America’s Cup: Dean Barker soll den US-Foiler steuern – Alte Afterguard wieder vereint

Alte Recken

 

Vier Teams bereiten sich derzeit auf den 36. America’s Cup vor, und es spricht viel dafür, dass die neuen Hauptdarsteller auch die alten werden. Dean Barker soll den US-Cupper steuern. Die alte Garde positioniert sich wieder.

Barker wieder vereint mit Taktiker Terry Hutchinson, der jetzt sein Chef ist. © Bronny Daniels

Mit dem Einzug des Foilings in den America’s Cup schien gleichzeitig das Ende der alten Stars eingeläutet. Die jüngeren Schnellsegel-Experten übernahmen die Kontrolle an Bord. Die australischen 49er Olympiasieger Outteridge/Jensen führten die Artemis Katamarane und die neuseeländischen Klassen-Kollegen Burling/Tuke übernahmen die Kiwi-Foiler.

Die Ära der Altmeister schien vorbei. Zumal Peter Burling als Team New Zealand-Steuermann überlegen den Cup gewonnen hat und auch Outteridge nach seinen Moth-WM-Titeln am Rad des Artemis-Foilers einen starken Job ablieferte.

Barker dreht am Rad

Peter Burling ist bei den Neuseeländern zwar als Steuermann bestätigt worden, aber die Gegner gehen für den America’s Cup 2021 andere Wege.  James Spithill (38) ist für Luna Rossa gesetzt, wie auch Ben Ainslie (41) für das britische INEOS Team GB und nun auch wieder Dean Barker (45) für das US-Team des New York Yacht Clubs, das inzwischen American Magic heißt.

Barker war schon als Steuermann für die neue Quantum TP52 der Amerikaner benannt worden, aber es konnte nicht klar sein, ob er wirklich auch den neuen Kraken-Cupper führen sollte. Aber Teamchef Terry Hutchinson, sein enger Partner und Taktiker bei der Team New Zealand-Kampagne für 2007, hat nun bestätigt, dass er Barker auch 2021 in Auckland am Rad sehen möchte.

Dean Barker im Congressional Cup Finale. © Bronny Daniels

Außerdem gehören zum Segelteam die Kiwi-Landsleute  Joe Spooner, Jim Turner und Sean Clarkson. Aber für die Nationen-Quote soll durch die Amerikaner Andrew Campbell, Bora Gulari und  Cooper Dressler erfüllt werden. Dazu kommen die Briten Ian Moore – langjähriger Navigator zuletzt auf dem 72-Fußer” Bellamente” – und Paul Goodison – Laser-Olympiasieger und Doppel-Weltmeister in der Moth.

Besonders Goodison (40) scheint mit seiner Foiler-Erfahrung eine logische Team-Ergänzung. Zumal er bei der vergangenen Artemis-Kampagne viel Erfahrung sammeln konnte, dort aber nie wirklich an vorderster Front zum Einsatz kam. Durch seine Einsätze als J/70-Taktiker bei Vinzenzo Onorato schien er eher einem italienischen Team nahe zu stehen, aber an der Seite von Dean Barker macht sein Einsatz ebenfalls viel Sinn.

Erfahrung im Match Race zählt wieder

Für Barker spricht seine Erfahrung im Match Race. Die neuen Regeln sehen wieder Am-Wind-Starts nach klassischen Vorstart-Duellen vor. Das beherrscht Barker wie auch Spithill und Ainslie. Sie alle sind schon Weltmeister in dieser Disziplin geworden.

Und um die alten Reflexe zu schulen ist Barker mit Taktiker Hutchinson nach langer Zeit einmal wieder beim traditionellen Match Race Congressional Cup angetreten. Er musste sich erst einmal bei einem kleineren Event, dem Ficker Cup – ja, der heißt wirklich so –

qualifizieren, startete dort einen Durchmarsch, setzte ihn vor Long Beach fort und wurde dann erst im Finale von Taylor Canfield mit 2:3 gestoppt.

Man wird wohl erst nach dem Bau der ersten Kraken-Foiler sehen, welche Fähigkeiten einen wirklich zum besten Steuermann für 2021 machen. Werden noch mehr alte Recken zurück kommen, oder bekommen doch die Jungen ihre Chance?

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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Ein Kommentar „America’s Cup: Dean Barker soll den US-Foiler steuern – Alte Afterguard wieder vereint“

  1. avatar Mothsegler sagt:

    Eine Anmerkung: Goody ist nicht Doppel-, sondern Triple-Weltmeister in der Moth 😉

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