America’s Cup: Ainslie zeigt die erste Foilig-Wende – INEOS Team UK zeigt seine “Krake”

Ainslie gibt Gas

Das britische America’s Cup Team ist nach dem größten Sponsor Deal aller Zeiten bestens aufgestellt und hat als erstes ein Test-Boot im Wasser. Bisher wurde es heimlich gefilmt, nun auch offiziell.

Ein neues Video zeigt das INEOS Team UK, wie es das T5-Testboot mit seinen Kraken-Foils vor Portsmouth bewegt. Es sieht schnell aus, und die Briten haben offenbar auch schon eine Foiling-Wende im Repertoire.

Eine kleine Sequenz stellt dar, dass die Lernphase durchaus Wasserkontakt beinhaltet. Wie heftig das sein kann, ist auf einem verwackelten Amateur-Video schemenhaft zu erkennen. Der T5 fliegt heftig aus der Kurve.

Ben Ainslie, INEOS Team UK

Ben Ainslie testet das neue Ameirca’s Cup Set Up. © INEOS Team UK

Beim Rigg Setup ist zu erkennen, dass die Kräfte von Decksalingen wie bei den Vendée Globe IMOCAs aufgefangen werden. Die weisen zwar einen großen Windwiderstand auf, erlauben aber dem profilierten Mast eine geringere Kompression, so dass er einfacher angestellt werden kann.

Die anderen drei Teams scheinen bei ihrer Vorbereitung längst noch nicht so weit zu sein. American Eagle vom New York Yacht Club konzentriert sich wie Luna Rossa noch auf die – vergleichsweise deutlich langsamere – TP52 SuperSeries. Und die Amis dominieren wie gewohnt – WM-Sieg in der vergangenen Woche – während die Italiener hinter den Erwartungen segeln (5. in Mallorca). Von den Neuseeländern ist mal wieder verdächtig wenig zu hören. Aber das muss ja nichts heißen, wie die jüngste America’s Cup Geschichte gezeigt hat.

Speed-Vergleich zu einem Cruiser, der immerhin auch ein nicht ganz so langsamer Multihull ist:

Das tatsächliche Rennboot eines Teams darf nach den Regeln des America’s Cup erst ab dem 31. März 2019 gesegelt werden. Deshalb üben die Briten seit Ende Juni mit ihrer um 40 Prozent kleineren Version schon den ganzen Sommer vor der Basis in Portsmouth. “Das Segeln ses T5 ist ein wichtiger Teil des Lernprozesses mit diesem neuen Konzept”, sagt Ben Ainslie.

Grant Simmer, CEO beim INEOS TEAM UK, betonte, dass dies nur der Beginn eines langen Entwicklungsprozesses bis zum America’s Cup 2021 ist. “Wir wissen, dass die anderen Teams nicht so weit hinter uns liegen werden, und wir müssen noch besser als bisher vorankommen. Aber die Entwicklung mit dem T5 ist ein guter Start und zeigt die gute Arbeit des gesamten Teams.”

Daten und Fakten

Der T5 ist ein 28-Fuß-Einrumpf-Foiler. Er begann sein Leben als Quant 28, wurde aber erheblich modifiziert, entsprechend der grundlegenden Parametern der AC75, der Bootsklasse, mit der der 36. America’s Cup gesegelt wird.
Die Modifikationen umfassten den Einbau von zwei Foiler-Armen,  einem T-Foil am Ruder, neuen Steuersystemen, ein verändertes Deckslayout, neue Hardware und Rigg.

T5 soll es dem Team ermöglichen, das völlig neue Segelkonzept zu erlernen und die Computermodellierung und Simulationen für den Entwurf ihres ersten Rennbootes zu verifizieren.

 

Das T5 Testboot ist 40% kleiner als der spätere AC75 Cupper © INEOS Team UK

© INEOS Team UK

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INEOS TEAM UK Eigner und Gründer Jim Ratcliffe mit Sir Ben Ainslie © Lloyd images

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Carsten Kemmling

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5 Kommentare zu „America’s Cup: Ainslie zeigt die erste Foilig-Wende – INEOS Team UK zeigt seine “Krake”“

  1. avatar Andreas Borrink sagt:

    Im Verhältnis zum AC75 ist T5 nicht 40%, sondern etwa 60% kleiner, also deutlich kleiner als halb so groß. Damit hat T5 etwa 40% der Größe von AC75. Wäre T5 40% kleiner, wäre sie etwa 12,5m lang, nicht 8,5m.

    Abgesehen davon fährt das Gerät ja schon sehr eindrucksvoll. Bleibt abzuwarten, ob man die Erkenntnisse einfach linear auf ein 140% (!!) größeres Boot übertragen kann. Die Kräfte und damit die Probleme dürften wohl eher im Quadrat zur Größe zunehmen. Also in diesem Fall um ca. 400%……

    Spannend ist das allemal – aber auch ziemlich abgefahren!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 12 Daumen runter 6

    • avatar Checker sagt:

      Au weia ! Unser Andreas verwechselt Länge mit Größe (Volumen, Gewicht), die im übrigen mit der Länge hoch drei, d.h mit der dritten Potenz ansteigt.

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 1

      • avatar Hüpenbecker sagt:

        Ich messäääääääääää ein meter fünf und ähhhhh ja!

        Ich komm auf 327.4% ähh waalter

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      • avatar Checker sagt:

        Lange hoch drei gilt für das Volumen eines Würfels. Bei doppelter Kantenlänge wächst das Volumen um 800 %.

        Schiff 1
        L 10m, B 3m, H 2m ergibt ein Volumen von 60 Kubikmetern.

        Schiff 2
        L 20m, B 6m, H 4m ergibt ein Volumen von 480 Kubikmetern

        Eine verdopplete Bootslänge führt also zu einem 8 mal grösseren Volumen und Gewicht, wenn auch die Breite und Höhe des Bootes verdoppelt werden.

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  2. avatar breizh sagt:

    Würde es in Star Wars eine Segelszene geben, sehen die Segelboote so aus. Ziemlich futuristisch und abgefahren.

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