470er WM in Israel: Luise Wanser und Philipp Autenrieth holen den Titel ein Tag vor dem Ende

Weltmeister!

Weltmeister! Was für eine Geschichte. Luise Wanser und Philipp Autenrieth haben die WM in der neuen Olympia-Klasse 470er Mixed schon einen Tag vor dem Medalrace gewonnen.

Das Ergebnis der 470er Mixed WM vor dem morgigen Medalrace. Der Vorsprung von Wanser/Autenrieth ist nicht mehr einzuholen.

Luise Wanser und Philipp Autenrieth sind Weltmeister. Das neuformierte Duo führt bei der WM vor dem nordisraelischen Kibbuz Sdot Jam vor dem morgigen Medalrace-Finale mit einem uneinholbaren Vorsprung. Nach den heutigen Plätzen 1/12 bei den insgesamt elf Wettfahrten haben sie 51 Punkte auf dem Konto und ihre nächsten Konkurrenten aus Frankreich 73. Im ungünstigsten Fall würden die Franzosen das nicht streichbare doppelt zählende Medalrace gewinnen und dann 74 Punkte erreichen. Wenn Wanser/Autenrieth Letzte (10.) würden, kämen 20 Punkte auf ihr Konto und das ergäbe 71 Zähler.

Louise Wanser hängt sich voll rein, als Philipp Autenrieth den Spibaum anschlägt. Es hilft beim Rennsieg im 10. Lauf. © Amit Shisel / Int. 470 Class

Den Grundstein für die Vorentscheidung legte das Duo mit einem Sieg im ersten Rennen des Tages. Dabei hatten sie keinen guten Start, wurden schnell von den Schweizerinnen abgeklemmt, mussten wegwenden und das Gros des Feldes vor sich passieren lassen. Aber mit gutem Speed erarbeiteten sie sich eine freie Linie auf der rechten Seite und diese entpuppte sich als richtig.

Während die stärksten Konkurrenten auf der linken Seite versackten und schließlich sogar die Tonne überstanden, zeigten die beiden Deutschen Lehrbuch-Taktik durch die Mitte, mit der sie schon in der gesamten Woche geglänzt und Risiken in Grenzen gehalten hatten. Sie dominierten das Rennen von vorne und kamen zu einem ungefährdeten Sieg während sich die vier ärgsten Rivalen in der Gesamtwertung im Bereich ihrer Streichergebnisse bewegten.

Freude über einen gelungenen Tag in Israel. © GST

Das elfte Rennen schien sich ähnlich zu entwickeln. Vorsichtiger Start in der Mitte, Passage hinter dem Feld nach rechts, trotzdem Platz acht an der Luvtonne und die ärgste Konkurrenz schwächelt. Aber dann misslingt der Vorwindkurs, GER10 fällt zurück und die Franzosen ziehen vorbei. Aber die Deutschen behalten die Nerven, lassen die Gegner nur drei Plätze davonziehen und machen damit ihren Gesamtsieg perfekt.

Ein irrer Erfolg, wenn man bedenkt, durch welche Tiefen die beiden in jüngster Zeit jeder auf seine eigene Weise gehen mussten. Autenrieth verpasste nach einer fünfjähriger Olympiakampagne zusammen mit Simon Diesch am Steuer die Qualifikation für die Olympischen Spiele um Haaresbreite. Und sie empfanden es “wie einen Schlag in die Magengrube“.

Luise Wanser dagegen durfte zusammen mit Vorschoterin Anastasiya Winkel das Highlight einer nicht für möglich gehaltenen extrem kurzen und erfolgreichen Olympiaqualifikation erleben, bei der sie ihre Schwägerin besiegte. Die Medaillenträume waren aber wegen einer zu schweren Trapezhose jäh beendet.

Unfinished Business

Für beide Segler war es nicht klar, wie es weitergehen würde. Aber insbesondere Autenrieth wollte auf diese Weise seine Karriere nicht beenden und knüpfte die Kontakte aus Bayern nach Hamburg.

Philipp Autenrieth und Luise Wanser nach einem starken Auftritt in Hyères. © GST

Wanser war schnell überzeugt. „Ich bin in Paris aufgewachsen.

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Carsten Kemmling

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