America’s Cup 360 Grad Video : Wie Mitsegeln auf “Britannia” – Als es mal richtig eng wurde

"Es fehlt nicht viel"

Es war die taktisch wohl spannendste Szene des Prada-Cup-Finals. Ainslie setzt nach seinem besten Start zu einem Luvmanöver an. Mit der 360-Grad-Technik kann man die Kamera selber steuern.

Es geht um die Vor- und Nachstartphase des zweiten Rennens am ersten Tag, das INEOS Team UK schließlich insbesondere nach einem verpatzten Ausweichmanöver verliert.

Luna Rossa startet leicht versetzt in Luv, die Briten erkämpfen sich einen kleinen Vorteil in Lee. Gut zu hören ist die Kommunikation von Ainslie mit Taktiker Giles Scott, der den Abstand zur Startlinie ansagt. Für die Boot-zu-Boot Informationen ist Leigh McMillan zuständig, der auch als Flight-Controller auf einem Bug den Anstellwinkel des Hauptfoils einstellt. Er berichtet dem Steuermann über den aktuellen Vergleich zum Gegner in Bezug auf Höhe und Speed.

Schöne Leeposition für die Briten beim Start. © COR 36 | Studio Borlenghi

Im folgenden Video erklärt Giles Scott, welche Rolle er als Taktiker auf dem Boot übernimmt. Er ist nahezu von allen technischen Aufgaben entbunden, um genauer die Entscheidungen über Manöver treffen zu können.

Diese Rolle wurde als vermeintlicher Vorteil des britischen Teams im Duell mit den Italienern gesehen. Das kam aber noch nicht zum Tragen. Auch weil an den ersten beiden Tagen drehende Winde keine so große Rolle gespielt haben. Besonders am zweiten Tag ließ jeweils eine starke Rechtsdrehung auf dem Kurs auch wenige Optionen zu. Ein Großteil der beiden Duelle fand auf der Kreuz mit Wind von Steuerbord statt. Das ist nicht gut für einen Angreifer. Es fehlt der Platz für taktische Optionen.

Insofern spielten die verlorenen Starts die größte Rolle bei dem 0:4. Das bestätigt Ainslie im Interview nach dem zweiten Renntag. “Es fehlt nicht viel.” Die Boote lägen leistungsmäßig nahe beieinander. Aber man müsse einfach besser starten. “Sie haben einfach sehr gut gesegelt und uns keine Chance zum Überholen gegeben.”

Wegen der aufgetretenen Corona-Fälle in Auckland ist der nächste Renntag in Auckland am Mittwoch erst einmal abgesagt worden. Die Stadt ist für 72 Stunden in den Lockdown gegangen. Ob es dann wie geplant Freitag bis Sonntag weiter geht, steht noch nicht fest. Die Italiener benötigen noch drei Siege, um als Sieger des Herausforderer-Finals festzustehen. Vom 6. bis 15. März findet dann das America’s Cup Match gegen das Team New Zealand statt.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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