Volvo Ocean Race: Dramatische Bilder vom AkzoNobel-Schaden – Die Gefahr der Halse

10 Meter hohe Wellen

Beim Volvo Ocean Race zeigt das AkzoNobel Team, wie es bei der Halse zum Schaden an der Mastspur gekommen ist. Die Bilder aus dem Southern Ocean sind beeindruckend.

Die Volvo Ocean Race Flotte ist bei immer noch brutalen Bedingungen einigermaßen glimpflich durch die Nacht gekommen. AkzoNobel fällt allerdings weiter zurück, da der Schaden an der Mastspur noch nicht behoben ist und kein Großsegel gesetzt werden kann.

Das Video oben zeigt das Manöver, bei dem der Schaden passiert ist. Es sind auch einige Latten gebrochen. Wachführer Chris Nicholson ärgert sich, dass die Halse so schief gelaufen ist. Man habe nicht den richtigen Moment mit der passenden Welle abgewartet.

Dadurch ist das blaue Boot auf dem letzten Platz jetzt schon fast 300 Meilen hinter die Spitze zurückgefallen und erlebt die heftigsten Bedingungen vor der Front. Die Wellenhöhe beträgt teilweise zehn Meter, und so erreicht das Schiff im Glitsch immer noch einen Speed über 20 Knoten.

Zehn Meter hohe Wellen für AkzoNobel.

Eine Begegnung der anderen Art erlebte Dee Caffari mit ihrem Turn The Tide Team. “Wir haben unsere Freunde wieder gesehen. Es gab einen Kollisionskurs mit Scallywag. Beide Boote surften mit gut 25 Knoten Speed die Wellen herunter und stoppten dann wieder, wenn das Tal durchfahren war. Deshalb war es sehr schwer, den genauen Cross zu bestimmen. Wir passierten knapp voraus, und alle jubelten. Es war toll, unsere Buddies zu sehen und ich habe mit David ein paar Emails ausgetauscht.” Das Ereignis soll sogar vom Onboard-Reporter per Drohnen-Flug aufgenommen worden sein bei 30 Knoten Wind. Bilder sind aber noch nicht veröffentlicht.

Scallywag und Turn the Tide treffen sich auf der Nordroute.

An der Spitze spielt Dongfeng seine Starkwind-Stärke auch bei den Überlebensbedingungen aus. Der schnellste Kurs führt ganz eng an der virtuellen Linie vorbei, die vor Eisgang schützen soll. Und Charles Caudrelier denkt gar nicht daran, wie einige andere Teams einen sichereren nördlicheren Kurs einzuschlagen, auch um sich die gefährlichen Halsen zu sparen.

Das Großsegel mit den gebrochenen Latten wird unter Schwierigkeiten geborgen. © AkzoNobel

AkzoNobel zu besseren Zeiten mit Großsegel. © Martinez/AkzoNobel

Aber dem französisch-chinesischen Team sitzt auch Mapfre im Nacken. Die Spanier können wie erwartet als einzige mithalten und sind schon drei Halsen im Sturm gefahren. Mit 16 Meilen Rückstand befinden sie sich noch in Schlagweite.

Blair Take und Louis Sinclair kämpfen mit den Elementen auf MAPFRE © Jen Edney/Volvo Ocean Race

Louis Sinclair in Kampf-Ausrüstung auf MAPFRE © Jen Edney/Volvo Ocean Race

Bouwe Bekking dagegen erklärt, dass er mit Brunel eher eine konservative Taktik eingeschlagen habe. “Wir können uns nicht erlauben, irgendetwas kaputt zu machen. Der Weg nach Australien ist noch sehr lang, und durch Hilfe von außen würden Strafpunkte drohen. Das tut dann auf dieser doppelt gewerteten Etappe besonders weh. Wir haben eine Böe mit 62 Knoten erlebt. Gut, dass wir kurz davor den Gennaker eingerollt hatten. Jetzt reiten wir den Sturm im wahrsten Sinne des Wortes ab.”

Vestas knallt in eine Wellekurz nach einer 50 Knoten Böe. © Sam Greenfield/Volvo Ocean Race

Der Holländer spricht auch über die Herausforderungen der Halse. “Das macht keinen Spaß. Heute sind wir bei 45 Knoten Wind gehalst. Gott sei Dank erwischten wir einen schönen Surf und das Groß kam gut auf die neue Seite rüber. Man macht sich aber immer Sorgen, um die Latten oder die Mastschiene.”

Vestas Skipper Charlie Enright betont, wie kostspielig die Halsen bei diesen Bedingungen sind. “Sie dauern zwei Stunden und benötigen 100 Prozent Einsatz der ganzen Crew. Deshalb ist es manchmal hart, diese Entscheidung zu treffen. Aber wir haben in den sauren Apfel gebissen und konnten bei der Gruppe bleiben.”

Der aktuelle Stand im Rennen. Donfeng liegt 16 Meilen vor Mapfre und schon 102 Meilen vor Vestas.

Vestas liegt nun klar 80 Meilen vor Brunel auf Rang drei, hat aber schon 100 Meilen Rückstand auf Dongfeng. Das Feld hat sich deutlich auseinander gezogen, aber es sind auch noch 3800 Meilen bis Melbourne zu segeln.

Fisheye extreme auf Scallywag 

Scallywag Video im Sturm

Tracker

Die Halsen an der Eisgrenze.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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Ein Kommentar „Volvo Ocean Race: Dramatische Bilder vom AkzoNobel-Schaden – Die Gefahr der Halse“

  1. avatar Oli Stössel sagt:

    Wieso dauert die Halse (vermutlich die Vorbrereitung) zwei Stunden?
    Was kann man da gross vorbereiten (ausser Segel und anderen Balast ins neue Luv zu bringen)?

    Fragen eines Binnenseglers 😉

    Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 1

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