America’s Cup: Briten in Auckland angekommen – Italiener beschweren sich über Unterkuft

Flieger im Flieger

Nach den Amerikanern und Italienern sind nun auch die Briten in Auckland angekommen – ebenso ihr neues Boot per Luftfracht. Grant Simmer CEO beim INEOS TEAM UK musste von der Radikalität überzeugt werden.

Der INEOS Neubau verlässt die Halle. Verrät die Form etwas über das Aussehen? © Cameron Gregory

Der America’s Cup Neubau vom INEOS TEAM UK ist in Auckland gelandet. Der AC75 mit dem Codenamen RB2 benötigte mit einer Antonov-Frachtmaschine insgesamt vier Tage. Der Flieger im Flieger landete in Dubai und Indonesien und war insgesamt mehr als 24 Stunden in der Luft.

Mit Spannung wird erwartet, wie jeweils die neuesten Boote der Teams aussehen. Bisher hat noch keines seine Linien enthüllt. Simmer kündigte ein radikales Design an, und in einem Interview mit Shirley Robertson gibt er zu, sehr nervös zu sein, in Bezug auf die Leistungsfähigkeit der Yacht.

Endlich angekommen in Auckland. © Cameron Gregory

Er habe sich überzeugen lassen müssen, dass man bei Cups, die erstmals ein neues Design benutzen, radikaler denken sollte, als sonst. Möglicherweise sei es einer seiner größten Fehler gewesen, als Technik-Chef von Oracle beim America’s Cup 2017 die Konstruktion nicht extrem genug genug vorangetrieben zu haben.

“Sie hatten einen Vorsprung”

Worauf sich die Radikalität besonders bezieht, gibt Simmer noch nicht preis. Aber er lässt durchblicken, dass sich die neuen Designs aller Teams  deutlich von der jeweils ersten Version unterscheiden werden.

Das extrem abgeschrägte Vordeck ist unter der Plane zu erkennen. © Cameron Gregory

Simmer äußerte sich kritisch zum AC75-Regelgestaltungsprozess. “Ich glaube nicht, dass es richtig war, dass Team Neuseeland und Luna Rossa die Regel isoliert geschrieben haben. . . Sie hatten einen Vorsprung, und das sieht man, wenn man die erste Version der Boote vergleicht”. Neuseeländer und Italiener weisen einen langgezogenen, aerodynamisch vorteilhaften “Buckel” unter dem Rumpf auf, Briten und Amerikaner nicht.

Der Neuseeländer hofft aber, den Rückstand inzwischen aufgeholt zu haben. Viel werde auch noch nach den ersten Segelstunden verändert werden. Dafür habe man beim INEOS TEAM UK ein signifikantes Budget bereitgestellt, um noch reagieren zu können. “Ich bin nervös, wie sich das Boot im Vergleich zur Konkurrenz schlägt, aber es ist sicher ein großer Schritt vorwärts.”

Luna Rossa in Quarantäne

Auch Luna Rossa wird seinen Neubau in der ersten Oktoberwoche nach Neuseeland fliegen. Die Italiener befinden sich vor Ort schon in Quarantäne und sind scheinbar nicht besonders glücklich mit der Situation.

In Auckland sorgte ein Instagram-Post für Aufsehen. Andrea Tesei dokumentierte, wie dreckig es in seinem Hotel ist, das er 14 Tage lang nicht verlassen darf. “Ich bin absolut kein Freund von Beschwerden über Social Media, aber unsere Situation ist momentan ziemlich erniedrigend und inakzeptabel.”

Andrea Tesei von Luna Rossa präsentiert, wie dreckig es in seinem Hotel ist. © Luna Rossa

Die Hotel-Betreiber versuchen sich zu rechtfertigen, aber laut New Zealand Herald gab es zuvor schon Beanstandungen über das Quartier in Rotorua, wo die Gesundheitsbehörde Einreisende isoliert. Ein Mann sagt, das Hotel sei “ein schrecklicher Ort” mit rissigen Wänden, Schimmel, zerbrochenen Möbeln, zerrissenen Vorhängen und einem verstopften Duschabfluss. Der Lebensbedingungen verglich er mit einem Gefängnis.

Aber dieses Gefühl wird sich wohl legen, wenn die Segler im Oktober erstmals ihre neuen Spielgeräte vor Auckland auf dem Wasser testen dürfen.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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