World Sailing: Ethik-Klagen abgewiesen – Verläumdungsstrategie gegen Kim Andersen?

"Hetzkampagne"

Seit gut einem Jahr steht ein chinesischer Präsident an der Spitze des Weltseglerverbandes. Ethik-Verfahren gegen Vorgänger Kim Andersen spielten bei der Wahl eine große Rolle. Waren sie lanciert?

Der dänische World Sailing Präsident Kim Anderson in Bermuda. © Tom Robertson/World Sailing

Der dänische ex Präsident von World Sailing Kim Andersen sieht sich nach einer aktuellen Entscheidung der Ethikkommission in der Annahme bestätigt, Opfer einer Verleumdungskampagne gewesen zu sein.

Die Initiative ‘Play the Game’, die laut eigenen Angaben darauf abzielt, “ethische Standards im Weltsport zu verbessern und Demokratie, Transparenz und Meinungsfreiheit zu fördern”, berichtet, dass zwei der gegen Andersen erhobenen Ethik-Beschwerden abgewiesen sind und eine zurückgezogen wird. Die laufenden Verfahren hatten bei der Präsidenten-Wahl vor einem Jahr eine entscheidende Rolle gespielt. Andersen behauptet, dass sie lanciert wurden, um seine Wiederwahl zu verhindern.

Der Chinese Quanhai Li ist neuer World Sailing Präsident. © World Sailing

Im November 2020 wurde der Chinese Quanhai Li mit 68 zu 60 Stimmen zum neuen Präsidenten von World Sailing gewählt. Dabei war der Wahlkampf so schmutzig wie nie in der Geschichte des Weltseglerverbandes. Seit 2019 wurden gleich drei Anschuldigungen wegen unethischen Verhaltens gegen Andersen vorgebracht. Nun ist allerdings ein unabhängiges Berufungsgremium, das durch die Ethikkommission von World Sailing eingesetzt wurde, zu dem Schluss gekommen:

“Es gibt keine Beweise dafür, dass Herr Andersen gegen den Verhaltenskodex verstoßen hat.” Daraus ergebe sich einstimmig die Entscheidung, die erhobenen Anschuldigungen zurückzuweisen.

Geplantes Durchsickern an die Medien

Andersen ist reingewaschen und er betont, dass er die Vorgänge im Zusammenhang mit seiner beabsichtigten Wiederwahl als “Teil einer Hetzkampagne” gegen ihn sieht. Verantwortlich für die Inszenierung seien seine drei Gegner bei den Präsidentschaftswahlen, Scott Perry aus Uruguay, Gerardo Seeliger aus Spanien und Quanhai Li. Andersen zufolge wurden alle drei Kandidaten während des Wahlkampfs von IOC-Vizepräsident Ser Miang Ng aus Singapur unterstützt.

Das Durchsickern von Einzelheiten der Vorwürfe an die Presse noch vor einer Kenntnisnahme durch das World Sailing Council sei sorgfältig geplant gewesen, sagt Andersen gegenüber ‘Play the Game’.

“Ich bin nicht mehr bei World Sailing tätig, aber ich erwarte, dass der Verband das Verhalten und die Handlungen der im Namen von World Sailing arbeitenden Personen untersucht, um zu verhindern, dass die kleine Gruppe von Mitgliedern, die die Verleumdungskampagne gegen mich geführt hat, den Ruf von World Sailing in Zukunft in Misskredit bringt.”

Allerdings hatten nicht nur die Ethik-Vorwürfe der Wiederwahl des Dänen geschadet. Die maroden Finanzen des Weltverbandes entwickelten sich zu einem der wichtigsten Themen des Wahlkampfes. World Sailing stand kurz vor der Pleite. Die Aussicht auf 10 Millionen Dollar vom Immobilien-Magnat aus China spielte eine große Rolle. Bisher ist noch nicht klar, ob sich diese Hoffnung erfüllt.

Ausführlicher Bericht bei Play the Game

Einblick in das Beschwerde-Verfahren von Kim Andersen bei WS

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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