505er Klasse: Mastbruch Schnappschuss – Neue Fiven aus Eckernförde

Da geht er hin...

Während sich die australischen 505er Segler Downunder bei ihrer Meisterschaft miteinander messen, bereitet Holger Jess die Auslieferung eines neuen Fiven-Designs vor, das in Kooperation mit Rumpfhersteller Ovington in England ensteht.

505er Mastbruch

Bilderfolge beim Bruch des 505er Mastes von Michael Quirk in Australien. © Beau Outteridge

Für den Bootshändler und dreimaligen 505er Weltmeister Holger Jess gibt es keine Winterpause. Die 505er WM in Kiel, eine der großen deutschen Segelhöhepunkte des Jahres, wirft ihren Schatten voraus.

Nathan Outteridge als Schotte für die Schwester

Jess kommunziert mit den Fiven-Seglern und Kunden downunder, die gerade ihre nationale Meisterschaft ausgesegelt haben, und schickt eine interessante Mastbruch-Schnappschuss-Folge. Das Missgeschick passierte dem Australier Michael Quirk, für denn Jess eigentlich als Vorschoter segeln sollte.

Haylee, Outteridge, Nathan

Haylee Outteridge segelt mit ihrem berühmten Bruder Nathan an der 505er Vorschot.

Quirk schaffte aber auch nach dem Mastbruch noch im 25 Boote Feld auf Platz zwei zu segeln. Interessant an der Serie beim Lake Macquarie Yacht Club war aber besonders der Auftritt von 49er Olympiasieger, Moth Weltmeister und Artemis America’s Cup Steuermann Nathan Outteridge, der an der Vorschot seiner Schwester Haylee segelte.

Die 49er FX Seglerin (14. der ersten Frauen Skiff WM) landete auf Platz fünf, kam mit ihrem Bruder aber immer besser in Fahrt und siegte bei den letzten beiden Rennen.

Neues 505er Design aus Eckernförde

Für Jess sind auch die Australier potenzielle Kunden, die er normalerweise mit seinem 505er Jess-Ausbau versorgt. Aber in diesem Jahr bekommt seine Verstrickung in die Klasse eine neue Dimension. Denn er bringt in Kooperation mit der britischen Ovington Werft ein eigenes Design auf den Markt.

505 Jess

Renderings vom neuen Jess 505er. © Jess

Für den JESS Evolution2014 505er soll es auf Anhieb mehr als 15 Bestellungen geben. Die beste Werbung ist der Erwerb einer Schale durch den WM Top Favoriten Wolfgang Hunger. Für den fünfmaligen Weltmeister zählt auf seinem Heimrevier nichts anderes als der WM Sieg.

Das neue Boot verfügt laut Jess unter den Ausnutzungen der Toleranzen unter anderem über eine längere Wasserlinie, einen steileren Steven und ein flacher auslaufendes Heck. Zudem soll ein niedriger Schwertkasten dem Vorschoter eine bessere Bewegungsmöglichkeit geben.

Spiel mit dem Feuer

505er Jess

Die neue Schale. Unterschiede sind nur im Millimeterbereich vorhanden. © Jess

Wie schnell die neue Five tatsächlich ist, muss sich noch herausstellen. Aber es ist auch ein Spiel mit dem Feuer. Wenn das neue Design zu schnell ist, verlieren die alten Boote an Wert. Der Gebrauchtbootmarkt ist stark. Zurzeit kann für ein fünf Jahre altes Schiff  mit Ausrüstung noch 19.000 Euro verlangt werden.

Aber nicht jeder will sich ein neues Boot leisten. Wenn er plötzlich den neuen Designs hinterher segelt, ist das eine Gefahr für die Homogenität der Klasse. Aber Jess glaubt nicht an diesen Effekt. Er meint, dass der Markt durch den neuen Impuls eher noch besser in Bewegung kommt, da die Käufer der neuen Boote ihre guten gebrauchten verkaufen wollen.

