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