America’s Cup: Emirates Team New Zealand gewinnt Louis Vuitton Cup 7:1

Demonstration der Stärke

Die Höhepunkte:

Emirates Team New Zealand hat den Louis Vuitton Cup gewonnen. Beim letzten Rennen gegen Luna Rossa demonstrierten die Neuseeländer eindrucksvoll ihre Stärke und schlossen die Serie mit 7:1 ab.

Das Duell startete im starken Nebel und bei relativ wenig Wind um 12 Knoten. Luna Rossa durfte eigentlich von der vorteilhaften Seite mit Wind von Backbord in die Startbox eintauchen und hätte in der Lage sein sollen durch den modifizierten 10 Sekunden Vorteil vor dem Bug der Neuseeländer zu passieren. Aber die Italiener schafften es nicht.

Team New Zealand Louis Vuitton Cup

Das Team New Zealand feiert den Sieg beim Louis Vuitton Cup © ACEA / GILLES MARTIN-RAGET

Sie verloren fünf Sekunden beim Eintauchen. Dann rasten die Kiwis mit der Strömung genau von hinten gut vier Knoten schneller in die Startbox und so musste Luna Rossa den Kiwis mit einer Wende ausweichen. Das allein reichte schon aus, um für Verspätung an der Linie zu sorgen.

Die Neuseeländer platzierten sich perfekt auf der Anliegelinie zur rechten Startbahnmarke und ließen den Italiener keine Luft, um in Luv von ihnen durchzurutschen. Chris Draper musste hinter dem Heck der Gegner abfallen und tat das so spät, dass er nicht mehr genügend Zeit hatte, um Neuseeländer unter Druck zu setzen.

Luna Rossa

Luna Rossa im Nebel. © ACEA / ABNER KINGMAN

Der Start ging so deutlich verloren, dass Luna Rossa schon an der ersten Tonne 16 Sekunden zurück lag. Das Rennen war verloren. Denn auch bei dem schwachen Wind, der beide Teams erstmals einen Gennaker einsetzten ließ, waren die Italiener deutlich unterlegen.

Mit ihrem kleineren Vorsegel erreichten sie nicht die Tiefe des Gegners. Sie segelten auf dem ersten Vorwindkurs 650 Meter mehr als das Emirates Team New Zealand und dabei auch noch mehr als einen halben Knoten langsamer. Auf der Kreuz fehlte gleich ein ganzer Knoten Speed bei einem Umweg von mehr als 200 Metern.

Die letzte Vorwindstrecke absolvierten die Neuseeländer bei zwei Knoten stärkerem Wind im Vergleich zur ersten diesmal ohne Gennaker. Dabei absolvierten sie 200 Meter mehr Weg, weil sie höher zum Wind anspitzen mussten. Sie waren diesmal aber sogar 1,7 Knoten schneller als Luna Rossa. Der Weg nach Lee (VMG) war also auch in diesem Mode besser.

Louis Vuitton Cup, Nebel

Stochern im Nebel. © ACEA / ABNER KINGMAN

Alles in allem demonstrierten die Kiwis am letzten Tag noch einmal eindrucksvoll ihre Stärke im Vergleich zum Gegner. Der war natürlich spät in die Vorbereitung eingestiegen, segelte mit dem alten Design der Neuseeländer und hatte mehrfach betont, sich nur sauber für die nächsten America’s Cup aufstellen zu wollen.

Insofern hatten die Italiener von Anfang an keine Chance, die Neuseeländer zu gefährden. Mit diesen Voraussetzungen hätten man auch in jeder anderen Bootsklasse kein enges Match erwarten können. Dafür schlugen sie sich vielleicht sogar besser als erwartet.

Luna Rossa

Luna Rossa unter Gennaker. © Luna Rossa

Etwas enttäuschend war aber die Leistung in der Startbox. Mit dem langsameren Boot hätte man schärfere Attacken von den Italienern erwarten können. Es wäre ihre einzige Chance gewesen, um Akzente zu setzen.

Dabei war vielleicht der Match Race unerfahrene Chris Draper die falsche Wahl am Steuerrad. Es ist eine Sache, einen Kat schnell zu steuern. Da mag die 49er und Extreme Sailing Series Erfahrung für Draper gesprochen haben. Aber für die Vorstarts wäre sein Taktiker Francesco Bruni, der Match Race Vize Weltmeister, wohl die bessere Wahl am Steuer gewesen.

Einen Unterschied im Ergebnis hätte das auch nicht gemacht. Aber die Rennen wären möglicherweise wenigstens in der Startbox etwas spannender gewesen.

Luna Rossa kündigte an, den Neuseelädern in den nächsten Wochen in jeder erdenklichen Weise helfen zu wollen. Dean Barker sagte in der Abschluss-Pressekonferenz, dass Oracle schon jetzt extrem schnell sei. “Sie sehen sehr, sehr stark aus und wir müssen uns weiter verbessern. Wir haben eine lange Liste mit Dingen, die wir an unserem Boot noch verbessern können und hoffen, dass wir danach noch ein paar Schritte weiter gehen können.”

Die Neuseeländer kündigten an, ihr Schiff jetzt erst einmal wieder für einige Zeit in den Schuppen zu fahren, um weitere Vebesserungen vorzunehmen. Am siebten September wird das erste America’s Cup Match starten.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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