America’s Cup: Abschied von den 62 Fuß Foiler Kats – Kosten auf 20 Millionen Euro senken

Downsizing

Das America’s Cup Management will die Sportgeräte von 62 Fuß extrem verkleinern und damit eine signifikante Kosten-Reduktion bewirken. Es vollzieht damit eine überraschende Kehrtwendung in der bisherigen Politik, die einen günstigeren Cup verhinderte und bisher nur fünf Herausforder zur Meldung motivierte.

Luna Rossa

Luna Rossa bei Training mit seinen beiden AC45 vor Cagliari. © Carlo Borlenghi/Luna Rossa

Die Ankündigung von Harvey Schiller, dem Commercial Commissioner beim America’s Cup, dürfte besonders die Franzosen freuen. Das Downsizing der America’s Cup Yachten Fuß auf eine noch nicht bestimmte Größe macht den Cup vielleicht doch noch für den finanziell schwächelnden Franck Cammas erschwinglich.

Schiller sagt, dass es in den vergangenen Monaten bei der Beobachtung der AC45 Prototypen von den verschiedenen Teams immer klarer geworden sei, dass sie im Vergleich zu den großen Schiffen kaum an Spektakel vermissen lassen.  Auf der anderen Seite könnten die Kosten mit kleineren Booten dramatisch reduziert werden.

Unterhaltskosten zu hoch

“Wir sind dafür verantwortlich, an einer langfristigen gesunden Zukunft für den  America’s Cup zu arbeiten und den Wert einer Teilnahme für die Rennstallbesitzer und deren Partner zu erhöhen. Die aktuellen Unterhaltskosten sind bei den AC62 für die Teams viel zu hoch.”

Dieser Aspekt sei schon beim Teilnehmertreffen in London im vergangenen Jahr besprochen worden. Damals seien nur Oracle und die Neuseeländer dafür gewesen, ein kleineres Boot zu benutzen. Aber nun unterstütze die große Mehrheit der Teams diese Idee, auch wenn keine Einstimmigkeit erzielt worden sei.

Schiller sagt, dass die Geschwindigkeit des neuen Bootstyps, dessen Größe noch nicht bekannt ist,  genauso hoch sein werde wie bei den AC72 beim vergangenen Cup. Dafür sorgen die großen Fortschritte bei der Entwicklung der Tragflächen.

Ainslie will nachhaltigen Cup

“Das wird eine große Veränderung sein”, kommentiert Ben Ainslie die dramatische Wende. “Aber sie ist wichtig, wenn wir in der Zukunft einen nachhaltigen America’s Cup haben wollen.” Die Herausforderung für Segler und Designer werde sich nicht verändern.

Franck Cammas glaubt, dass es jetzt möglich sei, ein sehr wettbewerbsfähiges Team mit einem Budget zwischen 15 und 20 Millionen Euro aufzustellen, das in der Lage sei zu gewinnen.  Die Organisatoren wollen sogar so weit gehen, die Regeländerung auch für den folgenden America’s Cup festzulegen. Besonders Artemis sei dafür.

Dann bleibt nur noch Luna Rossa, die gegen eine solche Änderung sind. Das ist in so weit logisch, weil die Italiener mit ihrem Programm schon am weitesten fortgeschritten sind. 80 Menschen sind schon angestellt. Bruni und Co werden sich ärgern, aber die Änderungen sollen bis Ende März festgeschrieben sein.

Franzosen sind froh

Ob auf diese Weise noch weitere Meldungen generiert werden sollen, ist noch nicht bekannt. Jedenfalls sollen damit besonders die Franzosen im Boot behalten werden. Nach wie vor werden die Vorregatten auf einheitlichen AC45 Tragflächen Katamaranen gesegelt werden. Erst zum Schluss 2017 sollten die von den Teams selber konstruierten AC62 zum Einsatz kommen.

Die Kostenreduktion käme besonders durch die verringerte Crewstärke zustande. Nach der Klage des Oracle Segler Spooner gegen seinen alten Arbeitgeber ist deutlich geworden, dass selbst ein Grinder im Jahr bis zu 350.000 Dollar kosten kann. Personalkosten machen etwa 60 Prozent einer Kampagne aus.

 

 

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Carsten Kemmling

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