America’s Cup: Die Rückkehr zum Monohull – Grant Dalton beantwortet weitere Fragen

"Kraftvolle Einrumpfer"

Team-New-Zealand-Chef Grant Dalton gibt weitere Details zum nächsten America’s Cup preis. Die wichtigste Frage bleibt allerdings immer noch unbeantwortet.

America's Cup

Das Emirates Team New Zealand feiert den Gewinn der Kanne. © ACEA 2017 / Photo Ricardo Pinto

Grant Dalton äußert sich in der italienischen Tageszeitung La Stampa…

zu den Booten:

Große kraftvolle Einrumpfer als Entwicklungsklasse. Technologisch fortschrittliche Yachten, die keinen Rückschritt bedeuten sollen und sehr kompetente Segler erfordern.

 zu möglichen Foils:

Diese Entscheidung wird am 30.11. bekanntgegeben. Auf jeden Fall wird es keine Radfahrer, sondern nur die üblichen Arm-Grinder geben.

zur Nationalitäten-Regel:

Nur die Segler nicht die Organisation wird davon betroffen sein. Ein Teil der Crew wird im Besitz des Passes vom herausfordernden Land sein müssen.

zu möglichen Vorregatten:

Die Finals werden 2021 in Auckland gesegelt. 2019 und 2020 wird es Vorregatten geben mit dem selben Yachttyp, der beim Finale antritt.

zur Allianz mit Luna Rossa

Wir waren immer befreundet. Aber die Allianz wurde  2015 geformt, als Oracle mit Hilfe der anderen Teams die Karten neu mischte. Sie kürzten den Katamaran, der im Cup Match gesegelt werden sollte und machten damit für Luna Rossa alle Design-Fortschritte zunichte, die sich schon intensiv damit beschäftigt hatten.

Außerdem nahmen sie die Zusage, die AC Qualifiers in Auckland abzuhalten zurück, und verhinderten dadurch die weitere Finanzierung durch unsere Regierung. (Später musste Oracle eine hohe Entschädigungssumme zahlen). Wir waren alleine mit unserem Widerstand und erkannten, dass wir einen Partner benötigen, der unsere Vision von der Zukunft des Cups teilt. Wir fanden ihn in Patrizio Bertelli.

Das Luna Rossa Boot 2007 mit dem präsenten Sponsor Prada. © Luna Rossa

Zur Monohull-Entscheidung:

Vor zwei Jahren dachten wir erstmals zusammen mit Bertelli darüber nach. Nach dem Sieg im Juni haben wir mit weiteren möglichen Herausforderern gesprochen und das hat bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Zum Verlust des Know-How-Vorteils beim Katamaran-Foiler-Segeln:

Wir glauben, dass unser Design-Team uns eine weitere großartige Yacht liefern kann und dass Katamarane nicht ideal für den Wellengang vor Auckland wären. Aber möchte klarstellen: Der Cup-Sieg ist ein Privileg aber auch eine Pflicht, die beinhalten, die sportliche Qualität der Regatta sicherzustellen. Das steht über einem möglichen individuellen Vorteil.

Zum Challenger of Record:

Der Verteidiger hat nicht die absolute Macht. Die Deed of Gift erfordert gegenseitige Zustimmung mit dem Herausforderer. Dieser Aspekt ist in all den Jahren, als der Challenger of Record nicht mehr als eine Marionette des Verteidigers war aus dem Blick geraten. Wir wollen faire und klare Regeln.

Zu den möglichen Herausforderern:

Wir hoffen, dass es viele Challenger gibt. Wir werden die notwendigen Rahmenbedingungen liefern.

Bisher ist allerdings nur klar, dass die Briten vom BAR Team sicher dabei sind. Niemand kann glauben, dass Larry Ellison noch einmal auf dem neuen Spielfeld antritt. Artemis wie auch die Japaner dürften große Probleme mit der Nationalitäten-Regel haben, und den Franzosen fehlt das Geld. Denn bisher scheint es so, als wenn die Kostenminimierung eine so große Rolle wie im Vorfeld des vergangenen Cups spielen sollte.

Sicher scheint, dass die 30 Jahre andauernde Partnerschaft mit Louis Vuitton endet. Als Namensgeber der Herausforderer-Serie liegt Konkurrent Prada deutlich näher, die Modemarke von Patrizio Bertellis Frau. Ein Hinweis darauf mag die Siegerehrung in Bermuda gewesen sein, als das Kiwi-Team die offerierten gut 2000 Euro teuren Taschen von Louis Vuitton im Überschwang der Gefühle mehr oder weniger acht- und respektlos ins Publikum warfen. Skipper Glenn Ashby tadelte danach lächelnd seine “ungezogenen Jungs”.

Das Protokoll soll nun offiziell am 28. September veröffentlicht werden, aber die drängende Frage, wie genau die Boote aussehen sollen – insbesondere, ob sie Tragflächen haben werden, oder nicht – wird dann erst einen Monat später beantwortet. Diese Zeit gönnen sich die neuen Cup-Gestalter dann doch, um sich einen Design-Vorsprung zu sichern.

 
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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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Ein Kommentar „America’s Cup: Die Rückkehr zum Monohull – Grant Dalton beantwortet weitere Fragen“

  1. avatar E2nO sagt:

    Ja was denn jetzt? Bootsklasse Veröffentlichung am 30.11.2017 oder wie im letzten Absatz des Artikels beschrieben, doch schon “im nächsten Monat”. Ansonsten wäre es nämlich zwei Monate, die sich Team NZ und(!) der Herausforderer für einen Design-Vorsprung gönnen würden ….

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