Wasserpest: Pflanzen-Plage lässt Segler verzweifeln – Hilft neue Technik?

Kampf gegen die Pest

Immer wieder sorgt eine ursprünglich aus Amerika stammende Pflanze in den Ruhrstauseen für Ärger bei Wassersportlern. Die Wasserpest wuchert auch in diesem Sommer bis unter die Wasseroberfläche.

Das Problem „Elodea“, oder auch „Wasserpest“, ist nicht neu. Seit Jahren beeinträchtigt die Wasserpflanze den Wassersport auf den Seen an der Ruhr in Nordrhein-Westfalen – mal mehr, mal weniger ausgeprägt, je nach Bedingungen. Dabei ist das Wachstum der Elodea eigentlich kein schlechtes Zeichen. Sie fühlt sich in klarem Wasser besonders wohl.

Bei starker Lichteinstrahlung wächst sie schnell und üppig – bis zu zehn Zentimeter wöchentlich. Mitunter wird der Pflanzenteppich auf Baldeneysee, Harkortsee und Co. so dicht, dass es für die Boote kein Durchkommen mehr gibt. Zahlreiche Segler mussten bereits freigeschleppt werden. Und kentern oder schwimmen kann richtig gefährlich werden.

Der Ruhrverband und die Wassersportler forschen und testen deshalb bereits seit Längerem, wie die Wasserpest effektiv beseitigt werden kann. Zuletzt war ein Rollenpflücker im Einsatz, der allerdings nicht viel ausrichten konnte.

Als kürzlich wieder einmal große Teile des Baldeneysees „zugewachsen“ waren, begannen Mähboote über den See zu fahren, um die Lage zu verbessern. „In diesem Jahr wuchern die Wasserpflanzen auf jeden Fall wieder mehr als im vergangenen Jahr“, berichtet Markus Rüdel vom Ruhrverband dem WDR. Deshalb wurde extra ein weiteres Mähboot aus den Niederlanden angefordert.

768 Tonnen Wasserpflanzen wurden in der Saison 2018 per Mähboot aus dem Baldeneysee geholt. Im vergangenen Jahr waren es weniger. Zwar sorgen die Boote für Abhilfe, sie können aber erst zum Einsatz kommen, wenn die Pflanzen bis dicht unter die Wasseroberfläche gewachsen sind. Erst dort sind sie von der Bootsbesatzung gut zu sehen, dann beeinträchtigen sie den Wassersport allerdings auch bereits massiv.

Hoffnung auf mehr Effizienz bringt nun ein GPS-basierter Fahrassistent, der es möglich macht, Mähgebiete zu definieren und diese frühzeitig systematisch abzufahren. Entwickelt wurde das System in Zusammenarbeit mit dem Ruhrverband und FernUniversität Hagen von zwei Mitgliedern des Yachtclubs Harkortsee. Mittlerweile ist die Software in der Lage, das Boot vollautomatisch zu steuern. Am nicht weit entfernten Baldeneysee bekundete man bereits Interesse an der neuen Erfindung, die endlich Erleichterung für den Wassersport der Region bringen könnte.

3 Kommentare zu „Wasserpest: Pflanzen-Plage lässt Segler verzweifeln – Hilft neue Technik?“

  1. avatar Thomas Mai sagt:

    Hat doch jeder Trecker und Mähdrescher. Schlagen wir seit Jahren vor. Ist nicht mal besonders teuer und würde die Effektivität der Mähboote immens steigern.
    Toll wenn es jetzt endlich käme.

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