 

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Carsten Kemmling

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13 Kommentare zu „505er Klasse: Mastbruch Schnappschuss – Neue Fiven aus Eckernförde“

  1. avatar Leon sagt:

    Wäre ein billiger gebrauchtboot Markt nicht auch eine gute Chance für Neu Einsteiger in die Klasse?
    Ich könnte mir sehr gut vorstellen eine günstige Five zu erstehen. Für den Einstieg in die KLasse denke ich ist das Top

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  2. avatar Alex sagt:

    19.000,- EUR für einen gebrauchten 505er und bei jeder Gelegenheit wird nach einem Kajütsegelboot mit Vollausstatung geschriehen, dass sich jeder leisten kann.

    Möglicherweise versteht man jetzt, das einige Träme einfach nicht zu realisieren sind.

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    • avatar Vorschoter, der sagt:

      Der Tag kommt, den ich schon vor Jahren prophezeite habe, dass ein SAP Gründer, ein Zahnarzt aus Kiel, ein RA aus Berlin , ein Orthopäde aus Strande und ein Bootshändler aus – by , jeder mit eigenem 12 Meter Motorboot ,Ersatzrigg, dreierlei Segel je Revier , Physio – und Psychotherapeut und Defilibrator in der Kieler Förde gegen ein paar reiche Amis um die Wette Segeln auf eigener Bahn , Drohnengefilmt und jeden Schotzug protokolliert , live in die Welt verschickt , in der ehemals so wilden berauschenden 505 er Klasse, die auch nichtsegelnde Mädels in Ihren Bann gezogen hatte. Sehr Schade ! Gut,die Herren brauchen in ihrem Alter den Thrill nicht mehr , sitzen abends sowieso lieber unter der warmen Decke zu Hause bei Muttern als auf der Bierzeltganitur auf dem Campingplatz vor Schilksee mit Flens und Gitarre in der Hand …

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      • avatar Alex sagt:

        Ich kenne mich bei den 505er ja nicht wirklich aus, aber SAP sehe ich auf fast allen Bildern. Woher das wohl kommt? 😉

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        • avatar Holger sagt:

          dazu am Rande:
          505 Segelfreund Hasso Plattner wird diese Woche 70 und hat nochmals eine neue Five geordert für diese Saison
          also…. sehr zu das ihr alle auch so lang aktiv durchhaltet !
          in der neue SeglerZeitung gibt’s Bild dazu Hasso bei Kieler Woche an der Luvtonne vor Wolfgang Hunger

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      • avatar One Designer sagt:

        Der Kommentar trifft die Sache doch auf den Punkt, deshalb verstehe ich die negativen Bewertungen nicht so ganz.
        Das Problem ist, doch, dass es Klassen gibt, die vor sich hinsiechen und mit den jetzigen Besitzern aussterben (oder noch früher) und die Klassen, die (sei es aufgrund der für die Segler offensichtlichen Attraktivität oder schlaue Klassenpolitik) boomen und dann früher oder später einer gewissen Professionalisierung unterliegen, die dazu führt, dass auch die Materialkosten durch die Decke gehen.
        Offensichtlich können wir uns nur aussuchen, welchen Tod wir sterben. Ich hab die 2. Alternative gewählt, da es dann auch für gebrauchtes Material noch gutes Geld gibt

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  3. avatar Schätzer sagt:

    @Vorschoter,der….wohl ein Glas Bier zuviel mit seiner Gitarre hatte…
    @Alex: SAP ist willkommener Sponsor bei vielen Veranstaltungen, die 505 Klasse durfte dies, aufgrund der Tatsache das Hasso Five, segelt als ertse geniessen.
    @Segelreporter: 19.000 Gebrauchtbootpreis (5Jahre alt) ist schlichtweg falsch, da hat wohl jemand aus der Gebrauchtbootliste der 505 Site einen etwas übermotivierten Verkäufer zitiert. Die letzten verkauften Boote in dieser Altersklasse lagen zwischen 16.000 -17.000 Euro.

