America’s Cup: Die Ausrichtung soll 200 Millionen Euro kosten – Saudi Arabien echte Option

Bärendienst

Das irische Cork ist einer der drei heißesten Favoriten für die Ausrichtung des nächsten America’s Cups. Aber auch Jeddah steht noch auf der verkürzten Liste.

Cup-Finale vor Auckland. Wo wird es beim nächsten Mal gesegelt? © ACE | Studio Borlenghi

Wer den 37. America’s Cup ausrichten will, muss mit Kosten von mehr als 200 Millionen Euro rechnen. Das berichtet The Irish Times in einem Beitrag über Cork, der nach Dublin zweitgrößten Stadt der Republik Irland mit etwa 210.000 Einwohnern, die sich um die Austragung der Regatta bewirbt. Die Summe soll einer aktuell laufenden Kosten-Nutzen-Analyse entnommen sein, die von der irischen Regierung erstellt wird.

Entsprechend sei es längst noch nicht sicher, ob das Kabinett der Iren diese Kosten durchwinkt und eine endgültige Bewerbung abgeben wird. Insider erwarten aber, dass die Regierungskoalition dem America’s Cup positiv gegenübersteht. Insbesondere Außenminister Simon Coveney hat sich für das Projekt stark gemacht. Zuletzt war Cork 2009 als Etappenhafen beim Volvo Ocean Race in Erscheinung getreten.

Team New Zealand CEO Grant Dalton hatte Mitte der Woche dargelegt, dass sie Liste der internationalen Bewerber auf drei reduziert wurde. Laut irischer Quellen soll es sich dabei um Cork handeln, einen weiteren unbekannten Ort aber auch Jeddah in Saudi-Arabien.

Boxen und Formel 1

Wenn bei dem Bieter-Prozess tatsächlich die Araber am Ende die Oberhand behalten sollten, würden die Neuseeländer dem America’s Cup wohl einen Bärendienst erweisen. Das Segelsport-Event geriete in den Fokus von Organisationen, die seit langem auf die Verletzung der Menschenrechte in Saudi-Arabien hinweisen. Das Land zählt für Amnesty International zu den zehn Ländern wo die Menschenrechtslage besonders schlimm ist.

Diesem Imageproblem versucht der reiche Staat schon länger durch die Ausrichtung internationaler Elitesport-Veranstaltungen entgegenzuwirken. Sie ist er etwa Gastgeber von Formel1-Rennen und der Boxkämpfe des aktuellen britischen Schwergewicht-Weltmeisters Anthony Joshua.

Eine Vergabe des America’s Cups nach Saudi-Arabien würde wohl einen Aufschrei in der Segel-Community nach sich ziehen. Das Team New Zealand müsste danach mit deutlich weniger Fans auskommen. Es stünde in einer Reihe mit den großen Sportorganisationen FIFA und IOC deren skandalöse Vergabe-Praktiken jüngst immer wieder zum Vorschein kamen.

Die Bewertung aller Bewerbungen wird für die Neuseeländer von der in London ansässigen Sportberatungsfirma Origin Sports vorgenommen. Die finale Entscheidung über den Austragungsort des 37. America’s Cups wird in gut drei Wochen am 17. September erwartet.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Ein Kommentar „America’s Cup: Die Ausrichtung soll 200 Millionen Euro kosten – Saudi Arabien echte Option“

  1. avatar Frankman sagt:

    Es passt wieder mal der alte Spruch: “Man kann gar nicht so viel essen wie man kotzen möchte…” wie auch im Fussball ist hier einfach zu viel Geld im Spiel.

    Ich geh am Wochenende auf meinem Teich segeln – have fun!

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