Video Fundstück: Trauriger Untergang vor den Shetland Inseln

Im letzten Moment abgeborgen

Nicht schön, einer sinkenden Yacht zuzusehen. Es hat etwas Schmerzvolles, Mitreißendes. Schaurig, die Vorstellung, dass einem der Segeluntersatz unter dem Hintern wegsacken könnte.

Die Norweger warten auf ihrem 29 Fußer auf Hilfe. Die Segel sind zerrissen, Wasser dringt ein. © Shetland Coastguard

Das Undenkbare ist den Norwegern Daniel Birkel und Andreas Bernsten 2009 nahe der Shetland-Inseln mit ihrem 29 Fußer “Serenity Now” passiert. Bei sechs Windstärken und rauem Wellengang 80 Meilen östlich von Lerwick wurde die Yacht der Segler aus Bergen manövrierunfähig, als die Segel zerrissen. Dann schlug das Schiff leck.

Die Crew setzte einen Funk-Notruf ab, der von dem Fischerboot “Budding Rose” aufgefangen wurde. Die Fischer verständigten die Shetland Küstenwache, die daraufhin die Rettung koordinierte.

Sie wollten eigentlich, dass die “Budding Rose” den Havaristen in Sicherheit schleppt, schickten dann aber doch einen Helikopter. Die Situation wurde für die Norweger immer bedrohlicher, weil der Wasserstand stieg. Dann brach die Kommunikation ab, weil das Wasser die Funkanlage erreichte.

Die Segler schossen rot und machten der Hubschrauber-Besatzung klar, dass sie abgeborgen werden wollten. Für die nahen Fischer wäre das Manöver im starken Seegang sehr schwer möglich gewesen.

Die Retter winschten die Norweger hoch und brachten sie zum Festland. Eigentlich hätten sie an Bord bleiben wollen, erzählt die Crew später im Radio. Aber dann entschieden sie sich doch dagegen. Im letzten Moment. Fünf Minuten nach dem Verlassen der “Serenity Now” versank sie in der Nordsee.

Tipp: Uwe Röttgering

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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3 Kommentare zu „Video Fundstück: Trauriger Untergang vor den Shetland Inseln“

  1. avatar Kurt sagt:

    Ein Bilderbuchuntergang! Diese Ästhetik des ungewollten! Der Untergang fern von jedem ubernatürlichen Schicksal auf Mutter erden! Ganz seicht blubbern die überrestlichen Luftvorräte aus dem einst so Geborgheit gebenen Schiffsinneren. Doch nun wird das schwimmende Heim, der Hobby windvoranschreiter in die dunklen Tifen des Ozeans eingehen. Die Blicke der Fischer werden die letzten menschlichen gewesen sein, die dieses anmutende Antlitz des für 8000 Kronen bei Ebay, einem internationalen digitalen interaktiven Wahrenauktionshauses ersteigerten Wasseruntersatzes sein. Das ermächtigende GFK Billiggewebe von CTM wird nun noch den Miesmuscheln (Mytilus) und den Dorschen (Gadiformes Gadoidei) und den Rotbarschen (Sebastes marinus) als geschenktes Eigenheim dienen.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 12 Daumen runter 6

  2. avatar Marc sagt:

    Ein Versicherer muss schnell vor Ort sein, nur so kann er den Schaden schnell eindämmen und gering halten. Zitat des alljährlichen Pantaenius Mannes der Boot Ende 😉

    Die Wellen sehen so schön gleichmäßig aus. So richtig schön zum Runtersurfen.

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  3. avatar Ketzer sagt:

    Gibt’s eine Info dazu, wieso das Ding leckgeschlagen ist? Das waren zwar relativ kurze Wellen, aber sah ja nicht bedrohlich aus. Keine Brecher, die vielleicht was eindrücken oder so.

    Ist das eine optische Täuschung, oder macht Das Ding plötzlich richtig Vorwärtsfahrt, als es einmal unter der Oberfläche verschwunden ist?

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