Weltumsegler melden sich nach Piratenangriff zurück – und danken der Community

Es geht weiter!

Das Leben des Traums endete für Nina und Mario vorerst mit einer Waffe am Kopf in einer Bucht in Panama. Doch es soll weitergehen. Die beiden Weltumsegler melden sich zurück.

Selbst zwei Monate nach dem Piratenangriff kämpfen Nina und Mario mit ihrem Emotionen, als sie sich auf ihrem Youtube-Kanal “Sailing Seatramp“ zurückmelden. Die beiden angehenden Weltumsegler berichten in ihrem neuesten Vlog von der schwierigen Zeit nach dem Überfall und bedanken sich bei der Community, die ihnen geholfen hat. Sowohl durch Zuspruch als auch durch Spenden. Das Schwierigste sei gewesen, nach dem Überfall, Kontakt in die Außenwelt zu bekommen. Da die Angreifer von Smartphone bis hin zu Tablet und Laptop alles mitgenommen hatten, fehlte ihnen nicht nur ein Draht in die Außenwelt, sondern auch die gespeicherten Kontakte mit Telefonnummern. Und wer merkt sich heute noch eine Telefonnummer? Doch die beiden finden wieder in ihr Seglerleben zurück. Mit neuem Equipment ausgestattet, darf sich die Community demnächst auch wieder auf neue Vlog-Episoden freuen. Nina und Mario kommen aus Deutschland, erzählen von ihren Erlebnissen auf überwiegend auf Englisch, sodass ihre fast 5.000 Follower bei Youtube aus der ganzen Welt stammen. Die Unterstützung innerhalb der Community war groß und man sieht es den beiden im Video an, wie dankbar sie sind.

2017 segelten die beiden auf ihrer Bavaria 46 Cruiser los, kreuzten quer durch das Mittelmeer, bevor es dann Anfang des Jahres auf den großen Sprung über den Atlantik ging.

Als Mario von dem eigentlichen Überfall erzählt, müssen sie kurz unterbrechen. Beide merken, wie sehr es ihnen zusetzt, von dem Vorfall zu erzählen. Doch was war geschehen? Nina hatte nach dem Überfall ein kurzes Statement bei Facebook gepostet:

Gegen 11 Uhr verließen wir unseren Ankerplatz vor der Marina Linton, um zu den San Blas Islands zu segeln. Als wir die Segel setzten und den Motor abstellen wollten, war das nicht möglich. Der Schalter funktionierte nicht. Nach einer kurzen Diskussion beschlossen wir, in der nächsten Bucht anzuhalten und zu versuchen, das Problem zu lösen. Wir wissen, dass es auf den San Blas Inseln nichts gibt und wir wollten keine Motorprobleme haben.

Es dauerte eine ganze Weile, bis wir herausfanden, dass der Schalter hinter dem Panel defekt war. Mario hat es repariert, aber es hat einige Zeit gedauert. Es war schon 17 Uhr. Der Sonnenuntergang begann um 19 Uhr und wir würden es bei Tageslicht nicht nach San Blas schaffen. Es ist zu gefährlich, in der Nacht dort anzukommen, da alle Karten nicht zu 100% stimmen.

Wir ankerten vor einer kleinen Stadt. Wir hielten es für sicher, über Nacht zu bleiben, wenn wir uns im Boot einschließen, wenn wir ins Bett gehen.

Gegen 19.30 Uhr haben wir gerade unser Abendessen beendet und sind beide unten in der Küche, um das Geschirr zu spülen.

Plötzlich hörten wir ein Geräusch auf dem Deck. Im selben Moment hörten wir ein schnelles Boot, das in unserer Nähe hielt. Mario sprang ins Cockpit. 2 Kerle waren bereits an Bord und hielten ihm eine Waffe ins Gesicht, versuchten, ihn wieder ins Boot zu schieben. Er schrie mich an, dass ich in unsere Kabine laufen und die Tür verriegeln solle.

Nach ein paar Minuten musste ich die Tür öffnen, 6 Leute an Bord hielten Mario eine Waffe an den Kopf. Soll ich in der Kabine bleiben? Nein. Bootstüren sind nicht zum Widerstehen gemacht. Also öffnete ich die Tür. Ich dachte, vielleicht ist Zusammenarbeit der beste Weg.

Die Jungs öffneten jedes Lager und fanden eine Menge technischer Dinge. Smartphones, Laptops, Tablets, Kameras, Satellitentelefon und vieles mehr. Inklusive aller versteckten Sicherheitskopien, die wir auf Festplatten erstellt haben. Alle Kreditkarten sind weg. Ein bisschen Geld ist noch übrig.

Nach 45 Minuten an Bord, fesselten sie Mario und zwei der Jungs warfen mich in eine Kabine. Sie waren high von Drogen und außer Kontrolle. Sie versuchten, mich zu vergewaltigen, aber glücklicherweise hat der “Chef” von ihnen es gestoppt. Sie alle verließen das Boot und aktivierten dabei die gestohlene EPIRB. Ein Mayday wurde direkt an das MRCC Deutschland geschickt, sie kontaktierten unseren Notfallkontakt und in wenigen Minuten war klar, dass wir ein großes Problem haben müssen, da unsere EPIRB von Land aus sendete.

Nach der selbst verschriebenen Auszeit von der Auszeit soll es jetzt wieder auf Tour gehen. Die Weltumsegelung geht weiter und Nina und Mario können weiterhin ihren Traum leben.

 

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