11th Hour unterstützt Italienerin: Coup für das Frauen-Offshoresegeln – Vorbild für Beucke

Gesucht: die besten Hochsee-Seglerinnen der Welt

Die Italienerin Francesca Clapcich (36) startet nach dem Sieg bei The Ocean Race  11th Hour in Richtung Vendée Globe 2028 durch. Auf dem Weg dahin will sie möglichst viele Frauen mitnehmen.

Ein gerührter Charlie Enright (l.) wischt sich eine Träne aus dem Gesicht nach dem “Heimsieg” bei The Ocean Race in Newport. Simon Fisher und Francesca Clapcich freuen sich mit ihm. © Sailing Energy / The Ocean Race

Die aus Triest stammende und in den USA lebende Profi-Seglerin Francesca Clapcich hat angekündigt, dass sie in Zukunft von 11th Hour Racing unterstützt wird – dem Team mit dem sie The Ocean Race gewonnen hat. Mit einem solch potenten Geldgeber im Rücken klingt das schon sehr nach einer der aussichtsreichsten aktuellen Vendée Globe Kampagnen einer weiblichen Skipperin. Schließlich steckt Wendy Schmidt hinter 11th Hour, die Frau vom ehemaligen Google CEO Eric Schmidt. Und Clapcich hat immer klar gemacht, dass sie eine Teilnahme bei der ultimativen Regatta um die Welt anstrebt.

Allerdings erst für 2028. Die Italienerin beteuert deshalb, dass es bei der Ankündigung nicht um sie gehe. Für die Vendée Globe sei noch nichts entschieden. Aber die Betonung liegt offenbar auf “noch”. Eine Unterstützung von Clapcich in vier Jahren würde Sinn ergeben. Denn bis dahin soll die neue 11th Hour Initiative ganz besonders den Offshore-Frauensport fördern. Das war schon immer ein Anliegen der Profi-Seglerin, wie sie SR im Interview erzählt.

Clapcich bei der Solitaire du Figaro © Clapcich, Facebook

Erst einmal soll Clapcich ein Zweijahresprogramm in der Trimaran-Klasse Ocean Fifty auf die Beine stellen. Dafür werden sechs Frauen ausgesucht, von den eine die Route du Rhum 2026 in Angriff nimmt. Hinter dem Projekt steckt auch MerConcept, der erfolgreiche Hochseerennstall von Francois Gabart in Concarneau.

11th Hour Racing sei der Gründungssponsor, heißt es in einer Mitteilung der Franzosen. Das Projekt firmiert unter dem Namen UpWind by MerConcept und solle eine treibende Kraft bei der Umgestaltung des Offshore-Segelns sein. Das Ziel: Vergrößerung des Pools an Seglerinnen die in der Lage sind, etwa für professionelle gemischte Mehrrumpf-Crews ausgewählt zu werden – zum Beispiel einem Jules-Verne-Rekordversuch. Ein solcher ist etwa mit dem Ultim SVR Lazartigue im nächsten Winter geplant.

Clapcich auf dem neuen Ocean Fifty Trimaran. © Guillaume Gatefait

François Gabart kommentiert: “Unsere Aufgabe bei UpWind ist es, Seglerinnen zu unterstützen und zu befähigen, im Hochleistungs-Mehrrumpf-Offshore-Rennsport hervorzustechen und Barrieren abzubauen. Teams erbringen ihre besten Leistungen, wenn sie aus Seglern mit unterschiedlichem Hintergrund bestehen…Im Segelbusiness müssen wir den Status quo ändern, und wir bei MerConcept freuen uns, Teil der Lösung  sein zu können.”

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Carsten Kemmling

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