Finale der Moth WM

Graue Wölfe an der Spitze

Die Moth Klasse sollte eigentlich die spektakuläre, angesagte Klasse sein, um Segeln attraktiv für die Jugend zu machen. Deshalb ist Puma als Sponsor der WM eingestiegen. Aber nun haben zwei Master die Weltmeisterschaft in Dubai gewonnen. Der Brite Simon Payne GBR holte mit 45 Jahren Gold, der Australier Andrew McDougall (56) Silber.

Mit der Motte segeln bei wenig Wind die älteren, erfahrenen Herren an der Spitze

Payne und McDougall kamen bei dem überwiegend leichten Wind ihr geringes Körpergewicht zu Gute. Payne wiegt knapp 68 Kilogramm. Aber auch die technische Erfahrung half. Beide Moth-Piloten gehören zum Urgestein der Klasse. Sie wissen besser als die aus anderen Klassen kommenden Neueinsteiger, wie man die Motte auch bei marginalem Druck auf die Flügel bekommt.

Payne genügten am letzten Tag die Plätze 5 und 10, um sich die Krone aufzusetzen. McDougall schaffte es, mit einem Sieg im Finalrennen punktgleich an dem US-Lasersegler Brad Funk vorbei zu ziehen. Der Tagessieg machte bei der Auflösung des Gleichstandes den Unterschied aus.

Balanceakt in der Halse vom Ex-Weltmeister Bora Gulari (USA)

Funk ließ sich von einem höchst effektiven, neuen North-Rigg trotz seines Laser-Kampfgewichtes von knapp 80 Kilo auf die Flügel hieven. Titelverteidiger Bora Gulari konnte nur am letzten Tag mit den Plätzen 2 und 1 in den Kampf an der Spitze eingreifen. Es wehte mit knapp zwei Knoten mehr als in der gesamten Woche. Gulari wurde insgesamt 6.

Die Motte ist immer noch die spektakulärste Entwicklung im Jollenbereich. Aber auf ihrem Weg zur Verbreitung als Massenklasse hat sie einen Rückschlag erlitten. Der Sieg der erfahrenen Oldies ist für Neueinsteiger nicht gerade motivierend.

Abfallen an der Luvtonne nicht immer ohne Risiko

Seit im vergangenen Jahr fast das komplette Feld vom Bladerider-Design zur schnelleren Mach2-Konstruktion wechselte, offenbarte sich die Schwäche der Konstruktionsklasse. Teure Neuentwicklungen werden immer Vorteile gegenüber der bestehenden Konkurrenz haben.

Ex Weltmeister Rohan Veal wollte das mit dem Bladerider-Design und Marketing-Ansatz ändern. Er plante sogar, die Klasse mit einer Einheits-Motte in das Olympiaprogramm zu bringen. Aber er scheiterte. Seit Ende 2009 ist der wohl größter Promoter der Klasse nicht mehr dabei.

Hier ein Video, dass Veal mit einer Helmkamera bei der WM 2009 gemacht hat:
http://www.youtube.com/watch?v=SE8aYzo7jcY&feature=player_embedded#at=36

Carsten Kemmling

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Andreas John

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