18-Footer Kenterung: Von einer Motorbootwelle umgeworfen

Die Legende geht baden

Nach einer langen Lockdown-Phase, dürfen die Australier wieder aufs Wasser und stürmen geradezu Sydney Harbour. Dadurch haben die 18-Footer mit ganz besonderen Problemen zu kämpfen.

John Winning ist eine Legende in der australischen 18-Footer-Liga. Im Alter von 68 Jahren macht er seinem Nachnamen immer noch alle Ehre. Die großen Erfolge gelingen naturgemäß nicht mehr so oft wie früher, aber umso mehr freut er sich, wenn er dann doch mal wieder vor den Jungen liegt.

So wie an diesem Tag im Sydney Harbour als die 18-Footer nach langem Lockdown wieder aufs Wasser darf. Mit seiner Crew auf “Yandoo” segelt er bei leichtem Wind einen eigentlich uneinholbaren knapp zweiminütigen Vorsprung heraus. Eine letzte Halse noch und das Ziel liegt direkt voraus.

Über den Bug in die Kenterung

Dann passiert es. Ein großes Motorboot wirft eine Welle. Das Skiff mit den drei Seglern im Trapez springt zuerst noch mühelos drüber. Aber dann schwappt eine weitere Welle von hinten heran. Sie hebt das Heck, lässt das Boot angleiten, die überraschte Crew befindet sich zu weit vorne, der Bugspriet sticht ins Wasser und über den Bug kippt das Skiff in die Kenterung. Das Aufrichten dauert Minuten. Der erste Platz ist verloren. Am Ende wird es Rang vier.

Der Hafen von Sydney ist an den Wochenenden oft überfüllt. Die 18-Footer-Piloten müssen bei ihren Rennen immer wieder mit dem Verkehr klarkommen. Manchmal werden sie sogar von Fähren überfahren. Aber an diesem Samstag nach dem Lockdown befinden sich so viele Menschen auf dem Wasser wie nie. Sie genießen die neue Freiheit. Das Segeln mag nicht im Mittelpunkt stehen.

John Winning wird es verschmerzen können. Er lässt sich nicht kleinkriegen. Und wenn doch, dann hat er noch eine zweite Leidenschaft. Er bewegt einen historischen 18- Footer auf höchstem Niveau. Die neigen zwar auch sehr zum Kentern, aber anders.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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