America’s Cup: AC75-Cupper im Nahkampf – Ärger um gemeinsame Trainings

"Koordiniertes Segeln" verboten

Erste Profi-Videos von den AC75 in Action. In weniger als drei Wochen wird Neuseeland beim allerersten Rennen der PRADA America’s Cup World Series in Auckland gegen Luna Rossa antreten. Das Rennformat für die vier Renntage steht nun fest. 

Gerade noch wurde der legendäre Segelsport-Fotograf Gilles Martin-Raget mit dem Preis für das beste Segelbild des Jahrhunderts ausgezeichnet, das er vor 18  Jahren schoss, nun ist der 65-jährige Franzose wieder mittendrin im Geschehen. Er liefert die ersten unabhängigen professionellen Videos von den neuen America’s Cuppern in Auckland – spektakuläre Aufnahmen, an die man sich erst gewöhnen muss.

Aber das dauert nicht mehr lange. In weniger als drei Wochen startet der viertägige Christmas-Cup, bei dem die vier neuen AC75-Cupper erstmals in einem Wettkampf aufeinander treffen werden. Bei dem Rennen geht es zwar anders als bei den vergangenen beiden Cup-Zyklen um Nichts, aber niemand weiß, wie sich die Boote im direkten Wettbewerb schlagen.

Die Veranstalter haben jetzt das Programm bekannt gegeben. An den ersten drei Tagen des PRADA ACWS Auckland vom 17.-19. Dezember wird mit vier Rennen pro Tag eine Round Robin Serie ausgesegelt – Match Races jeder gegen jeden.  Alle vier Teams treten je zweimal gegeneinander an. Am vierten Tag (20. Dezember) beginnt das PRADA-Christmas Race, das aus zwei K.O.-Runden besteht.

Die Rennen werden mit einem Start gegen den Wind ausgetragen und dauern jeweils etwa 25-30 Minuten. Die Startzeiten sind zwischen 1500 bis 1800 Rennen pro Tag geplant – also bei 12 Stunden Zeitverschiebung in Deutschland mitten in der Nacht. Der zulässige Windbereich liegt zwischen 6,5 und 21 Knoten. Alle Duelle sollen live und kostenlos per Youtube zu verfolgen sein.

Schlichter schwammig

Ärger gibt es auch wieder. Emirates Team New Zealand hat die dreiköpfige Schlichter-Kommission angerufen, um den Herausforderern die Vergleichsfahrten zu verbieten, die zuletzt häufiger vor Auckland gesehen wurden. Denn laut Protokoll ist das gemeinsame “Segeln und Testen in koordinierter Art und Weise” verboten.

Format der PRADA America’s Cup World Series und des PRADA Christmas Races. © America’s Cup Event / Challenger of Record

Aber was heißt “koordiniert” in diesem Bezug. Das Arbitration Panel hat auf elf Seiten versucht, den Streit zu klären ist dabei aber sehr schwammig geblieben. Es heißt in dem Pamphlet, dass sich die Wahrscheinlichkeit eines ‘koordinierten Segelns’ vergrößert je länger sich die Boote eng nebeneinander befinden. Allerdings gebe es kein Gremium, das entscheidet, wann diese Regel gebrochen wurde.

Die Neuseeländer achten besonders genau darauf, dass die Herausforderer nicht mit- und gegeneinander segeln, weil sie das theoretisch stärker beim America’s Cup Match macht.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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