470er-WM: Die Hamburgerinnen Luise Wanser/Anastasiya Winkel lösen das Olympia-Ticket

Highnoon an der Algarve

Ein Rennen, alles oder nichts! Hero or Zero? Mehr Drama geht nicht für die deutschen 470er-Frauen bei der WM vor Vilamoura/Portugal. Es geht nicht um Gold, Silber oder Bronze im Medal Race. Es geht einzig um Olympia, die Erfüllung eines Traums, die Krönung der langen gemeinsamen Karriere von Theres Dahnke/Birte Winkel oder der erst einjährigen Verbindung von Luise Wanser/Anastasiya Winkel. Tokio oder Tristesse?

Luise Wanser und Anastasiya Winkel können feiern. Als WM-Neunte lösen sie das Olympia-Ticket. Foto: Uros Kekus Kleva

Ein Punkt trennt Dahnke/Winkel und Wanser/Winkel vor diesem alles entscheidenden Showdown. Ein Punkt ohne Aussage. Denn dieses Finale entscheidet über alles. Wer den Bug zuerst im Ziel hat, hat das Ticket – die Fahrkarte zu den Spielen, den letzten der 470er für die Frauen. Jener Klasse, die einst vor 33 Jahren das Tor zum olympischen Frauen-Segeln aufgestoßen hat.

Es ist das Duell der Vorschoter-Schwägerinnen Birte und Anastasiya Winkel. Die Entscheidung darüber, welches Junioren-Talent sich nun durchsetzt: Luise Wanser, die 2019 mit ihrer Schwester Helena den WM-Titel einfuhr, oder Dahnke/Winkel, die 2018 und 2019 jeweils auf dem WM-Podium landeten.

Theres Dahnke/Birte Winkel müssen sich mit WM-Platz zehn im Kampf um das Olympia-Ticket geschlagen geben. Foto: Uros Kekus Kleva

Das Medal Race ist die ultimative Zuspitzung einer besonderen Olympia-Ausscheidung. Corona hat den ursprünglich auf drei Regatten angesetzten Qualifikationskalender auf die WM zusammenschrumpfen lassen. Und dem wechselhaften Wind zur WM gefiel es, mit einem steten Auf und Ab der Ergebnisse eine Situation zu kreieren, die nichts anderes zulässt als das gegenseitige Belauern der beiden deutschen Teams.

Und so kommt es dann auch: Nach zwei abgebrochenen Startversuchen schickt das Race-Komitee die Zehner-Flotte in einer flauen Brise auf den Kurs: Highnoon an der Algarve. Wie zu erwarten haben die GER-Teams mit dem Ausgang des Spitzenrennens nichts zu tun. Sie liegen dicht an dicht am Ende des Feldes. Es sind schließlich die Plätze neun und zehn in dieser Wettfahrt und damit auch in der WM-Gesamtwertung.

Nur eine Bootslänge trennt die beiden Teams an der ersten Bahnmarke. Luise Wanser/Anastasiya Winkel haben den minimalen Vorteil. Und sie lassen die Kolleginnen und Konkurrentinnen nicht aus den Augen. Es bleibt eng, aber es bleibt bei dieser Konstellation. Bis zum Ziel. Bug an Heck, ohne Abstand. 4,70 Meter entscheiden über Tokio. Wanser/Winkel lösen das Ticket. Die Hamburgerinnen vertreten Deutschland bei Olympia – wenn die Spiele denn stattfinden.

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