Volvo Ocean Race: Wie der Start-Unfall mit “Spindrift” passierte – Frau schwer verletzt

"Schrecklicher Tag"

Das Ruder des Spindrift Trimaran schlitzt das Bummiboot auf.© S. Evrard

Das Ruder des Spindrift Trimaran schlitzt das Bummiboot auf.© S. Evrard

Nachdem beim Start zum Volvo Ocean ein schwerer Unfall des Maxi Trimarans “Spindrift” mit einem Schlauchboot der Wettfahrtleitung kollidiert ist und eine Frau schwer verletzt wurde, äußert sich jetzt ein Augenzeuge.

Der Fotograf Jean-Sebastien Evrard hat den Vorfall auf einem Medienboot aus nächster Nähe beobachtet.  Er beschreibt, wie der 40 Meter Trimaran in der Nähe der Startlinie mit seinem Luv-Ruder über das Gummiboot geriet und damit eine Frau schwer am Bein verletzte. Sie musste per Hubschrauber in ein Krankenhaus transportiert werden.

Evrard sah, wie der “Spindrift” Tri, dem als “Banque Populaire” die schnellste Weltumsegelung aller Zeiten gelungen ist, aus dem Stillstand auf Steuerbord-Bug wendet und beschleunigt. Er rast auf eine Gruppe der Organisationsboote los, und plötzlich wird es gefährlich.

Spindrift 2: 40 m Länge, 23 Meter Breite, 21 tonnen Verdrängung, 804 Quadratmeter Segelfäche max. © rdr

Spindrift 2: 40 m Länge, 23 Meter Breite, 21 tonnen Verdrängung, 804 Quadratmeter Segelfäche max. © rdr

Der Steuermann kann nicht viel sehen und er hat mit dem Monster wenig Spielraum zum Manövrieren. So sieht er das Gummiboot nicht, das auf Kollisionskurs ist. Dessen Fahrer stoppt, um auszuweichen, aber Evard sagt: “Er wirkt wie erstarrt, so wie wir auf dem Presseboot.”

Sie springen in Panik über Bord

Dann kommt es zum Zusammenstoß. Er ist unvermeidlich. “Ich sehe, wie einige der Gummiboot-Besatzung  in Panik über Bord springen. Rettungswesten blasen sich auf als sie mit dem Wasser in Berührung kommen. Eines der Ruder schlitzt mit einem hässlichen Geräusch das Gummi auf. Eine Frau wird heftig über Bord geschleudert.

Reflexartig drücke ich auf den Auslöser meiner Kamera. Warum? Ich weiß es auch nicht…Ich hatte nicht die Zeit, zu verstehen, was da gerade passiert. Wir fahren auch sofort zum Unglücksort. Aber zwei Teams des offiziellen Rettungsorganisation sind schneller und nehmen die Sache in die Hand.

Ein großer Blutfleck breitet sich langsam im Wasser neben dem Boot aus. Nach zwanzig Minuten kommt ein Helikopter an, der das Opfer in ein Krankenhaus nach Lorient bringt. Die Frau ist schwer verletzt. Ein schrecklicher Tag.” – besonders für Spindrift Skipper Yann Guichard. “Wir sind sehr betroffen und schwer mitgenommen nach dem Unfall”, sagt er in einer Stellungnahme. “Unsere Gedanken sind bei der Verletzten und ihrer Familie. Natürlich kooperieren wir auf engste Weise mit der Küstenwache, die den Vorfall untersucht.”

 

 

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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2 Kommentare zu „Volvo Ocean Race: Wie der Start-Unfall mit “Spindrift” passierte – Frau schwer verletzt“

  1. avatar Hans sagt:

    Wenn schon der Fotograf von sich aus versucht das Ablichten dieser Szene zu rechtfertigen und betont im Affekt abgedrückt zu haben, spätestens dann sollte man sich als Redaktion Gedanken zum Pressekodex machen. Und sich die Frage stellen, ob die Veröffentlichung des Bildes für das Verständnis des Unfallgeschehens wirklich erforderlich ist und ob die Persönlichkeitsrechte des Opfers durch die Veröffentlichung des Bildes in Gefahr geraten, ganz unabhängig davon, welche und wieviele Medien das Bild bereits veröffentlicht haben.

    Auf diesem Bild sieht man das Opfer, wie es unmittelbar im Unfallgeschehen, in Todesangst versucht dem Geschehen zu entkommen. Die Veröffentlichung dieses Bildes halte ich daher für unangebracht. Und wie gesagt, verantwortlich ist nicht die Agentur oder die anderen Medien, sondern jede Redaktion trägt selbst die Verantwortung für ihre Veröffentlichungen.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 20 Daumen runter 12

  2. avatar lauterbach sagt:

    diese boote (trimaran) sind auf weiter see gut zu handeln, aber in dichten hafengewässern, noch dazu mit zuschauer booten, pressebooten st es sehr schwer, diese geschosse einzuschätzen, sie beschleunigen enorm,
    brauchen viel platz zum wenden und halsen und sind für leute, die damit wenig kontakt haben, gefährlich.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 2 Daumen runter 6

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