470er-WM: Rückschläge für das German Sailing Team vor den abschließenden Flottenrennen

Nur ein Team kann lächeln

Die Entscheidungen um die Olympia-Tickets bei den 470ern scheinen so gut wie gefallen. Während die deutschen Männer ohne reelle Chance auf die Tokio-Fahrkarte sind, haben sich Luise Wanser/Anastsiya Winkel in der internen deutschen Frauen-Ausscheidung bei der WM vor Vilamoura/Portugal in eine starke Position manövriert.

Luise Wanser und Anastasiya Winkel sind derzeit das einzige deutsche Team mit einer Top-Ten-Platzierung. Die Hamburgerinnen haben sogar noch Chancen auf eine WM-Medaille. Foto: Uros Kekus Kleva

Es führt wohl kein Weg daran vorbei, dass die Portugiesen Diogo und Pedro Costa das letzte Europa-Ticket der 470er-Männer für die Olympischen Spiele einsammeln. Das Bruderpaar kommt bei seiner Heim-WM immer besser in Fahrt, konnte sich mit einem Sieg in der achten Wettfahrt sogar zwischenzeitlich auf die Gold-Position des 29 Teams starken Feldes setzen.

Die portugiesischen Costa-Brüder werden sich wohl das letzte Europa-Ticket für Olympia schnappen. Foto: Uros Kekus Kleva

Im Anschluss haben die Costas zwar eine erneute Führung aus der Hand gegeben damit auch die Gesamtführung an die Schweden Anton Dahlberg/Fredrik Bergström verloren. Dennoch bleiben sie als Zweite in einer Top-Positionen für den Kampf um den WM-Titel und haben sich in der Olympia-Ausscheidung einen komfortablen Vorsprung erarbeitet. Die nächsten Anwärter wären die Schweizer, die vor den beiden weiteren Rennen der gesamten Flotte (und dem anschließenden Medal Race) auf Platz neun und 51 Punkte hinter den Costas rangieren.

Perfekte Bedingungen herrschten an der Algarve am vierten WM-Renntag. Foto: Uros Kekus Kleva

Dieses Olympia-Rennen scheint also gelaufen, und die deutschen Teams sind inzwischen zu weit abgeschlagen, um noch aktiv ins Geschehen eingreifen zu können. Malte Winkel/Matti Cipra als Gesamt-15. und Simon Diesch/Philipp Autenrieth direkt dahinter drohen sogar, das finale Medal Race zu verpassen. Nur unter Einbeziehung aller Eventualitäten ließe sich überhaupt eine rechnerische Möglichkeit für das Olympia-Ticket konstruieren.

Nach gutem Start in die WM läuft bei Nadine Böhm/Ann-Christin Goliaß nun nichts mehr zusammen. Inzwischen liegen sie in der internen deutschen Wertung nur noch auf Platz vier. Foto: Uros Kekus Kleva

Bestens dürfte dagegen die Laune bei Luise Wanser/Anastasiya Winkel sein. Die Crew vom NRV Hamburg zeigt die beständigste Serie unter den vier deutschen Teams, hat sich damit als einzige GER-Mannschaft in den Top-Ten festgesetzt und steuert in Richtung Tokio. Das Duo hat erst vor einem Jahr zusammengefunden, nachdem Luise Wanser die Olympia-Kampagne mit ihrer Schwester Helena beendet und Anastasiya Winkel das Projekt mit Fabienne Oster verlassen hatte. Da es in 2020 keine großen 470er-Regatten gab, konnten Wanser/Winkel einen Kader-Nachweis im vergangenen Jahr nicht erbringen und sind somit derzeit nicht Teil der deutschen Nationalmannschaft, dem German Sailing Team.

Der kritische Blick bei Simon Diesch und Philipp Autenrieth ist berechtigt. Der Olympiazug ist für die Deutschen wohl abgefahren. Foto: Uros Kekus Kleva

Nach dieser WM dürften sie aber wohl in die Förderung aufgenommen werden. Denn auf dem aktuellen 5. WM-Platz, den sie sich am Donnerstag durch einen zweiten Rang zum Abschluss des Tages erarbeiteten, sind sie in bester Position, um sich das Tokio-Ticket zu sichern. Selbst eine WM-Medaille ist in dem Feld, das zwischen Platz drei und zehn eng gestaffelt ist, noch möglich. Theres Dahnke/Birte Winkel sind als 13. immerhin noch in Schlagweite für die Top-Ten. Dagegen versackten Frederike Loewe/Anna Markfort (17.) und Nadine Böhm/Ann-Christin Goliaß (20.) im hinteren Feld zu sehr in den Abwinden, kassierten dazu noch Penaltys im dichten Verkehr und haben vor den beiden abschließenden Flotten-Rennen am Freitag kaum noch Chancen auf das Erreichen des Medal Race.

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