America’s Cup: Ainslie erklärt schlechte Ergebnisse – anderer Fokus bei Trainingsrennen

"Noch Asse im Ärmel"

Bain Ainslie antwortet auf die Sorgen der Fans, nachdem sich das Land Rover BAR Team in Bermuda bisher nicht auf Höhe der Konkurrenz zeigt. Will er die Gegner in Sicherheit wiegen?

Eigentlich sollte Ben Ainslie in 17 Tagen beim Start der America’s Cup Qualifiers in Bermuda mit seinem Land Rover BAR Team als Favorit ins Rennen gehen.

Schließlich ist er mit seinem 100 Millionen Euro Syndikat finanziell bestens für eine Herausforderung aufgestellt, hat die America’s Cup World Series vor dem Verteidiger Oracle gewonnen und darf deshalb mit zwei Siegen Vorsprung in die Qualifikation gehen.

Land Rover BAR

Land Rover BAR in Bermuda. © Harry KH /LR BAR

Aber die jüngsten Ergebnisse beim Training in Bermuda können Ainslie-Fans Kopfzerbrechen bereiten. Während die World Series Ergebnisse mit den Einheitskatamaranen gezeigt haben, dass das Segelteam eines der besten ist, scheinen die Briten technisch nicht auf der Höhe.

Dabei ist nicht klar, wie ernst die Lage wirklich ist. Mauern die Briten, oder können sie nicht schneller? Inzwischen werden die sorgenvollen Stimmen in den britischen Segelmedien immer lauter. Wohl auch deshalb hat sich Ben Ainslie in seiner Kolumne für den Telegraph geäußert.

Großes Steigerungspotenzial

Darin bezeichnet er die Berichte über die mangelhafte Form des Teams für “stark übertrieben”. “Die gute Nachricht aus unserer Sicht heißt: Wir glauben, ein größeres Steigerungspotenzial als vielleicht einige unserer Gegner zu haben.”

Ein Großteil der negativen Berichte habe mit den Trainingsrennen zu tun und Kommentaren einiger “so genannter Experten”. Aber die Wahrheit sei es, dass BAR als neues Team wohl erst später in der Kampagne richtig angreifen könne und Zeit aufholen müsse.

Land Rover BAR

Das britische Team diskutiert die Fortschritte an Bord. © Harry KH /LR BAR

“Artemis, Emirates Team New Zealand, Oracle Team USA und SoftBank Team Japan – durch die Verbindung mit Oracle – haben nach dem vergangenen Zyklus weiter gemacht. Sie waren uns und den Franzosen immer zwölf Monate voraus, einfach weil sie ihre Designteams schon engagiert haben und ihre Entwicklungsarbeit vor uns begannen.” 

Aber dieser Vorsprung verringere sich je näher die Regatta rücke. Erst in dieser Woche sei das neue Steuerrad eingebaut worden, mit dem Ainslie wie bei einem Formel1-Wagen die wichtigsten Kontrollmechanismen bedienen könne.

Last-Minute-Upgrades

Es sei nun wichtigste Frage, wie schnell die Crew lerne, die technischen Last-Minute-Upgrades an Foils und Rudern in Leistungszuwachs umzumünzen. Diese Fähigkeit werde über den Erfolg des Teams entscheiden.

“Ich bin zuversichtlich. Dabei ist es klar, dass einige Teams diese Trainingsrennen völlig anders angegangen sind. Wir haben nur die Hälfte absolviert und sehen sie nur als Möglichkeit, den Stand der Konkurrenz zu begutachten, während wir unsere Upgrade-Tests fortführen.”

Obwohl der Start der Rennen am 26. Mai kurz bevorsteht, wisse niemand, was zu erwarten ist. “Es ist klar, dass alle noch ein paar Asse im Ärmel haben und wir werden auch noch während der Rennphase Komponenten hinzufügen. Das ist natürlich ein Risiko, weil man nicht genau weiß ob die Verbesserungen funktionieren. Aber man muss solche Risiken eingehen. Wir wollen an die Grenze gehen. Ein Team, das dabei am erfolgreichsten ist, wird gewinnen. Wir glauben immer noch, dass wir es sein können.”

 

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Carsten Kemmling

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