2. SailGP der Saison vor Chicago: Aussies feiern fünften Sieg in Folge – Spithill wird Vorletzer

Leistung unter Druck

Die reinen Zahlen scheinen Langeweile zu beinhalten. Zum fünften Mal in Folge hat Australien mit Tom Slingsby eine SailGP Regatta gewonnen. Aber die Überlegenheit täuscht. Nie war es so knapp für die Aussies.

Highspeed-Start vor der Navy Pier in Chicago. © Bob Martin for SailGP

Eigentlich sind die Australier schon raus. Nach einem schlechten Start im vierten Rennen, als sich Spanien direkt vor ihre Nase setzt, gelingt es ihnen nicht, ein einziges Boot einzuholen. Sechs Punkte fehlen zu den Neuseeländern, um das Top-Drei-Finale zu erreichen. Ein Ding der Unmöglichkeit. Zumal der am Sonntag herrschende Leichtwind eher als Achillesferse der Australier gilt.

Die Tabelle vor dem fünften Fleetrace, das über den Finaleinzug entscheidet.

Längst haben Slingsby und Co das Geschehen nicht mehr unter Kontrolle. Sie können nur im letzten Rennen voll auf Risiko gehen, gewinnen und dann hoffen, dass die Konkurrenz schwächelt. Dass Peter Burling und Blair Tuke den gerade wiedergefundenen Groove wieder verlieren. Dass die punktgleichen Dänen wieder im angestammten Mittelfeld versacken.

Fred Pye, CEO und Gründer des Canada SailGP Teams freut sich über das Abschneiden seiner Newcomer. © Adam Warner/SailGP

Genau das passiert bei diesem entscheidenden fünften Rennen, das jeweils über die Teilnahme am Finale entscheidet. Kanadier und Briten liegen schon zu weit voraus, um noch eingeholt werden zu können. Für Kanada setzt Kiwi-Skipper Phil Robertson (34), der schon als “Entwicklungshelfer” für China und zuletzt Spanien erfolgreich im Einsatz war, den fulminanten Schnellstart in den SailGP mit einer unglaublichen Serie fort.

Im neuen vom Krypto-Fonds-Unternehmer Fred Pye finanzierten Franchise steckt zwar noch wenig Kanada drin, da etwa der erfahrene Brite Chris Draper die wichtige Wingtrimmer-Position an seiner Seite bekleidet. Er darf den Job nur erledigen, weil das auf Eis gelegte Team Japan ihm die Freigabe erteilt hat. Wenn der zehnte F50 Katamaran endlich fertig ist, wird er wieder mit Outteridge segeln.

Die erstaunliche Startlinie vor Chicago mit optionaler Nadelör-Einfahrt aus dem Hafenvorfeld. © SailGP

Immerhin bekleidet mit Billy Gooderham ein Kanadier die dritte Schlüsselposition – die des Flight-Controllers. Der ehemalige 49er-Segler, der bis 2012 jeweils um Rang 50 bei Weltmeisterschaften skipperte und seitdem als Profi-Segler auf größeren Yachten bis zu TP52 arbeitet, lernt offenbar schnell.

Die Briten um Ben Ainslie zaubern eine kontrollierte Serie in das ungewohnte Süßwasser des Michigansees und vermeiden

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Carsten Kemmling

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