52 SuperSeries: Luna Rossas Bruni zeigt, wie es geht – Tina Plattners starke Premiere

"Ich hasse es, wenn man sagt, mehr Frauen ans Steuer"

Es ist nicht einfach, die Eigner bei der 52 SuperSeries bei Laune zu halten, wenn America’s Cup Profis am Steuer stehen. Dean Barker musste das Quantum-Steuer abgeben, nun darf Francesco Bruni für Luna Rossa siegen.

Die erste Regatta für Luna Rossa in der 52 SuperSeries kam noch etwas früh, so scheint es. Der Neubau konnte vor der Veranstaltung in Kroatien kaum gesegelt werden. Und der Challenger of Record für den nächsten America’s Cup segelte gerade einmal auf Rang sechs von zwölf Yachten.

Ein Start wie ein Gemälde. Fracesco Bruni erobert für Luna Rossa die Leeposition und gewinnt:

Aber nun macht Francesco Bruni ernst. Der 45-Jährige, der mit drei Olympiateilnahmen in drei verschiedenen Klassen (Laser, 49er, Star) und sechs America’s Cup-Kampagnen als einer der weltbesten Segler gilt (SR-Interview), hat beim zweiten Saison-Event der 52 SuperSeries in Zadar nach zwei perfekten Starts mit dem Luna Rossa Team die Führung übernommen.

Starker Leestart für Luna Rossa. © Nico Martinez / 52 SUPER SERIES

Er sagt, das Boot sei jetzt nach einigen kleinen Veränderungen an den Segeln auch am Wind schnell. Und das sei eine große Hilfe. Aber besonders die Lee-Starts haben geholfen, die Position zu behaupten. Bedrängt wurde er von den Owner Drivern kaum. Nur Dean Barker hätte es wohl gewagt, auf Augenhöhe mit ihm um die Poleposition am Pin End zu kämpfen. Aber der musste nach seinem überlegenen Auftakt-Sieg am Quantum-Steuer vor vier Wochen in Sibenik nun das Steuer an Eigner Doug DeVos abgeben, und der rangiert nach zwei Rennen abgeschlagen auf Platz 9 von 11 Booten.

Job done. Francesco Bruni (l.) freut sich über seine Starts. © Nico Martinez / 52 SUPER SERIES

Sehr gut kam aber Tina Plattner zurecht, die das Steuer der neuen “Phoenix” von ihrem Vater Hasso übernahm, der bei der ersten Regatta Achter geworden war. Sie erklärt ihren guten Start in die Serie und ihre Rolle an der Pinne unaufgeregt. “Ich habe das Steuern als Frau nie als große Sache gesehen. Ich hasse es, wenn die Leute sagen, man brauche mehr Frauen oder mehr von irgendwas. Das ist ja schön, aber wir sollten alle gleich gesehen werden. Es sollte nicht so sein, dass Frauen nicht so gut sind, wie die Männer. Wir müssen einfach die Zeit investieren und lernen.”

Tina Plattner

Tina Plattner am TP52-Steuer. © Nico Martinez / 52 SUPER SERIES

Sie habe fünf Jahre lang in Kapstadt eine modifizierte Farr 40 gesegelt und in der vergangenen Saison die südafrikanische Einheitsklasse Cape 31. Davor war sie eher Fahrtensegeln und habe hinten auf einem Maxi gesessen. Einen Jollenhintergrund könne sie nicht vorweisen. Es sei eine steile Lernkurve. “Wir sind im vergangenen November mit zehn Tagen Training in Kapstadt gestartet und dann folgten im April zehn Tage in Palma mit zwei Booten. Ein wirklich gutes Team passt auf mich auf. Und sie sagen mit, wohin ich segeln und was ich tun soll. Ich gebe mein Bestes.”

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Carsten Kemmling

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