America’s Cup: Coutts verspricht sechs Herausforderer – Japaner werden kommen

"Am Ende des Wegs angekommen"

Russel Coutts kündigt ein starkes japanisches Team an und bringt ein neues Kiwi-Syndikat ins Gespräch um Druck auf das Team New Zealand auszuüben. Artemis bestätigt seine Unterstützung.

Seit zwei Wochen hadern die Neuseeländer mit dem Beschluss des Verteidigers, alle Vorregatten der Herausforderer Qualifikation in Bermuda abhalten zu wollen. Sie haben zu dem Thema die Schlichtungskommission angerufen. Aber Oracle geht mit den verbliebenen drei Herausforderern stur seinen Weg.

America's Cup Class

Die neue 48 Fuß America’s Cup Class im Umfeld der anderen Foiler. © Francois Chevalier

Etwas frech behaupten die Organisatoren, dass alle Teilnehmer der Bermuda Option zugestimmt hätten. Und tatsächlich war außer den Kiwis zuletzt niemand der Herausforderer für eine Regatta in Neuseeland.

Aber das Emirates Team New Zealand veröffentlicht prompt eine Stellungnahme, dass sie natürlich nicht zugestimmt hätten und dieser Fall noch längst nicht abgeschlossen sei. Den Kiwis geht es um die Sicherung der Regierungs-Millionen. Aber die werden wohl definitiv nicht fließen. Premier Minister John Kelly sagte: “Wir sind nun am Ende des Weges angekommen.”

Stärkere Verhandlungsposition für Kiwis

Für die Kiwis mag das allerdings auch gar nicht mehr so schlimm sein. Denn ohnehin hätte die Regierung nur einen kleinen Teil des Budgets übernommen und durch das Downsizing ist das Gesamtbudget deutlich verringert worden.

Es wird erwartet, dass Grant Dalton den juristisch wohl starken Fall der dokumentierten Vergabe der Regatta nach Auckland als Stärkung seiner Verhandlungsposition ausnutzt. Er weiß auch genau, dass eine Absage des Team New Zealands eine weitere enorme Schwächung des 35. America’s Cups darstellen würde.

Sein Gegenspieler Russell Coutts versucht diese Position prompt zu schwächen, indem er jetzt öffentlich erklärt hat, dass schon ein anderes Syndikat aus Neuseeland bereitstehe, um den Platz einzunehmen. “Es gibt in Neuseeland alle Komponenten für ein sehr erfolgreiches Team und umso mehr mit der neuen Regel.” Aber natürlich glaube er, dass Team New Zealand am Start sein werde.

Neue Klassenregel

Die neue Klassenregel nennt den neuen 48 Fußer einfach “America’s Cup Class”. Sie wird mit einer sechsköpfigen Crew bestückt, von der ein Teammitglied aus dem Land des Herausforderers stammen muss. Rümpfe und Beams folgen dem Einheitsklassen-Prinzip wie etwa bei einem 470er und dürfen von den Teams nur mit einer Toleranz von vier Millimetern gebaut werden. Alleine die Schwerter, Ruder, aerodynamischen Verkleidungen und Kontrollsysteme sind freigestellt. Die Schiffe und Flügel sollen für den Transport in einen 40 Fuß Container passen.

Ian Percy, Skipper vom Artemis Team, betont, wie sehr er die Regeländerung unterstützt und folgt damit seinem Kumpel Ainslie vom britischen BAR Rennstall. “Das extreme Ausmaß der technischen Herausforderung hat Teams abgehalten. Ehrlich gesagt war es nicht die finanzielle Barriere.” Potenzielle Neueinsteiger hätten nicht gewusst, wo sie ohne Sachkunde  starten sollten.

Nun glaubt Percy, dass mehrere Teams aus Asien einsteigen werden. Coutts sagt der New York Times: “Idealerweise wäre es natürlich besser gewesen, wenn Luna Rossa im Spiel geblieben wäre. Aber ich glaube wir werden definitiv andere Teams sehen, die wegen der  Änderung kommen. So werden die Japaner kommen, und wenn man hört, wer dahinter steht, wird man darüber reden, ob er nicht größer ist als Luna Rossa.”

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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7 Kommentare zu „America’s Cup: Coutts verspricht sechs Herausforderer – Japaner werden kommen“

  1. avatar Stefan sagt:

    Wie soll denn ein 48′ Boot in einen 40′ Container passen?

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  2. avatar ticktack sagt:

    Irgendwie erinnert mich das konzept an das hier:

    https://www.youtube.com/watch?v=P9g2fAFCa1U

    superdolles stadionsegeln an behinderten orten mit ganz schnellen schiffen (ok Bermuda ist nicht sooooo kacke aber SF hat mich irgendwie daran erinnert)

    gääähn…. was soll das denn alles?

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 4 Daumen runter 4

  3. avatar Alex sagt:

    Russel Coutts war doch nicht etwa mit Kim Dotcom einen Kaffee schlappern, um sich über i- oder auch legalen Kopiermöglichkeiten von TNZ auszutauschen?

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  4. avatar Schnappi sagt:

    Gerade der 470er ist für gleiche Rümpfe ein super Beispiel 😀 ….

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