America’s Cup: Ärger über Prada-Cup-Verschiebung – Luna Rossa will Freitag segeln

Segeln oder nicht?

Neuseeland hebt den dreitägigen Corona-Lockdown weitgehend wieder auf. Aber die America’s Cup-Organisatoren bestehen auf einer Verschiebung um eine Woche. Luna Rossa wehrt sich.

Wird es wieder so kommen, dass Zuschauer in Auckland erlaubt sind? © COR 36 | Studio Borlenghi

Die gute Nachricht für Neuseeland, dass die aufgetretenen Corona-Fälle einigermaßen unter Kontrolle sind und von Level 3 Restriktionen zu Level 1 zurückgekehrt werden kann, hat zu Verwerfungen im America’s Cup-Lager geführt. Denn anders als im gesamten Land gilt für Auckland mindestens bis Montag noch Level 2. Und der würde am Wochenende Zuschauer beim Prada Cup weitestgehend ausschließen.

Deshalb haben die neuseeländischen Organisatoren des Prada Cups ACE eine weitere Verschiebung des Herausforderer-Finals bis zum 26. Februar angekündigt. Auch der America’s Cup soll um eine Woche verschoben werden. ACE geht davon aus, dass die Regierung bis dahin auch in Auckland wieder den Level 1 ausgerufen hat, der es erlauben würde, die von den Neuseeländern sehr gut besuchte Regatta mit Zuschauern fortzuführen.

Diese Ansicht hat bei Luna Rossa zu großem Ärger geführt. In mehreren Pressemitteilungen machen die Italiener ihren Standpunkt klar, dass es keinen Grund gibt, die nächsten Duelle mit dem INEOS Team UK zu verschieben. Man könne ohne Probleme im Level 2 segeln – wenn auch ohne Publikum.

Die Regeln seien klar. Am 24. Februar müsse der Prada Cup beendet sein. Wenn bis zu dieser Deadline in Führung liegt, habe gewonnen. Eine logische Betrachtungsweise – besonders wenn man 4:0 vorne liegt und das sportliche Momentum auf seiner Seite hat.

Briten unterstützen Verschiebung

Klar ist auch, dass die Briten eher die Position von ACE unterstützen. Jeder Tag Pause vergrößert die Chance, dass sie den vermeintlich kleinen technischen Rückstand aufholen oder in einen Vorsprung umwandeln können.

Die sportlichen Interessen sind klar. Organisator ACE als dritte Partei ist dagegen der Gewinn-Maximierung verpflichtet. Ziel ist eine Veranstaltung mit einer größtmöglicher Zuschauer-Resonanz.

Das Prada-Cup-Duell zwischen Briten und Italiern. Fortsetzung an Land. © COR 36 | Studio Borlenghi

In der jüngsten Erklärung von Luna Rossa heißte es: “Wir sind überrascht von den Aussagen, die von America’s Cup Event (ACE) und von INEOS Team UK veröffentlicht wurden. Vom ersten Tag der Aktivitäten der Teams in Neuseeland an wurden gemeinsam mit ACE und allen staatlichen Stellen Protokolle erstellt, die es den Teams und Organisatoren ermöglichen, in den verschiedenen COVID-19-Alarmstufen zu operieren.”

Notfalls könne man sich hinter verschlossenen Türen vorbereiten und auch die Rennen fahren. So wie es bei der Formel1, den Australian Open und anderen Veranstaltungen der Fall ist; die Priorität liegt in diesen Zusammenhängen eindeutig bei der Gesundheit der beteiligten Personen.

Wetterbedingungen sind ideal

“Der Challenger of Record hat bestätigt, dass es möglich ist, ein Rennen in völliger Sicherheit durchzuführen. Er hat auch dem ACE und den lokalen Behörden seine volle Unterstützung für die Anwendung des Protokolls angeboten, das in den Plänen für das Management zu Lande und zu Wasser für den Covid-19-Alarm der Veranstaltung AC36 angegeben ist.

Es gibt keinen Grund, warum Teams, die während dieser Alarmstufe trainieren dürfen, nicht auch Rennen fahren dürfen, wenn auch hinter verschlossenen Türen und nach dem gleichen Protokoll.

Die Wetterbedingungen für die nächsten Tage sind ideal, um Rennen auf höchstem Niveau zu veranstalten. Luna Rossa Prada Pirelli ist bereit, am Freitag, den 19. Februar, gegen das INEOS Team UK anzutreten, in Übereinstimmung mit dem Programm des Prada Cup Finals, das spätestens am 24. Februar enden muss. Umso mehr, als die Regierung die Entscheidung getroffen hat, von Level 3 auf Alert Level 2 herabzustufen, so dass die Regatten unter voller Wahrung der Sicherheit aller stattfinden können.”

Beim INEOS Team UK heißt es: “Das Ergebnis des Prada-Cup-Finales sollte auf dem Wasser in dem vereinbarten Format (sieben Siege) entschieden werden. Wir respektieren voll und ganz die Entscheidung der Regierung, die Rennen zu unterbrechen, bis es sicher ist. Wir würden eine Verzögerung des Wettbewerbs unterstützen, wenn dies erforderlich ist. Die von ACE vorgeschlagene Lösung ist vernünftig, um sowohl die Sicherheit aller in Neuseeland als auch die Integrität des sportlichen Wettkampfs zu gewährleisten. Das INEOS Team UK wird seine Rennvorbereitungen fortsetzen und bereit sein, Rennen zu fahren, sobald es sicher ist.”

Wie geht es nun weiter? Wird ab Freitag gesegelt? Wird Luna Rossa zum Sieger erklärt? Wird die Serie erst in einer Woche fortgesetzt? Kann ein solcher Disput vom Arbitration-Panel, dem Schlichtungskomittee entschieden werden?

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

8 + zwanzig =