Vortex Pod Racer: Einhand Rakete auf Tragflächen – “Jedermann”-Flieger von der Moth-Werft

2.4 mR in schnell

McConaghy Boats beschert der Segelwelt die Foiling-Moth Mach 2 und Wasp. Nun soll der Vortex Pod Racer die Tragflächen-Technik einem größeren Kundenkreis zugänglich machen.

So soll der Vortex Pod Racer aussehen. © McConaghy Boats

Fliegen wie die Cupper-Teams? Die australischen Foiler-Spezialisten von McConaghy Boats glauben, dass der Hype mit der Fliegerei auf dem Wasser weitergeht und haben dafür eine neue Speed-Maschine entwickelt, die einfacher zu bedienen sein soll als etwa die im eigenen Haus produzierten Motten vom Typ Mach2 oder die immer besser funktionierende und sich weiter verbreitende Onedesing-Version Wasp.

Der Pilot steuert mit den Füßen. © McConaghy Boats

Die Werft in Sydney, die mehr als 200 Mitarbeiter in Australien, China und Hong Kong beschäftigt und auch große Yachten und Katamarane produziert, hat das Design für seinen neuen Vortex Pod Racer veröffentlicht.

Hohes, schmales Rigg. © McConaghy Boats

Dabei handelt es sich um eine Ein-Personen-Segelrakete auf Foils, die Höchstgeschwindigkeit im Stil des America’s Cups verspricht, aber einfach zu bedienenden sein soll. Der Pilot sitzt in einem bequemen Sitz, lenkt mit den Füßen und bedient die Trimmelemente mit Leinen aus dem Cockpit. Das Setup erinnert an das Cockpit eines 2.4 mR. Das Boot sollte sich aber ungleich schneller vorwärtsbewegen.

Mark Evans, Miteigentümer und Geschäftsführer von McConaghy Boats, sagt, er will Seglern die Möglichkeit geben, den Nervenkitzel des Highspeed-Foilings zu erleben, ohne dabei auf einer Foiling Moth herumklettern zu müssen. Er spricht damit ausdrücklich ein älteres Publikum an.

Inspiration durch Eissegler

Dabei sei er auch von den hohen Geschwindigkeiten inspiriert worden sein, die von den DN-Eisseglern erreicht werden. Auch sie werden nur aus einem einfachen Cockpit gesteuert und balancieren auf zwei Auslegern. Beim Vortex Pod fliegt der Pilot das Schiff wie ein Flugzeug. Er steuert Trimmung und Krängung mit einem Joystick und lenkt mit Fußpedalen. Dabei soll das Dreibein etwa einen Meter über dem Wasser schweben und 30 Knoten erreichen.

Das Cockpit mit dem Trimmleinen. © McConaghy Boats

Geringes Gewicht durch den Bau aus Kohlefaser ist Pflicht. Der Vortex soll schon bei relativ geringem Speed abheben und stabil auf seinen Foils segeln. Die eingebaute Elektronik zeigt Windrichtung, Windgeschwindigkeit, Bootsgeschwindigkeit, Trimm und Krängung an. Das Projekt sieht vor, an verschiedenen Orten virtuelle Kurse gegeneinander segeln zu können. Wie das genau funktionieren soll, ist bisher nicht näher spezifiziert.

Steuermann-Cockpit wie beim Eissegeln oder dem 2.4 mR. © McConaghy Boats

Der Vortex soll aber wie eine Jolle geslippt werden können. Der faltbare Beam ermöglicht es, das Boot mit aufgestelltem Rigg auf einem Slipwagen zu lagern. Dadurch werde die Aufbauzeit auf ein Minimum reduziert, heißt es in einem ersten Prospekt. Der kleine Trimaran soll in den McConaghy-Anlagen im chinesischen Zhuhai gefertigt werden.

Günstig ist der Spaß nicht. Umgerechnet rund 33.000 Euro soll die Basis-Version kosten. Dazu kommt Ausrüstung im Wert von rund 9500 Euro – nicht gerade ein Angebot für “jedermann”.

Website Vortex Pod Racer

Vor zwölf Jahren hat schon einmal Hobie Cat versucht, die Welt des einfachen Highspeed-Foilings mit seinem Trifoiler zu erschließen. So richtig durchgesetzt hat sich dieses Gefährt nicht. Vielleicht war die Zeit noch nicht reif.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

4 Kommentare zu „Vortex Pod Racer: Einhand Rakete auf Tragflächen – “Jedermann”-Flieger von der Moth-Werft“

  1. avatar moritz sagt:

    Schade das dass Boot so Teuer ist. Vom Konzept her allerdings super. Grade so ein (schnelles) Boot könnte es auch mal im breiteren Stil ermöglichen eine Klasse zu etablieren in der Menschen mit und ohne Behinderung gleichermaßen antreten können. Davon eine günstigere Version, wie die Waszp zur Motte wäre ein schöner nächster Schritt.

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  2. avatar Erik sagt:

    Hm, das mit dem Hobie TriFoiler war doch nicht “vor zwölf Jahren”? Das Video bei YouTube wurde in der Tat 2010 hochgeladen, aber schon da als “Archive Video” benannt. In Internetquellen ist was von einer Bauzeit von 1992-1999 oder auch 1994-1999 zu lesen, die Vorgänger schon ab 1981 … keine Ahnung, ob das stimmt.

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  3. avatar Matthias Pape sagt:

    Nur ganz wenige beherrschen das Foilen, und noch weniger Leute wollen Foilen. Muss den jede Bootsgröße jetzt Folien. Halte es für Quatsch . Wo sollen die fliegenden Kisten den Segeln und wer soll die Leute vor den Unfällen Schützen,

    Matthias Pape 2,4mR Segler

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  4. avatar PL_arch sagt:

    “Aufsehen erregte der Trifoiler, ein Tragflügel-Trimaran mit doppeltem Surfrigg, der als das “schnellste je in Serie gebaute” Segelfahrzeug vermarktet wurde und der 1992 mit 43,55 Knoten den Geschwindigkeitsweltrekord für Segelboote der Klasse A aufstellte, der heute noch gilt.” steht in der Yacht. Also schon 30 Jahre alt! Respekt, was sich Herr Alter so alles hat einfallen lassen!

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