America’s Cup: American Magic zeigt erstes Flug-Bild – Gegner auf die falsche Fährte locken

Das Spiel hat begonnen

American Magic, AC75

Das erste Bild eines fliegenden AC75. American Magic stellt sich vor. © Amory Ross / NYYC American Magic

Das US-Team American Magic hat den Wettlauf um das erste Segelbild mit dem neuen AC75 gewonnen. Die ersten Wasser-Tests finden nahezu gleichzeitig mit denen der Neuseeländer statt. Besondere Flügel-Designs sorgen für Diskussionen.

American Magic, das America’s Cup Syndikat vom New York Yacht Club hat erstmals seinen neuen AC75 zum Fliegen gebracht. Das Team zeigt ein Bild, mit Dean Barker am Steuer und Terry Hutchinson als Skipper an Bord, auf dem das US-Boot vor Newport über die Narragansett Bay rast.

Emirates Team New Zealand

Die bisher gezeigten Tragflächen-Enden der Neuseeländer ähneln denen der Amerikaner © ETNZ

In einem Post heißt es: “Es ist ein stolzer Tag für unser Team nach so vielen Monaten Arbeit mit dem Design, Bau und der Vorbereitung. Nachdem wir zum ersten Mal die Segel gesetzt haben, sind wir über die Bucht gefoilt.”

Anders als Team New Zealand hat das US-Team bisher auf eine öffentliche Tauf-Zeremonie verzichtet. Die Kiwis sind aber auch nicht untätig in Auckland. Sie absolvierten zuerst ihre Schlepptests und haben nun auch den Mast gestellt sowie die Segel gesetzt.

Auch die Neuseeländer setzen Segel in Auckland.

Von den drei weiteren Teams ist noch nicht viel zu hören. Luna Rossa hat die geplante öffentliche Tauf-Zeremonie in Cagliari/Sardinien erst einmal abgesagt. Die Gründe dafür sind nicht bekannt. Allerdings wird der italienische Stapellauf ebenso in den nächsten Wochen erwartet, wie der vom britischen INEOS Team UK. Das nachgemeldete zweite US-Syndikat Stars + Stripes Team USA verfügt noch nicht über einen AC75-Bau in der Endphase. Es muss aber spätestens  23. April 2020 zum Start der America’s Cup World auf Sardinien einen funktionsfähigen Cupper am Start haben.

Gezielte Desinformationen

So können Design-Vergleiche bisher nur zwischen den beiden existierenden Cuppern stattfinden. Dabei machen schon insbesondere die Amerikaner von sich reden, da schon einige Bilder von ihren Flügel-Designs im Netz kursieren.

Das alte America’s Cup Fake-News-Spiel hat begonnen. Längst erlauben es die Regeln nicht mehr, Rümpfe und Anhänge hinter einem Sichtschutz zu verbergen. Deshalb verbreiten die Team-Strategen gezielte technische Desinformationen, um die gegnerischen Designer auf falsche Fährten zu locken.

American Magic, AC75

Ausgefallenes Flügel-Design bei den Amerikanern.

Bei der neuen AC75 Klasse wird es insbesondere um die Konstruktion der Tragflächen an den Enden der einheitlichen Foil-Arme. In der Testphase werden unterschiedlichste Versionen montiert. Einen Teil der Bandbreite hat jetzt schon American Magic gezeigt.

Auf dem offiziellen Bild ist eher ein klassisches T-Foil zu sehen, das der Kiwi-Version ähnelt. Auf geleakten Bildern sieht man aber auch deutlich radikalere Versionen des Foils am US-Cupper. Eine Konstruktion ähnelt den Apparaturen beim Kite-Foiling. Es wird sich zeigen, welche Varianten später tatsächlich zum Einsatz kommen und welche nur aus Pappe waren.

Die American Magic Foil-Version, die an einen Kite-Foiler erinnert.

Kite Foil

Solche Apparaturen schrauben sich die Kite Foiler unter ihre Boards

Es gibt auch Unterschiede im Rumpf Design. Während beide Teams besonders bei der Decksform konsequent auf die Reduktion des Windwiderstandes geachtet haben, sind sie beim Unterwasserschiff andere Wege gegangen.

Die Amerikaner setzen auf sehr gerade, flache Linien, die insbesondere im Flugmodus aerodynamische Vorteile haben könnte und auf eine höhere Endgeschwindigkeit zielen mag. Die Neuseeländer lassen dagegen schärfere Rumpfformen erkennen. Das deutet darauf hin, dass sie besonders im Übergangsbereich zwischen Verdänger-Fahrt und Flugphase Vorteile erreichen wollen. Frühes Fliegen kann entscheidend sein.

Die Amerikaner haben angekündigt, in nächster Zeit ihr Lager in Newport abzubrechen und wieder in das wärmere Pensacola umzuziehen. Schon den vergangenen Winter hat das Team auf seiner Basis in Florida verbracht.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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