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    • avatar Alex sagt:

      @Schätzer und genau deshalb ist doch jede Klasse froh, wenn da Leute aus der oben aufgeführten Gruppe mit segeln und mit ihrem Geld helfen, die Regatten zu Events zu machen, was wiederum die Attraktivität einer Klasse steigert.

      @One Designer, es sind auch einige Klassen unterwegs, die durch Beschränkungen die Kosten gering halten. Dann segle doch einfach in so einer.
      Und wenn die Klassen vor sich hinsiechen, woher wird’s wohl kommen? Sicher nicht weil die Klasse bestrebt ist, innovativ zu sein und Ihre Boote nach Möglichkeit modern zu halten.

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    • avatar Holger sagt:

      dazu zur Info: das 5 Jahre alte Boot in Topzustand
      und mit EM Platz6 in 2013 und neuen Rigg aus Juli
      und uptodate TwinPole usw. war nur 1,5 Tage online im Markt und wurde sofort und sogar ungesehen verkauft und stabiler Gebrauchtbootpreis spricht immer für eine gesunde Klasse und es hält die Segeleikosten für alle im Rahmen wenn gute Boote zu Recht wertstabil sind und nicht wie in Klassen mit kurzer Halbwertzeit verschleudert werden müssen.

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  4. avatar Mirko sagt:

    Ob eine Bootsklasse bzw. ihre Entwicklung attraktiv bewertet wird oder nicht, ist doch zunächst mal abhängig von den Vorlieben der Segler und die sind zum Glück ja sehr unterschiedlich. Ob Profesionalisierung mit Top-Leuten, Live-Tracker, cooler Location und teurem Hightech-Material oder hands-on Veranstaltung um die Ecke, mit Bierbank, wertstabilen Booten und dem Held aus dem Mittelfeld – Eigentlich ist doch für jeden eine passende Bootsklasse dabei. Und Veränderungen werden in der Regel von einem Großteil der Klassenzugehörigen mitgetragen oder eben nicht. Die Bootsklassen basieren doch auf demokratischen Prinzipien und Angebot&Nachfrage entscheiden über das Schicksal einer Klasse.

    Das Problem sind weniger die Ergebnisse einer Veränderung, sondern vielmehr der Prozess der Veränderung – der stellt zunächst liebgewonnenes in Frage, sorgt für Unsicherheit und ist unbequem. Birgt aber auch Chancen.

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  5. avatar Vorschoter ,der sagt:

    Da wir noch alle lange dem Segelsport verbunden bleiben ,werden wirs ja erleben, was in Zukunft passiert . Wünsche mir ,dass notwendige Innovation und Bezahlbarkeit sich die Waage halten würden .Fragt doch mal den Deutschen Meister ,was denn nun so ne schicke Schale im “Hunger Vollausbau” mit Segelns so kosten muss …
    Als die Babyboomer Generation aus dem damals noch beliebten und vorhanden 470/Europes/Tornados in die Five umstieg, kostete son Boot bei gleicher Adresse neu 17.000 DM und war auch für Jugendliche um die 25 /30 gebraucht auch noch zu wuppen , jetzt geht ein Großteil des noch zahlreichen seglerischen Nachwuchses meisst schon nach dem 420er oder 29er in Rente , weil dann ausser für das professionelle Jollensegeln mit Olympischer Ausrichtung nix mehr kommt . Schade, aber wohl nicht zu ändern .

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  6. avatar Torsten sagt:

    Bei den Mastbruchfotos wäre interessant zu erfahren, was da versagt hat. Want, Draht, Terminal, Lochblech, Rinsplint, Pütting, Rolle, Tau, Klemme, oder Segler?

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  7. avatar Holger sagt:

    das Problem war nach meiner Info von Quirky wohl das nur 2,5mm Want – glücklicherweise machen wir
    seit längerem alle Wanten immer in 3mm Dyform
    Quirky bekommt ebenfalls eines der neuen Boote
    für hier in Europa vor WM und wie viele dann diesen Herbst schon in den Container nach RSA im Spätherbst um dann Weihnachten schon in PortElisabeth zu trainieren für die WM dort Ende März 2015 über Ostern

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