Wellenbildung: Neue Studie dokumentiert immer höhere Freakwaves

Kaventsmänner wachsen

Sie gehören zu den größten Gefahren auf See: Monsterwellen, die gut und gerne mehr als 20 Meter hoch sein können. Eine britische Studie ergab nun Erschreckendes: Die Riesenwellen wurden in den letzten Jahren immer größer.

Ein Freak-Sturm wurde zu TPs Verhängnis © angusnoble

Wellenungetüm auf offener See. © angusnoble

Lange Zeit hielt man Monsterwellen, Riesenwellen, Kaventsmänner oder Freakwaves, für einen Mythos. Ganz plötzlich entstehende gigantische Wände aus Wasser, die Schiffe verschlingen und Menschen vom Strand ins Wasser reißen? Ja, die gibt es tatsächlich. So viel weiß man inzwischen.

Ist eine Welle doppelt so hoch wie der Durchschnitt des höchstens Drittels der Wellen in der Umgebung, gilt sie als Monsterwelle. Voraussetzung sind schwere Stürme – und viele Wellen, die sich zu einem Kaventsmann addieren. Wie, wo und warum die zerstörerischen Riesen genau entstehen, wird seit Jahren intensiv untersucht. Zuletzt ist es Forschern überraschend gelungen die Situation im Labor zu simulieren.

30 Meter hohe Wellen

Nun hat ein Team aus Ingenieuren und Ozeanografen der University of Southampton sowie Forschern des National Oceanography Centre (NOC) Langzeitdaten von 15 Meeresbojen analysierte, die Oberflächendaten entlang der Westküste der USA liefern. Ihre Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Scientific Reports veröffentlicht.

Die Entdeckungen des Forscherteams sind für Segler besorgniserregend. Zwar ging die Anzahl der gefährlichen Monsterwellen im Laufe des 20-jährigen Untersuchungszeitraumes leicht zurück, ihre Größe jedoch wuchs. Wellen mit über 30 Metern Höhe sind gemessen worden.

Eine weitere Erkenntnis: Je nach Meeresgebiet und betrachteter Zeitspanne variierten die Fälle stark. Es sei also wichtig, erklärte Forschungsleiter Professor Meric Srokosz vom NOC, geografische, saisonale und jährliche Schwankungen zu berücksichtigen. Alex Cattrell, leitender Forscher der Studie von der University of Southampton, ergänzte: „Das Wissen darüber, wann und wie diese seltenen Ereignisse auftreten können, ist sowohl für Seeleute als auch für die Wirtschaft äußerst wichtig.“

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