America’s Cup: American Magic tauft AC75 – Erste Halse auf Tragflächen gezeigt

Spiel der Stärke

90 Minuten soll es gedauert haben, bis das America’s Cup Team des New York Yacht Club die erste Halse nach dem Stapellauf ausgeführt hat. Die Amis haben früh die Führung übernommen.

Die Neuseeländer waren die Ersten, die ihr Schiff mit einer großen Feier der Öffentlichkeit vorgestellt haben. Es mag ein psychologischer Vorteil sein, der den Gegnern einen Entwicklungsvorsprung suggeriert. Aber insbesondere die Amerikaner halten dagegen.

American Magic hält beim Psycho-Spiel der Stärke voll dagegen und positioniert sich mit viel Selbstbewusstsein ganz vorne im Feld der fünf America’s Cup Teams. Zwar mag das Emirates Team New Zealand die ersten Bilder seines 75 Fußers geliefert haben, aber dann folgte ein geleaktes eher unglücklich aussehendes Foil-Video bei holprig aussehenden Flug-Versuchen im Schlepp.

American Magic

Viel Spritzwasser am Flügel. © Amory Ross / American Magic

Die Amerikaner dagegen präsentieren schon beim ersten Vorstellungsvideo eine Sequenz, die den Kraken-Cupper bei einer Foiling-Halse zeigen. Skipper-Taktiker Terry Hutchinson erklärt, dass dieses Manöver schon 90 Minuten nach dem ersten Wasser-“Touch Down” geglückt sei. Soll heißen: Die vorherigen Tests im Simulator und mit dem kleineren Testboot waren erfolgreich. Alles läuft nach Plan.

Ob es wirklich so ist, wird sich wohl erst im Wettkampfmodus zeigen. Bis dahin zeigt das US-Team, wie weit es in den vergangenen Monaten gekommen ist. Ein Amateuer-Video zeigt, dass auch schon die Foling-Wende in Angriff genommen wurde:

An dieser Front der öffentlichen Präsentation wird am Ende nicht der Krieg entschieden. Niemand hat das besser, als die Neuseeländer beim vergangenen America’s Cup, als sie Entwicklung in aller Stille und Heimlichkeit vorantrieben und die Konkurrenz schließlich überraschen konnten. Zurzeit scheint diese Taktik eher von den Briten um Ben Ainslie verfolgt zu werden, bei denen es auffällig ruhig ist.

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Der US-Herausforderer in voller Amwind-Fahrt© Amory Ross / American Magic

Sie werden aber die Bilder der Amis und Kiwis eingehend studiert und ihre eigenen Spione entsandt haben. Das gehört zum Standard-Spiel des Cups dazu. So liegt das Augenmerk insbesondere auf dem so genannten Cross Over, zum Beispiel wann die Vorsegeln wie Code Zero oder Standard-Genua gesetzt werden.

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Die veränderbare Foil-Variante mit einem torpedoartigen Hauptkörper. © Fare Vela

Die spielen insbesondere bei leichterem Wind unter zehn Knoten Wind eine große Rolle. Dann wenn es sich entscheidet, ob das Schiff auf seine Tragflächen gewuchtet werden kann. So gehen Experten davon aus, dass die Vorsegel schnell eingerollt und verstaut werden müssen, sobald der Foiling Modus erreicht ist, um den Windwiderstand zu verringern. Wenn der Wind nachlässt und das Boot wieder in den Verdränger-Modus abrutscht, wird das Segel dann schnellstens wieder benötigt.

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“Defiant” bei der Taufe. © Amory Ross / American Magic

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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