A-Cats: Einhand-Katamarane aus der Luft – Design Duell am Gardasee

Fliegender Holländer

A-Cats gehören zu den heißesten Einhand-Booten unter der Sonne. Die neuesten Entwicklungen wurden bei der Frühjahrs-EM am Gardasee gezeigt. Der neue Zweirumpfer aus Holland kostet 25.000 Euro ohne MWS.

Die Konstruktionsklasse A-Cat treibt die Entwicklung im Segelsport weiterhin mit neuen Designs voran. Bei der Frühjahrs-EM in Arco am Gardasee traten in der Saison die aktuellsten Konstruktionen gegeneinander an.

Die Segel-Topps (DEN / FRA) werden wieder schmaler. © Jacopo Salvi / Circolo Vela Arco

Sieger wurde der Schweizer Sandro Caviezel, der die A-Cats der Scheurer Bootswerft mitentwickelt. Für 2018 segelt er die G7-Version mit neuen Tragflächen. 78 Versionen der neuen Schwerter wurden getestet. Die A-Cat-Regeln sehen vor, dass die Foils von oben in die Rümpfe gesteckt werden müssen. Das schließt T-Foils wie bei der Moth aus. Allerdings dürfen die Winkel der Schwerter und Ruder durchaus verändert werden. Und das können sie bei den neuen Booten, auch wenn man im Trapez steht.

Am-Wind-Foiling:

Scheurer setzt auf ein kürzeres Rigg mit 8,3 Metern und das schien am Gardasee gerade auch bei wenig Wind zu funktionieren. Da fuhr Caviezel seine beiden ersten Plätze ein, die ihm zum Gesamtsieg verhalfen. Denn der Fliegende Holländer Mischa Heemskerk, Weltmeister 2012 und 2016, brachte seinen neuen DNA F1x bei wenig Wind nicht zum Laufen.

Die neuen Foils beim Scheuer Design. © Scheurer

© Scheurer

Dafür segelte er in den nächsten fünf Rennen locker vorneweg und zeigt damit, dass sein überarbeiteter F1 DNA A-Cat bestens funktioniert. Für das mit dem neuen Upgrade versehenen Sportgerät berechnet er inzwischen 25000 Euro (ohne MWS), aber die Anlage scheint sich durchaus in Speed umwandeln zu lassen.

Mischa Heemskerk mit seinem neuen DNA F1x Kat war der Schnellste bei Wind. . © Jacopo Salvi / Circolo Vela Arco

Der F1x ist weiterhin in Bezug auf den Windwiderstand und Gewichtreduktion optimiert. Dafür ist die Großschot unter das Trampolin geführt und wird über ein Rad verstellt, das klassische Traveller-System wie auch einen Großbaum gibt es schon länger nicht mehr. Das Segel schließt mit dem Trampolin ab und wird alleine durch steife Latten in Form gehalten.

DNA F1x: Schmales Segel im Topp, kein Großbaum. © DNA

Die neue Plattform des DNA F1x mit minimiertem Windwiderstand. © DNA

Mischa Heemskers segelfertige Plattform © DNA

Die Foil-Anordnung beim DNA F1x. © DNA

Das Gesamtgewicht von 75 Kilogramm darf nicht unterschritten werden. Der gewonnene Spielraum beim Gewicht wird in die Verstärkung der Plattform investiert. Die neuen Z-Tragflächen sind vom deutschen Luna-Rossa-Designchef Martin Fischer gestaltet worden. Seine Studien brachten mehr als zwölf verschiedene Variationen hervor, deren Untersuchungen zum finalen Shape geführt haben.

Was für ein Flügel. Der beste Deutsche Rainer Bohrer. © Jacopo Salvi / Circolo Vela Arco

Das Ergebnis kann bei der Europameisterschaft der Klasse in Warnemünde (7. bis 14. Juli) bestaunt werden. Dann kommt es zum Showdown mit den polnischen Explorer Designs, die die vergangene WM dominierten. Die Teilnehmerzahl ist auf 100 Boote beschränkt worden.

Die neuen A-Cats sind immer besser in der Lage auch am Wind zu foilen. Und sie erreichen maximal schon die 30 Knoten Marke. Aber an die fliegenden Motten kommen sie nicht ran. Die haben schon die 36 Knoten geknackt. Der Hauptgrund: Sie müssen nur zwei Rumpfanhänge statt vier durch das Wasser ziehen.

Ergebnisse

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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