America’s Cup: Es geht nicht nur um Speed – Penalty für Oracle, Kiwis stoppen

Aggressives Duell

Artemis luvt Oracle und protestiert (rote Lampe). Oracle erhält eine Strafe (blaue Lampe):

Drei Tage vor dem Start der America’s Cup Qualifiers haben sich die Teams noch einmal gemessen. Dabei konnten Ainslie-Fans kurzzeitig Hoffnung schöpfen, die Kiwis müssen einen Schreck verkraften.

Am Freitag sollen die ersten Rennen der America’s Cup Qualifikationsrunde starten, und alle Teams nutzten noch einmal den Trainingstag für Duelle mit der Konkurrenz. Dabei bestätigte sich der Eindruck, dass die Franzosen nach wie vor nicht mithalten können.

Alle anderen Ergebnisse sind mit Vorsicht zu genießen. So ist immer noch nicht klar, wie gut oder schlecht die Briten wirklich sind. Im Speed-Duell mit Team New Zealand zeigten sie sich direkt nach dem Start auf Augenhöhe mit dem schnellen Gegner. Aber dann fielen sie wieder einmal von ihren Foils, platschten ins Wasser und die Kiwis zogen davon.

Briten knallen ins Wasser:

Das Land Rover BAR Team mag immer noch Probleme mit seinen Bedienelementen haben. So konnten sich die Briten in den vergangenen Wochen nicht auf ihre Foiling-Wenden verlassen. Fans hoffen, dass bei den Ainslie-Defiziten vielleicht doch ein wenig Versteckspiel dabei ist, und der Meister wieder ein Kaninchen aus dem Hut zaubern kann, wenn es wirklich wichtig ist. Schließlich hat er auch etwas Luft, weil er nach dem Gewinn der World Series mit zwei Siegpunkten Vorsprung in die Duelle geht.

Ainslie ist die Position der Stärke gewohnt

Aber eigentlich ist das nicht die Art, mit der Ainslie bisher in seiner Karriere agiert hat. Er kennt nicht die Rolle des Underdogs. Der beste Segel-Olympionike aller Zeiten hat seine Rennen fast immer aus einer Position der Stärke bestritten, die sich im Vorfeld manifestierte. Die aktuelle Situation wird er gar nicht mögen.

Artemis Oracle

Artemis im engen Duell mit Oracle, das zu einem Penalty führt. © ACEA / Ricardo Pinto

Er selbst könnte vielleicht damit umgehen, aber diesmal steht er eben einem riesigen Team vor. Da können sich Zweifel und Unsicherheit zu Fehlern summieren. So half auch die viel diskutierte Kollision im Vorstart mit den Kiwis nicht, das Vertrauen in seine Fähigkeiten zu stärken. Zumal er danach ungeschickt Öl ins Feuer goss, als er den Crash, der den Neuseeländern vier Tage Arbeit bescherte, als “kleinen Schubser” bezeichnete.

Dafür war dieser Vorfall durchaus hilfreich für die Gestaltung der ersten Rennen. Er sagt aus: Leute, geht mir aus dem Weg. Ich habe ein langsames Boot, und muss agressiv im Vorstart punkten. Da Ainslie unter den sechs Steuerleuten ohnehin als bester Match-Racer gilt, dürfte ihm das mehr Platz in der Startbox geben. Wenn sein Kat allerdings wirklich zu langsam ist, hilft auch kein gewonnener Start.

Penalty für Oracle

Wie wichtig der Start ist, betont noch einmal Oracle-Taktiker Tom Slingsby: “Wenn man den Start gewinnt und dann sauber ohne Fehler segelt, wird man schwer zu schlagen sein, auch wenn der Gegner etwas schneller ist.”

Auch deshalb betont er, dass niemand einfach und überlegen in der Rennserie davon ziehen wird. Es habe ein paar Probleme im Rennen gegen Artemis gegeben, das Oracle verlor. Ein Überholmanöver sei einfach nicht gelungen.

So geriet das Duell besonders in den Fokus, als Artemis ein aggressives Luvmanöver ausführte (Video oben). Oracle wich nicht ausreichend aus und erhielt einen Penalty. Andererseits hatte auch Artemis Probleme, wie das Video zeigt:

“Es wird sehr eng werden”, glaubt Slingsby. Artemis, Japan und Neuseeland seien ähnlich schnell. Und das erzeuge viel Druck für die Segelteams.

Dass es nicht nur ums Segeln geht, ist den Neuseeländern vor Augen geführt worden. Im Duell mit den Briten gaben sie nach der zweiten Runde auf, weil es eine Kollision mit einem nicht identifizierten Objekt im Wasser gegeben haben soll. Es wurde über keinen großen Schaden berichtet, aber solche Vorfälle sind die große Angst der Teams. Wer mit Höchstgeschwindigkeit über ein Hindernis rast, wird große Schäden erleiden.

 

 

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Carsten Kemmling

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