470er EM: Viele Ausfälle, starkes Video – Zwei deutsche Teams im Medalrace

Comeback in der Weltspitze

Bei der 470er EM in San Remo geht es schon um was. Zum Beispiel um Plätze für die Pre-Olmpics in Japan. Das Wetter sorgt für Sturm-Action, aber viele Rennen sind schon ausgefallen.

Ein Tag ist nur noch zu segeln und gerade einmal sechs Rennen zählen zurzeit für das Gesamtergebnis der diesjährigen 470er EM in San Remo. Die insgesamt 110 weiblichen (40) und männlichen (70) Crews müssen wieder einmal sehr geduldig sein, bis sie segelbaren Wind vorfinden.

470er, San Remo

Harte Bedingungen bei der 470er EM vor San Remo. © Gerolome Acquarone

Mal wehte es zu leicht, mal zu stark. Aber insbesondere die deutsche 470er Männer-Crew Simon Diesch und Philipp Autenrieth behielten bei den ungewöhnlichen Rahmenbedingungen die Nerven und nutzten insbesondere den ersten Goldfleet-Tag für ihr persönliches Comeback in der Weltspitze.

Die bisherigen Ergebnisse 2019 waren ernüchternd mit 23/29 und 39 bei den größeren internationalen Wettkämpfen. Aber der Fokus in diesem Jahr liegt für die 470er klar bei der Weltmeisterschaft im August in Japan, wo es um vier Nationen-Tickets geht. Deutschland ist in dieser Klasse bisher nicht qualifiziert.

470er, San Remo

Lucas Schlüter und
Frederick Eichhorst in Nöten. © Gerolome Acquarone

Dass Diesch/Autenrieth insbesondere bei starkem Wind ganz vorne mitspielen können, bestätigten sie am ersten Goldfleet-Tag, bei dem ihnen mit 2/6 das beste Ergebnis der gesamten Flotte gelang. Nur die Dauerbrenner Belcher/Ryan hielten mit 1/7 dagegen, haben ansonsten aber schon die unglaubliche Serie von 1/1/1/2 hingelegt.

Das deutsche Team liegt nun auf Rang sieben und kann am Finaltag beim Medalrace sogar noch in den Kampf um die Medaillen eingreifen. Die Rivalen aus dem eigenen Land Cipra/Winkel begannen auch gut, mussten aber am Goldfleet Tag unter anderem einmal aufgeben und sind auf Platz 18 zurückgefallen.

470er, San Remo

Aufgewühltes Wasser vor San Remo. © Gerolome Acquarone

Ihr Duell um die Olympia-Fahrkarte startet erst im Frühjahr 2020. Drei Regatten werden berücksichtigt: Die WM 2020 (im März in Mallorca), die Trofeo Prinçesa Sofia 2020 (Anfang April in Mallorca) und der World Cup in Genua (Ende April 2020). Vorher kämpfen beide Crews gemeinsam um eines der verbliebenen vier Japan-Olympiafahrkarten.

Sechs Olympia-Tickets für die Frauen

Das gleiche Programm gilt für die deutschen Frauen-Crews, die sich zuletzt vielversprechend in der Weltspitze gezeigt aber bei der WM 2018 auch nicht das Nationen-Ticket lösen konnten. Für sie werden bei der WM aber sogar noch sechs Plätze ausgesegelt.

Nadine Böhm sind und Ann Christine Goliass segeln bei der EM ins Medalrace

Bei der EM zeigt ebenfalls ein Team Formstärke, dass zuletzt noch nicht so gut in Schwung war. Nadine Böhm und Ann-Christin Goliass liegen auf Rang sieben und profitieren dabei von einem stattgegebenen Protest, der ihnen eine Widergutmachung bescherte.

Im einem Vorwind-Zweikampf mit einem japanischen Team kam es zu einer Kollision, der ein Leck im deutschen Boot verursachte. Das Team vom Deutschen Touring Yacht-Club musste das Rennen aufgeben, konnte das Boot aber reparieren.

Die Japanerinnen wurden wegen eines Backbord-Steuerbord-Vergehens (Regel 10) schuldig gesprochen, nachdem Team-Kollegin Frederike Löwe als Zeugin ausgesagt hatte. Und so erhält die Crew aus Bayern ein Mittel der Punkte für das ausgefallene Rennen zugesprochen. Damit können auch sie noch im Medalrace in das Medaillen-Rennen eingreifen.

Ergebnisse 470er EM San Remo 2019

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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