52 SuperSeries: Irre knappe Ziellineinläufe – “Platoon” und Judel/Vrolijk an der Spitze

Zentimeterarbeit

Die 52SuperSeries hat bei ihrem Saison-Auftakt 11 Yachten an die Startlinie vor Menorca. Ein Video zeigt, wie eng es in der Owner-Driver-Klasse zugeht. Am Ende triumphierte Harm Müller-Spreer.

Irre, wie knapp sich die Vorwind-Zieleinläufe inzwischen in der TP52-Klasse bei der SuperSeries entwickeln. Es kommt auf Nuancen an,. Mit bloßem Auge ist kaum zu erkennen, wer nun tatsächlich auf der Linie vorne lag.

In diesen Situationen hatte beim Saison-Auftakt der Klasse der ehemalige Drachen Spitzensegler Harm Müller-Spreer ein gutes Händchen an der Pinne und Star-Taktiker John Kostecki offenbar ein gutes Auge. Denn die deutsche “Platoon” schob sich am letzten Renntag mit den Plätzen 2/1 noch vom dritten auf den ersten Platz nach vorne.

Der Hamburger Immobilien-Investor, der mit Michael Müller auf dem Vorschiff in seiner 13-köpfígen Crew seit Jahren auf einen weiteren Deutschen setzt, steuerte seine “Platoon” mit einem Punkt Vorsprung in die Führungsposition.

Er bestätigte damit die starken Trainingsergebnisse von Valencia und bei der Palma Vela vor Mallorca, die dazu geführt haben, dass “Platoon” in dieser Saison als Favorit gehandelt wird.

52 SUPER SERIES 2019

“Platoon”: Die Sieger von Menorca. © Nico Martinez / Martinez Studio

Der Skipper führt den Erfolg insbesondere auf technische Umbauten zurück, die offenbar außerordentlich gut funktionieren. Das Schiff segele diesmal bei Bedingungen schnell, die 2018 noch nichtso gut gepasst haben.

52 SUPER SERIES 2019

“Platoon”: Die Sieger von Menorca. © Nico Martinez / Martinez Studio

So bekam die von Judel/Vrolijk gezeichnete Yacht wie das Schwesterschiff “Provezza” unter anderem einen neuen Kiel, samt Bombe. Die stärksten Konkurrenten der von Botin designten Yachten hatten ähnliche Modifikationen der Anhänge erhalten, von der sich die Konstrukteure eine Effizienz-Verbesserung von 0,7 Prozent versprachen.

Perfektes Upgrade von Judel/Vrolijk

Bei den Schiffen von Judel/Vrolijk passt das Uprade aber offenbar besonders gut. Denn “Provezza” landete auf Rang zwei. Großer Verlierer des letzten Tages war “Quantum”, das dominierende Team der vergangenen Jahre. Seitdem sich Terry Hutchinson und Dean Barker mehr um ihr America’s Cup Projekt für den New York Yacht Club kümmern müssen, wurde das Team auf sieben Positionen verändert.

52 SUPER SERIES 2019

Zentimeter-Arbeit auf dem Gennaker Kurs.
© Nico Martinez / Martinez Studio

Gleich fünf Alinghi-America’s Cup-Sieger von 2007 sind nun beim Quantum Team dabei. Der damalige Alinghi-Stuermann Ed Baird hat nun das Steuer von Barker übernommen und Cameron Appleton macht nun die Taktik in Vertretung von Hutchinson. Nach wie vor ist die Klasse das Auffangbecken der Cup-Szene, die in Valencia ihren Höhepunkt erlebte.

52 SUPER SERIES 2019

Hasso und Tina Plattner steuerten jeweils ihre eigene “Phoenix”-TP52. Am Ende lag die Tochter vorne.
© Nico Martinez / Martinez Studio

Für die aktuelle Vorbereitung auf die AC75 Foiler helfen die TP52s offenbar nicht so sehr weiter, wie zuvor erhofft. Jedenfalls ist das zuvor angepeilte Engagement von Ben Ainslie auch in diesem Jahr nicht zustande gekommen – er segelt jetzt GC32 Foiler.  Und nach dem Ausstieg der NYYC-Elite bei Quantum hat auch Luna Rossa in dieser Saison bei der 52SuperSeries einen Rückzieher gemacht.

Der Klasse scheint das allerdings nicht zu schaden. Es gib mit “Bronenosec” zwar nur einen Neubau, aber elf Schiffe an der Linie sind ein gutes Feld. Es scheint bis jetzt noch kein Team einsam an der Spitze zu dominieren, und die  Owner Driver haben ihren Spaß.

Event Seite 52 SuperSeries

Menorca 52 SUPER SERIES Sailing Week Ergebnisse

 
1. Platoon (GER) (Harm Müller-Spreer) (5,2,6,3,7,2,2,1) 28 Punkte.
2. Provezza (TUR) (Ergin Imre) (6,3,3,1,8,3,1,4) 29 p.
3. Quantum Racing (USA) (Doug DeVos) (8,5,4,2,1,1,7,6) 34 p.
4. Azzurra (ARG/ITA) (Alberto/Pablo Roemmers) (2,1,1,7,10,7,8,2) 38 p.
5. Bronenosec (RUS) (Vladimir Liubomirov) (1,7,8,10,2,10,6,3) 47 p.
6. Alegre (USA/GBR) (Andrés Soriano) (4,11,2,5,6,8,4,7) 47 p.
7. Phoenix 12 (RSA) (Tina Plattner) (7,4,7,8,9,4,3,8) 50 p.
8. Sled (USA) (Takashi Okura) (9,8,5,9,4,5,9,5) 54 p.
9. Phoenix 11 (RSA) (Hasso Plattner) (3,10,11,6,5,6, DNF12,DNS12) 65 p.
10. Gladiator (GBR) (Tony Langley) (11,9,10,11,3,9,5,10) 68 p.
11. Team Vision Future (FRA) (Jean Jacques Chaubard) (10,6,9,4,11,11,10.9) 70 p.

Ergebnisse online

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Carsten Kemmling

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2 Kommentare zu „52 SuperSeries: Irre knappe Ziellineinläufe – “Platoon” und Judel/Vrolijk an der Spitze“

  1. avatar Harm Müller-Spreer sagt:

    Nur um einen offensichtlichen Irrtum aufzuklären 🤔

    Die TP52 Klasse ist keine Owner Driver Klasse ! Die Boote Provezza, Quantum, Azurra, Bronenosec und Gadiator werden z.B. von Profis gesteuert…… oder ist Ed Baird neuerdings Amateur 😅

    Grüße

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  2. avatar ach Harm sagt:

    Owner driver und Profi schließen sich ja nicht aus. Auch als Profi kann man Owner sein.

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